Neunkirchen am Brand
Infrastruktur

Kreis Forchheim: Hier sind Senioren in der Mitte der Gesellschaft

Ein Büro hat der Seniorenbeirat von Neunkirchen am Brand im evangelischen Gemeindehaus gefunden. Das ist eine Interimslösung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei der Eröffnung der Räume des Seniorenbeirats Foto: Petra Malbrich
Bei der Eröffnung der Räume des Seniorenbeirats Foto: Petra Malbrich
+6 Bilder

Die Fugen auf dem Platz beim Zehntspeicher sind aufgefüllt worden. Eine Stolperfalle für die älteren Leute wurde somit beseitigt. Und der eine oder andere Bürger hat bereits die beiden Ruhebänke gesehen. "Bei längeren Einkaufswegen kann man sich dort ausruhen. So können die Senioren so lange wie möglich selbstständig einkaufen gehen", erzählt Gisela Norbach, die Seniorenbeauftragte des Marktes Neunkirchen am Brand, von einigen der Aktionen, die der Seniorenbeirat für die älteren Bürger bereits durchgesetzt hat. "Über zwanzig Prozent Senioren im Neunkirchen erheben ihre Stimme", meinte Norbach bei der offiziellen Eröffnung des neuen Beratungsbüros des Seniorenbeirats im evangelischen Gemeindehaus. Im Saal neben dem neuen Büro fand die kleine Feier statt. Dort sind die Ehrenamtlichen bis zur Sanierung des Rathauses untergebracht, um dann ihre feste Heimat im Rathaus zu finden, wie Bürgermeister Heinz Richter (FW) bei der Feier anmerkte. "Es war der lang ersehnte Wunsch der Seniorenbeauftragten, in der Mitte der Gesellschaft eine Anlaufstelle für Senioren zu schaffen", sagte Richter. Hier im evangelischen Gemeindehaus würden die Senioren nun einen Ort und einen Kümmerer, Hilfe und Unterstützung finden und Antworten auf drängende Fragen erhalten. Das alles von Ehrenamtlichen. "Das verdient großes Lob", dankte Richter allen voran der Seniorenbeauftragten Gisela Norbach und Pfarrer Axel Bertholdt als Hausherren, der damit und als Mitglied im Seniorenbeirat die Anlaufstelle für die älteren Bürger unterstütze. Warum, das zeigte Bertholdt selbst auf, als er von den Lebensrisiken sprach. Eines davon sei das Älterwerden, das man nur wenig beeinflussen könne und das sich nicht vermeiden lasse. Anhand des Gebots, "Vater und Mutter zu ehren", machte er deutlich, dass die mittlere Generation Vorbild für die nachfolgende Generationen sei. "Der Blick auf die Jugend ist nur die Hälfte der Richtung", meinte Bertholdt, froh, hier nun auch die Senioren beherbergen zu dürfen. Mit seinem katholischen Kollegen Vikar Vincent Chettiar segnete er den Raum.

Früher einsame Ruferin

Doch es gab auch eine ganz andere Zeit davor. "Da war Gisela Norbach eine einsame Ruferin", sagte stellvertretende Landrätin Rosi Kraus (CSU). Zwar wurde in der Gemeinde Seniorenarbeit geleistet, doch jeder habe für sich gekämpft. "Nun haben sich die älteren Leute vernetzt und haben mit dem Seniorenbeirat eine gemeinsame Stimme", betonte Kraus. Die Arbeit des Seniorenbeirats werde auch durch den demografischen Wandel immer wichtiger. "Man nimmt deren Arbeit ernst. Allen Anträgen wurde im Gemeinderat zugestimmt", hob Kraus hervor. Nicht nur in der Gemeinde, auch im Landkreis würde die Stimme der Senioren gebraucht. Ob Pflege, Gesundheit, Umwelt oder Wohnen im Alter - all das seien die Themen, die gemeinsam mit der Seniorenplanerin des Landkreis angegangen werden. Vor Ort nehme der Seniorenbeirat die Menschen an die Hand, damit sie nicht alleine sind, meinte Kraus und nahm eine Schachtel, die einer Medikamentenpackung ähnlich ist, in die Hand. "Bewegung" steht auf der Packung. Nicht Tabletten, sondern Karten mit einer leichten Übung täglich sind in dem Schächtelchen verpackt. SOS-Notfalldosen, eine Notfallmappe, der Seniorenwegweiser, der neu erstellt worden ist, und viele andere wichtige Kleinigkeiten und Informationen sind auf einem Tisch in dem Saal im Gemeindehaus ausgestellt. Davon durften sich die zahlreichen Senioren, die zu dieser Eröffnungsfeier kamen oder gebracht wurden, für mitnehmen.

Teilhabe am Leben

Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern, eine seniorengerechte Infrastruktur zu stärken, sich mit anderen Organisationen am Ort zu vernetzen, zu beraten und informieren und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, so beschrieb Gisela Norbach die Handlungsfelder des Seniorenbeirats. Dieser bestehe aus zehn Mitgliedern beider Konfessionen und fünf weiteren Bürgern. Das Ziel des Beirats: die Probleme der Senioren aufzunehmen, sich darum zu kümmern, zu unterstützen und beraten und die Interessen der Senioren in den Gemeinderat zu bringen. Am 29. Mai wird der Seniorenbeirat seine offizielle Sprechstunde beginnen. Ohne Anmeldung finden die Senioren dann ein offenes Ohr. Zugleich kann bereits ab nächster Woche in regelmäßigen Abständen ein offener gemeinsamer Mittagstisch stattfinden. "Wir haben einen Gastwirt gefunden, um uns im Nebenraum treffen zu können", sagte Norbach. Die genauen Informationen werden noch bekannt gegeben. Doch um beim ersten Treffen ein verbilligtes Essen zu erhalten, wurden Gutscheine für die ersten hundert Teilnehmer bereits bei der Eröffnung verteilt.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren