LKR Forchheim
Einbruch

Kreis Forchheim: Einbrecher erbeutet über 33.000 Euro - viel kriminelle Energie

Vor drei Jahren hat ein Einbrecher über 33 000 Euro aus einem Haus im Kreis Forchheim erbeutet. Nun konnte der Täter mit einer DNA-Spur überführt werden. Der Täter war bereits mehrfach vorbestraft.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Einbrecher hat bei einem Einbruch im Landkreis Forchheim über 33.000 Euro erbeutet. Er wurde am Dienstag vor dem Amtsgericht in Forchheim verurteilt. Symbolfoto: Andreas Gebert/dpa
Ein Einbrecher hat bei einem Einbruch im Landkreis Forchheim über 33.000 Euro erbeutet. Er wurde am Dienstag vor dem Amtsgericht in Forchheim verurteilt. Symbolfoto: Andreas Gebert/dpa

Die Familie eines Hauses ist auf einer Beerdigung. Das Ehepaar kommt zurück. "Ich öffne die Tür und merke: kalt." Türen und Fenster waren geöffnet. Schubladen durchwühlt. In das Haus wurde eingebrochen.

Die Geschädigte kann sich sogar drei Jahre nach der Tat an das exakte Datum erinnern. Es war der 15. Januar 2016. Sie stand damals "wie unter Strom". Und als die Polizei gerufen wurde, "da sollten wir nichts mehr anfassen und uns irgendwo ruhig hinsetzen", blieb es der 66-Jährigen im Gedächtnis.

Im Haus war viel durchwühlt, aber nicht alles. "Er hat Vieles übersehen", sagt die Geschädigte. Noch teurerer Schmuck habe sich im Haus befunden.

Richterin Schneider liest die Liste vor, mit den Schmuckstücken, die gestohlen wurden. Darunter sind Ringe, die über 5000 Euro wert sind. Zwischendurch murmelt die Geschädigte: "Oh ja, das vermisse ich wirklich sehr." Ringe, Armbänder, Ketten, Sakkos und Schuhe hat der Angeklagte aus dem Haus gestohlen.

Angst in der eigenen Wohnung im Kreis Forchheim

"Wir hatten Angst gehabt zuhause - einige Wochen", sagte die Geschädigte. Ihr Umzug hätte mit dieser Tat allerdings nichts zu tun, sondern mit zwei Schicksalsschlägen der Familie.

Überführt wurde er mithilfe einer DNA-Analyse. Der forensische Gutachter, Christian Winkler, beschreibt, dass eine DNA-Spur auf dem Schlüssel einer Geldkassette im Schlafzimmer gesichert werden konnte. Da der Beschuldigte Jahre nach diesem Einbruch eine DNA-Probe abgegeben hatte, konnte er durch das Abgleichen überführt werden.

Amtsgericht Forchheim: Geständnis

Rechtsanwalt Sascha Marks spricht im Namen seines Mandanten: Die Vorwürfe sind zutreffend. "Er kann sich jetzt wieder daran erinnern." Allerdings wisse der Angeklagte nicht mehr exakt, welche Gegenstände er gestohlen hatte. "Er hat sie für wenig Geld verkauft", sagt Marks. Ansonsten könne sein Mandant keine weiteren Aussagen machen und beantworte keine weiteren Fragen.

Die sind nach den Aussagen der ermittelnden Kommissarin, welche die Prägnanz der DNA-Spuren bestätigte, auch nicht notwendig. Sie verwies zusätzlich darauf, dass mithilfe dieser DNA auch ältere Einbrüche in Fürth geklärt werden konnten.

Der Polizist, der kurz nach der Tat 2016 Spuren sicherte, beschrieb, dass der Täter die Tür zur Terrasse aufgehebelt hatte. Außerdem habe er ein Fenster geöffnet - als zweite Fluchtmöglichkeit, beschrieb es Richterin Silke Schneider.

Elf Vorstrafen hat der Angeklagte. Gemeinschaftliche räuberische Erpressung, gemeinschaftlichen Raub und Körperverletzung, Diebstahl, Hehlerei, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Betäubungsmittel, versuchter Diebstahl oder Trunkenheit am Steuer. Die Liste ist lang.

Urteil aus Fürth

Dazu könnte sich noch ein Urteil aus Fürth gesellen. Der Angeklagte wurde kürzlich zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weshalb es bei der Urteilsfindung nicht einbezogen werden darf, erklärte Staatsanwalt André Liebischer.

Was der Staatsanwalt positiv berücksichtigen könne, "ist, dass sie gekommen sind", richtete er seine Worte an den Angeklagten. Er sei zwar geständig, "aber es war ja auch die DNA vorhanden". Es wäre schwer zu erklären, wie diese an den Schlüssel der Geldkassette in diesem Schlafzimmer kommen konnte. Es sei eine hohe kriminelle Energie bei diesem Einbruch zu erkennen. Das Öffnen eines Fensters als zweiten Fluchtweg, zeige dies exemplarisch.

33.000 Euro ist eine sehr hohe Summe, die erbeutet wurde. Die Geschädigten hatten nach eigenen Aussagen mehrere Wochen Angst in ihrem Haus zu leben. Deshalb forderte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung. "Selbst wenn das Gericht eine Strafe unter zwei Jahren ansetzen würde, kann man hier nicht ernsthaft über eine Bewährung nachdenken", verdeutlichte Liebischer sein Plädoyer.

Rechtsanwalt Marks bewertet das Geständnis seines Mandanten höher. Er berücksichtigt auch, dass die Tat bereits 2016 geschehen ist. Er beantragt deshalb eine Strafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung.

Doch Richterin Schneider schloss sich dem Staatsanwalt an und verurteilte den Angeklagten wegen Einbruchdiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten - ohne Bewährung. Auch Schneider erläuterte deutlich: Selbst wenn es keine zwei Jahre geworden wären, hätte das Gericht ihm keine Bewährung gewährt. "Die Ausführung des Einbruch spricht für viel kriminelle Energie", erläutert Schneider. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.