Thurn
Natur

Kreis Forchheim: Ein Dorado für Bienen, Heuhüpfer und Schmetterlinge

Auf einer Waldwiese zwischen Hausen und Thurn wurde im vergangenen Jahr ein Blühstreifen angelegt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
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Es blüht links und rechts des Weges zum Waldkindergarten. Foto: Pauline Lindner
Es blüht links und rechts des Weges zum Waldkindergarten. Foto: Pauline Lindner
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Im vergangenen Herbst ließen die Staatsforsten auf der Waldwiese in der Nähe des Waldkindergartens Hausen - bei Thurn gelegen - zwischen den Obstbaumreihen Samen für Blühstreifen aussäen. Das Ziel waren hier besonders ganzjährige Blüten für Honigbienen, nicht nur die der Obstbäume im April. Der Forst hatte Imker eingeladen, am Rand der Lichtung ihre Bienenstöcke aufzustellen. Jetzt am Übergang von Frühling zum Sommer ist es an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Sie fällt blau aus. Denn die Kornblumen (Centaurea cyanus) stehen in voller Blüte und werden eifrig von Bienen besucht. Jeder kennt sie, meist vom Rand von Getreidefeldern, nachdem viele Landwirte darauf verzichten, bestimmte "Unkraut"-Vernichtungsmittel einzusetzen. Noch 2005 heißt es in Steinbachs Großem Pflanzenführer: "In der EU überall verbreitet, aber stark zurückgehend. Seit der Jungsteinzeit ist die Kornblume ein Kulturbegleiter. Durch Herbizideinsatz wurde die Art weitgehend zurückgedrängt und überlebt heute fast nur noch durch besondere Schutzmaßnahmen." Häufig sieht man Kornblumen zusammen mit Klatschmohn. Eine Dominanz von Blütenpflanzen, die auf frisch umgebrochenem Boden gedeihen, war zu erwarten. Denn auf der Waldwiese wurde eigens der Boden umgeackert, bevor das Saatgemisch aus heimischen, genauer: den süddeutschen Mittelgebirgslandschaften angepassten Pflanzen ausgebracht wurde. Ob angeritzte Krume durch natürliche Ereignisse oder gepflügter Ackerboden, das ist der Kornblume eher gleich. Die einjährige Pflanze hat sich auf diese Nische im nährstoffreichen Boden eingerichtet. Da beim beschriebenen Blühstreifen genau ihre Keim- und Wachstumsbedingungen erfüllt waren, ist sie im Moment die dominierende Pflanze.

Kamille und Sauerampfer

Daneben fallen die Blüten der Kamillen oder gar des Sauerampfers viel weniger ins Auge. Nächstes Jahr kann es anders aussehen, wenn die Blumen stärker ins Bild kommen, die nicht nur auf umgebrochenem Boden reagieren oder mehrjährig sind und nicht gleich in ihrer ersten Wachstumsperiode Blüten ausbilden. Es wird spannend, wie sich die Blühstreifen entwickeln werden.

Sind die Blühstreifen ein Dorado für Bienen, ist es die umgebende magere Wiese für alle Arten von Heuhüpfern und viele unterschiedliche Schmetterlinge, vom Admiral bis zum Bläuling. Hummeln werden eindeutig vom Klee, insbesondere dem Schwedenklee (Trifolium hybridum) angezogen, sind doch die langen schmalen Trichter der einzelnen Blütenkelche der Schmetterlingsblütler genau für ihren langen Saugrüssel gemacht.

Auffallend große Flecken in der artenreichen Wiese wirkten bräunlich. Bei genauem Hinsehen ist es abgeblühter Klappertopf (Rhinanthus). Diese mitteleuropäische Pflanze liebt magere, also nicht gedüngte Wiesen. Ihren deutschen Namen hat sie davon, dass ihre Samen lose in einer Hülle liegen und leise klappern, nimmt man einen Stängel in die Hand.

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