Oesdorf
Forst

Kreis Forchheim: Douglasien, Hemlocktannen sowie Lebensbäume erweitern Baumbestand

Als Reaktion auf Trockenheit und Hitze wird im Staatswald bei Oesdorf versuchsweise mit sogenannten "Gastbaumarten" experimentiert.
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Förster Erich Daum erläutert den Gästen von der Forstbetriebsgemeinschaft Westmittelfranken gelungene Waldumbaumaßnahmen im Staatswald. Foto:  Mathias Erlwein
Förster Erich Daum erläutert den Gästen von der Forstbetriebsgemeinschaft Westmittelfranken gelungene Waldumbaumaßnahmen im Staatswald. Foto: Mathias Erlwein

Der Waldumbau aufgrund des Klimawandels funktioniert nicht über Nacht. "Es sind langfristige Maßnahmen nötig, um mit neuen Baumarten aus Kiefern-Reinbeständen klimastabile Mischbestände zu machen", erläuterte Förster Erich Daum den rund 140 Gästen der Forstbetriebsgemeinschaft Westmittelfranken. Die Waldbesitzer aus dem südlichen Teil Frankens informierten sich im Rahmen ihres Jahresausflugs über besonders gelungene Maßnahmen im Staatswaldgebiet der Unteren Mark. Es war die bisher größte Besuchergruppe für den Oesdorfer Förster. Und die Gäste hatten viele Fragen. Wie ist mit der Trockenheit im Wald umzugehen? Wie bereitet man sich auf weiter steigende Temperaturen vor? Wie reagiert man auf Massenvermehrungen von forstschädlichen Insekten?

Förster Erich Daum nahm sich viel Zeit für die wissbegierigen Besucher. Anhand besonders schöner Waldbestände erläuterte er anschaulich das Konzept der Bayerischen Staatsforsten zum Waldumbau. Deren Ziel sind strukturreiche, gemischte und stabile Wälder. "Denn solche Wälder können die Herausforderung durch den Klimawandel am besten meistern und alle Waldfunktionen auch in Zukunft sichern", erklärte Daum.

Trockenheit und Hitze

Als Reaktion auf Trockenheit und Hitze wird in Oesdorf daher versuchsweise auch mit sogenannten "Gastbaumarten" experimentiert. Als Ergänzung für die bedrohten Fichten und Kiefern sind dort turmhohe und mächtige Douglasien zu bewundern. Kanadische Hemlocktannen sowie Lebensbäume erweitern den Mischbestand.

Begehrtes Fotomotiv

Ein besonders begehrtes Fotomotiv der Gäste war die heimische Weißtanne in allen Altersstadien. Beim Laubholz stand die Edel- oder Esskastanie im Mittelpunkt des Interesses. Aber auch die amerikanische Roteiche und die türkische Baumhasel wurden intensiv diskutiert.

Der Hinweis des Revierleiters, dass im Revier Oesdorf auf über 2000 Hektar Wald keine Kulturzäune notwendig seien, ließ die Besuchergruppe aufhorchen. Für diesen Waldumbau ist eine intensive Bejagung des Schalenwildes notwendig. Denn nur so sei eine natürliche Verjüngung aller Baumarten ohne größere Schutzmaßnahmen möglich, verdeutlichte Daum.

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