Weißenohe

Kreis Forchheim: Deshalb tritt Rudolf Braun doch wieder an

Skandale stehen nicht hinter den Geschichten, von denen Rudolf Braun bei der Aufstellungsversammlung redete, eher zu meisternde Herausforderungen und ein Pilotprojekt zum Thema Ausgleichsflächen, an dem Weißenohe teilnimmt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rudolf Braun  will weiterhin die Geschicke der Gemeinde Weißenohe bestimmen. Foto: Petra Malbrich
Rudolf Braun will weiterhin die Geschicke der Gemeinde Weißenohe bestimmen. Foto: Petra Malbrich

Nach 24 Jahren als Bürgermeister von Weißenohe wollte Rudolf Braun eigentlich aufhören. Es sei denn, es finde sich kein Kandidat, dann würde er sich überreden lassen, schon aus Verantwortung der Gemeinde gegenüber. Nun hat sich mit Michael Neubert (Interessensgruppe "Schönes Lillachtal") ein möglicher Kandidat gefunden. Von Geschichten, die es im Vorfeld gab, hat Rudolf Braun bei der Aufstellungsversammlung der Wahlgemeinschaft der Arbeitnehmer (WGA) Weißenohe-Dorfhaus geredet, und davon, dass er nicht wolle, dass "alles den Bach hinuntergeht". Doch was meint Braun damit? Vermutet wurde, dass dies im Zusammenhang mit dem möglichen Bürgermeisterkandidaten Michael Neubert steht. Doch Braun winkt ab. Er habe, wie bereits auf der Aufstellungsversammlung hervorgehoben, nur die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen im Blick. Nachdem kein adäquater Gemeinderat für eine Kandidatur bereit war und auch im Vorfeld keine Kandidaten für dieses Amt gewonnen werden konnten, ließ sich Bürgermeister Braun überzeugen, erneut anzutreten. Denn bereits die begonnenen Projekte sind auf die demografische Entwicklung der Gemeinde ausgelegt. Das beginne mit dem Chorzentrum und der Umfeldgestaltung Klosterbrauerei und Altdorf Weißenohe (barrierefreier Ausbau), wie es bei der Neugestaltung des "Plärrers" bereits der Fall ist. "Wir müssen einfach berücksichtigen, dass es immer ältere Leute gibt. Auch viele Touristen kommen nach Weißenohe", erklärt Braun. Dazu benötige es entsprechende Verkehrsregelungen. Der Trend liege derzeit in beruhigten Verkehrszonen. "Diesen Weg haben wir vor einigen Jahren angefangen und es dauert sicher noch eine Wahlperiode, das komplett umzusetzen", meint Braun. Bei der Gemeindeentwicklung müsse der Bürgermeister vorangehen. Es seien Beziehungen, die Braun in den Jahren aufbauen konnte, die ausschlaggebend gewesen wären, ihn für dieses Amt erneut zu gewinnen. Schon jetzt seien 20 Prozent der Bürger über 65 Jahre. In zehn Jahren würden es noch mehr sein. Aber auch die seit einigen Jahren andauernden geburtenstarken Jahrgänge müssten berücksichtigt werden. Denn es gelte, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Die Erhöhung der Geburtenzahlen wirkt sich auf die Entwicklung der Kindertageseinrichtungen aus. Jedes Kind hat einen Anspruch auf einen Kitaplatz. "Reicht der Kindergarten aus? Sind auch genügend Krippenplätze da", nennt Braun die drängenden Fragen, die es zu klären gelte. Diese Fragen führen weiter. "Wie entwickelt sich dann die Schullandschaft? Sind genügend Klassenräume vorhanden? Viele Grundschulen sind aufgelassen worden, und reicht die Realschule in Gräfenberg aus", zählt Braun weiter auf. Mit der Verrentung leben künftig mehr Leute in den Kommunen, die nur noch die Grundsteuer zahlen. Doch die Infrastruktur - Wasser, Kanal, Kitas - müsse aufrechterhalten bleiben. Und Pflegeplätze für die alten Leute werden benötigt. "Das sind die Riesenvoraussetzungen für die Kommunen. Wir haben in den vergangenen fünf bis zehn Jahren im Infrastrukturbereich viel erreicht", betont Braun. "Je kleiner ein Ort ist, eine desto größere Rolle spielt der einzelne Bürger, den wir mitnehmen müssen", bekräftigt der amtierende Bürgermeister. Rudolf Braun nennt ein weiteres Ziel: weg vom Individualverkehr, hin zum ÖPNV, dessen Sprecher für den Landkreis Forchheim er ist. Für den Naturschutz hat sich die Gemeinde schon eingesetzt und eigene Flächen bereits in der Vergangenheit so bearbeitet, wie es nun gefordert wird.

Pilotprojekt

An einem Pilotprojekt - ausgehend vom Verein Wirtschaftsband A 9/Fränkische Schweiz - nimmt Weißenohe teil. Das nennt sich "interkommunales Kompensationsmanagement" und behandelt ökologische Ausgleichsflächen für Neubaugebiete. Die Gemeinden sind eine Art Gesellschaft, bringen ihre Flächen in einen Pool ein und können sich einkaufen, wenn Flächen benötigt werden. Während manche Gemeinden nur wenig Flächen zur Verfügung haben, gibt es auch Gemeinden, die viel anbieten können. Nicht zuletzt nennt Rudolf Braun die Stärkung des Ehrenamts. "Das ist wichtig, sonst können kleine Kommunen nicht überleben", beteuert Braun. Das also seien die Geschichten, die im Vorfeld angedeutet wurden und die ausschlaggebend dafür waren, dass er erneut als Bürgermeister antreten wird.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren