Weißenohe

Kreis Forchheim: Bürgermeister kandidiert, damit "es nicht den Bach runtergeht"

Der amtierende Bürgermeister Rudolf Braun (WGA) wurde erneut einstimmig als Bürgermeisterkandidat in Weißenohe nominiert.
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Viele junge Leute sind unter den Kandidaten der WGA Weißenohe Foto: Petra Malbrich
Viele junge Leute sind unter den Kandidaten der WGA Weißenohe Foto: Petra Malbrich

Vor allem hat Rudolf Braun die Demografie im Blick. Dieser Blick in die Zukunft beeinflusste die Aufstellungsversammlung der Wahlgemeinschaft der Arbeitnehmer (WGA) Weißenohe-Dorfhaus in der Gaststätte der Klosterbrauerei. Ehrenbürger Hans Schütz fungierte als Versammlungsleiter und Norbert Sulzbacher als Listenbeauftragter. Viele junge Leute zeigen in Weißenohe Interesse an der Kommunalpolitik. Sie fanden in der ersten Versammlung keinen Platz auf der Liste, weshalb es eine Erweiterung geben sollte. So wurde im Vorfeld beschlossen, statt der bisherigen zwölf Kandidaten 24 Kandidaten auf die Liste zu setzen. Geschichten habe es im Vorfeld gegeben. Welche, darauf ging Rudolf Braun nicht ein. Doch er betont: "Wir können nicht akzeptieren, dass es eventuell den Bach runtergeht." Mit "es" meinte er das Gemeindeleben allgemein und insbesondere die angefangenen Projekte, die man auf jeden Fall zu Ende führen möchte. Derzeit gebe es in ganz Deutschland betrachtet wieder geburtenstarke Jahrgänge. Doch noch bevor diese im Arbeitsleben stehen, treten in bereits zehn Jahren ebenso geburtenstarke Jahrgänge aus dem Arbeitsleben aus. Die Infrastruktur müsse aufrechterhalten bleiben. In der Gemeinde Weißenohe sind die Zahlen ähnlich wie im deutschlandweiten Vergleich. 20 Prozent der Bürger sind über 60 Jahre alt. In zehn Jahren werden es mehr als 25 Prozent sein. Dann werde es kritisch, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Steuereinnahmen und Zuschüsse würden nicht immer in dem Umfang fließen.

Junge Leute im Ort halten

"Wir haben deshalb die Herausforderung, die jungen Leute im Ort zu halten, Arbeitsplätze zu schaffen, und wir müssen das Geld richtig einsetzen, damit die nachfolgende Generation davon leben kann", sagte Braun. Interessierte junge Leute gab es genug. "Die 24er-Liste entstand aus dem Grund, dass etliche junge Bürger, die nicht auf die Liste kamen, doch einen Platz erhalten", erklärte Zweiter Bürgermeister Raimund Schwarz. Denn bei einer ersten Aufstellungsversammlung wurden zwölf Kandidaten auf der Liste beschlossen. Nun würde weiteren jungen Bürgern die Möglichkeit für einen Gemeinderatssitz gegeben werden. "Wir müssen auch an die nächste Wahl denken", fügte Gemeinderat Norbert Sulzbacher an. "Wir müssen uns stark verjüngen und die jungen Leute bei der Stange halten, nicht als Ersatzmann", forderte Sulzbacher. Im Gemeinderat fehle jetzt bereits eine Generation. "Der Jüngste ist 45 Jahre alt", ergänzte Braun. Trotzdem sollten sich die jungen Interessierten nicht entmutigen lassen, falls sie es nicht ins Gremium schaffen. Bei den Bürgern sei jedenfalls das Interesse der Kandidaten an der Gemeinde bekannt. In den Vereinen hätten sich diese jungen Frauen und Männer bereits eingebracht. "Das Ehrenamt wird verkannt. Doch es ist für die Bevölkerung eins der wichtigsten Ämter", betonte der Bürgermeister. Noch wichtiger jedoch sei es, zu überlegen, was jeder selbst einbringen könne. Zwei große Vereine gebe es im Ort, die den kleineren Vereinen helfen. Das funktioniere gut. Braun dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und zeigte sich sehr zufrieden mit seiner Liste.

Die Liste

Die WGA-Liste: Raimund Schwarz, Norbert Sulzbacher, Marc-André Schuhmann, Martin Pelikan, Tina Falkner, Jens Bauer, Monika Schwarz, Michael Schuhmann, Max Hackl, Martin Peschta, Marcus Fuchs, Armin Liebel, Oliver Schwarz, Tobias Bayerlein, Frederik Grätz, Frank Sandner, Astrid Duda, Anne Läufer, Karin Bayerlein, Werner Bayerlein, Christian Händl, Snezana Braun, Reinhard Schuhmann, Rudolf Braun; Ersatz: Christina Schwarz, Reinhold Bauer

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