Dormitz
Bürgerversammlung

Kreis Forchheim: Bürger beschweren sich über Verkehrssituation an der Hauptstraße

Die Verkehrssituation in der Hauptstraße war Hauptanliegen der Einwohner in der Bürgerversammlung Dormitz. 2020 ist eine Totalsperrung notwendig.
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Auf der Hauptstraße an der Straßenquerung Raiffeisenstraße (l.) zum Brandbachweg (r.), die auch von Schulkindern genutzt wird, fordern Bürger eine Querungshilfe. Foto: Karl Heinz Wirth
Auf der Hauptstraße an der Straßenquerung Raiffeisenstraße (l.) zum Brandbachweg (r.), die auch von Schulkindern genutzt wird, fordern Bürger eine Querungshilfe. Foto: Karl Heinz Wirth

In der sehr gut besuchten Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle in Dormitz war erläuterte Bürgermeister Holger Bezold (FW) in einem Rückblick die kommunalpolitischen Aktivität der Gemeinde. Eine Stunde benötigte Bezold für seinen Parforceritt durch die Gemeinde. So wurde seit seinem Amtsantritt 2014 der Schuldenstand von 810.000 auf 380.000 Euro bis Ende 2019 abgebaut, trotz erheblicher Investitionen, wie Bezold erklärte.

Es gebe weiter viel zu tun: So wolle man mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien und Senioren und mehr Baugrund schaffen. Die Sanierung gemeindlicher Straßen steht an und die Schulsanierung.

Straßenbauamt lehnt ab

Als die Bürger die Möglichkeit hatten, Fragen zu stellen, entwickelte sich die Verkehrssituation im Ort zum Hauptanliegen. Die Zunahme des Verkehrs belaste die Anwohner in der Hauptstraße erheblich, klagte ein Anwohner. "Das ist überall zu hören. Der Verkehr wird nicht weniger. Bei den vielen Gesprächen mit dem Straßenbauamt Bamberg wird uns immer wieder gesagt, auf einer Staatsstraße ist der Verkehr flüssig zu halten. Solange die Umgehungsstraße nicht geklärt ist, wird kein Geld in die Hauptstraße investiert. Ich habe keine Lösung parat", kommentierte Bezold den Bürgerbeitrag.

Ein Bürger merkte an, dass für die Überquerung der Hauptstraße von der Raiffeisenstraße zum Brandbachweg dringend eine Querungshilfe erforderlich sei. Die Gemeinde lasse sich vom Straßenbauamt gängeln und unternehme viel zu wenig dafür. "Ich möchte nur wissen, wer die Verantwortung übernimmt, wenn ein tödlicher Unfall passiert an dieser Stelle", sagte ein Bürger. Anwohner berichteten, dass dort viele Schulkinder auf dem Weg zur Bushaltestelle die Straße überqueren müssten. Ebenso schwer täten sich ältere Mitbürger, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind und auf einen Rollator angewiesen sind.

Den Vorwurf der Untätigkeit wies Bürgermeister Bezold energisch zurück. Denn das Straßenbauamt habe in den Gesprächen immer wieder darauf hingewiesen, dass die bestehende Straßenbreite eine Querungshilfe nicht zulasse. Sich jetzt hinzustellen und zu behaupten, die Gemeinde würde nichts unternehmen, sei nicht in Ordnung. "Ich erinnere nur daran", erklärte Bezold, "dass es diese Situation schon seit über 20 Jahren gibt und nicht erst seit 2014. Eine Umgehung ist nicht gewünscht, und in der Hauptstraße möchte man auch keinen Verkehr. Lösungen sind nur mit dem staatlichen Straßenbauamt im Dialog mit den Bürgern möglich."

Sperrung wegen Brückenneubau

Im kommenden Jahr wird die Brücke am Ortsausgang Richtung Neunkirchen neu gebaut, die eine Vollsperrung der Hauptstraße erfordert, voraussichtlich von Juni bis September. Eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer soll errichtet werden. Wie würden dann die Ausweichrouten Erleinhofer Straße, Baggersee Kleinsendelbach oder Rosenbach von der Gemeinde kontrolliert, wurde nachgefragt. Die Mitarbeiter der Verwaltung könnten dies keinesfalls übernehmen, sagte Bezold. Hierfür ist allein die Polizei zuständig. Fest steht, dass der Landkreis Forchheim eine weitläufige Umleitung ausarbeitet, in die auch der öffentliche Nahverkehr eingebunden wird.

"Wie ist der Sachstand Umgehungsstraße Dormitz?", wollte ein Bürger wissen. Hierzu würden im Moment die rund 800 Einwendungen von Bürgern bei der Regierung von Oberfranken ausgewertet und geprüft, berichtete der Bürgermeister. Sobald dies erfolgt sei - man rechne mit Mitte 2020 - werde es einen Erörterungstermin geben, zu dem alle Beschwerdeführer eingeladen würden.

Den Landkreis wechseln?

Warum würden die Bürger nicht darüber informiert, dass der Gemeinderat Dormitz darüber diskutiert habe, den Landkreis zu wechseln, fragte ein anderer Bürger. Am Stammtisch sei schon heftig diskutiert worden. Bezold erläuterte dazu: In einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung sei von einem Ratsmitglied am Schluss eine solche Aussage zwar geäußert worden, das Thema aber nicht als Tagesordnungspunkt behandelt worden. "Es erstaunt mich schon, dass Inhalte aus einer nichtöffentlichen Sitzung nach außen an den Stammtisch getragen werden", antwortete Bezold. Neben dem Verkehr wurde der Wunsch geäußert, ob man die Präsentation der Bürgerversammlung nicht auf die Homepage der Gemeinde stellen könnte, die hervorragend aufzeige, was der Gemeinderat seit 2014 erreicht habe. Bezold versprach, dies zu veranlassen, da alles öffentlich sei und nicht dem Datenschutz unterliege.

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