Neunkirchen am Brand
Kinderbetreuung

Kosten für Anbau am Kindergarten Ermreuth bereiten Sorgen

Mit einem Anbau erhält die integrative Kindertagesstätte Ermreuth weitere Räume und Barrierefreiheit. Eine weitere Idee soll geprüft werden.
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Der Kindergarten in Ermreuth mit öffentlicher Bücherei  Foto: Petra Malbrich
Der Kindergarten in Ermreuth mit öffentlicher Bücherei Foto: Petra Malbrich
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Als Schulgebäude wurde der integrative Kindergarten in Ermreuth zunächst genutzt. Anfang der 60er Jahre war es errichtet worden und seit Jahren ist dort der Kindergarten untergebracht. Um das Gebäude herum führt eine große Außenanlage mit viel Baumbestand. Seit 2016 ist die Diakonie Betriebsträger des Kindergartens. In einer Arbeitsgruppe, federführend organisiert vom Träger der Kita, wurde ein pädagogisches Konzept ausgearbeitet, das Peter Hanstein, Zweiter Vorsitzender der Diakonie für Kinder und Jugend, im Marktgemeinderat Neunkirchen am Brand vorgestellte. "Neubau oder Umbau war die Frage", erklärte Hanstein. Denn für die körperlich beeinträchtigten Kinder sei es unmöglich, ohne Aufzug die drei Ebenen der Kita zu erreichen. Zudem fehlt ein Aufenthaltsraum, eine Vorratskammer und auch ist Teamraum war zu klein. Ein Neubau schien die ideale Lösung zu sein, meinte Hanstein. "Doch etliche Gesichtspunkte sprechen gegen einen Neubau", sagte Hanstein.

Brandschutz

Da sei zunächst der Wert des bestehenden Gebäudes zu nennen. Der Bauträger habe zudem viel Geld in den Brandschutz und in die energetische Sanierung investiert. Auch die Außenanlagen wurden bereits mit erheblichem Aufwand saniert und seien aus pädagogischer Sicht vorbildlich. Bei einem Neubau müsste zwischenzeitlich durch eine Containerlösung der Betrieb sichergestellt werden. Die Bücherei würde womöglich auch verloren gehen. Mit einem Anbau könnten die guten vorhandenen Räume einschließlich der Bücherei erhalten bleiben. Andere Räume wie Sanitärräume und die Barrierefreiheit würden durch den Anbau geschaffen werden. Der Anbau umfasse eine Fläche von 43 Quadratmetern. Dort könnten dann die neuen Sanitäranlagen, eine barrierefreie Toilette und der Wickeltisch untergebracht werden. Die durch den Anbau frei werdenden Räume würden es ermöglichen, einen Personalraum zu schaffen, eine Küche und den Vorratsraum. Mit einer Hebebühne am Eingang Obergeschoss würde man barrierefreie Zugänge schaffen. Der Anbau wäre für die Bauphase 1 vorgesehen, der Betrieb könnte weiter stattfinden. Die Umgestaltung der frei gewordenen Räume würde in der zweiten Bauphase stattfinden, also in den Ferien.

Gefälle

Der Weg um das Gebäude herum zeigt ein Gefälle von sechs Prozent, dazwischen wären waagrechte Flächen, um auf die Höhe des Erdgeschosses zu kommen und so einen freien Zugang zu haben. Martin Walz (CSU) ärgerte sich zunächst, dass das Konzept seit Januar vorliege, der Gemeinderat jetzt erst davon Kenntnis erhalte. Er forderte aber eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema aufgrund der hohen Summe von genannten Kosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Das Projekt Anbau wurde für das Förderprogramm Sanierung Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen angemeldet. Angesichts dieser Kostennennung meldete auch Armin Spatz (CSU) Sorgen an. "Ich habe Bauchweh, da wir ein Drittel des Haushalts inzwischen für Kinder- und Jugendförderung ausgeben. Damit schaffen wir noch keine zusätzlichen Plätze", meinte Spatz. Sein Vorschlag sorgte dann zunächst für Ruhe im Saal: "Die vielen Baustellen und der Eigenanteil der Gemeinde sind mir zu hoch, deshalb sollten wir den Kindergarten in Ermreuth als normalen Kindergarten laufen lassen und eine integrative Gruppe in den neuen Kindergarten in Neunkirchen einbeziehen."

"Völlig neuer Gedanke"

"Das ist ein völlig neuer Gedanke", sagte Bürgermeister Heinz Richter (FW) und dem schienen die Gemeinderäte nicht abgeneigt zu sein. Zunächst allerdings erklärten Richter, Dritter Bürgermeister Andreas Pfister (SPD) und Hanstein, dass die Kostenschätzung nichts mit den realen Baukosten zu tun habe. In der Schnelle der Antragsstellung wurden geschätzte Gesamtkosten genannt. Den Anbau als kostengünstig bezifferte Hanstein mit 500.000 Euro und beruhigte die Gemeinderäte. Nichtsdestotrotz: "Der Vorschlag hat Charme, wenn wir den Kindergarten in Ermreuth vernünftig sanieren und sichern können", meinte Walz. Auch Pfister plädierte dafür, Armin Spatz' Idee aufzugreifen und bei der Kostenermittlung gegenüberzustellen.

Drei mögliche Standorte

Für die neue Kita in Neunkirchen wurden drei Standorte überprüft. Ein Grundstück bei der Mittelschule ist im Besitz der Gemeinde, die beiden anderen Grundstücke sind im Privatbesitz. Da zum einen zu hohe Preisvorstellungen existieren und andererseits keine schnelle Antwort zu erwarten sei, blieb nur der Standort bei der Mittelschule. Wer die Bauträgerschaft übernimmt, sorgte noch für längere Diskussion. Schließlich einigte sich der Rat, dass die Verwaltung beauftragt wird, mit dem Bauträger Kontakt aufzunehmen und ein pädagogisches Konzept in eine mögliche Planung einfließen zu lassen. Im Haushalt 2018 werden für die Planung 100.000 Euro außerplanmäßig bereitgestellt.

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