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Verbraucherschutz

Kontrollrückstand: Lebensmittelüberwacher im Landkreis Forchheim sind überlastet

Im Landkreis Forchheim fällt jeder dritte Kontrolle. Woran liegt das? Krankheitsbedingt sind die örtlichen Lebensmittelüberwacher am Limit.
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Um gefahrloses Schlemmen sicher zu stellen, sind die Kontrolleure auch im Forchheimer Kellerwald im Einsatz. Foto: Josef Hofbauer/Archiv
Um gefahrloses Schlemmen sicher zu stellen, sind die Kontrolleure auch im Forchheimer Kellerwald im Einsatz. Foto: Josef Hofbauer/Archiv

Ob Bierkeller, Imbissbude, Gasthof oder Einkaufsmarkt - die Lebensmittelüberwacher des Landratsamtes Forchheim schauen ganz genau hin. Sie sollen den Verbraucher vor Gefahren schützen, die von Essen und Trinken ausgehen könnten, indem sie Betriebe wie Restaurants, Bäckereien, Metzgereien oder Lebensmittelhändler kontrollieren. Die Kontrolleure besichtigen dafür unangekündigt die örtlichen Geschäfte, checken, ob es hygienisch zugeht und nehmen mitunter Proben, die untersucht werden.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert, dass deutschlandweit zu viele Kontrollen ausfallen. Auch im Landkreis Forchheim wird die vorgegebene Kontrollfrequenz nicht eingehalten, ergab die Nachfrage von Foodwach: Im Jahr 2018 war die Lebensmittelüberwachung mit 446 (von insgesamt 1477) Kontrollen im Rückstand. Das heißt, jede dritte Lebensmittelkontrolle im Landkreis Forchheim fiel aus.

Das Forchheimer Landratsamt gehört laut Foodwatch demnach zu 57 Behörden in Bayern, die mehr oder weniger stark von ihrem Soll an Kontrollen abweichen. Die Verbraucherschutzorganisation geht davon aus, dass "etwa drei Viertel der Behörden in Bayern es nicht schafft, die Vorgaben einzuhalten".

Einige Kontrolleure im Landkreis Forchheim sind krank

Der Leiter der Forchheimer Lebensmittelüberwachung, Bernhard Hauser, will sich dazu aktuell gegenüber dem FT nicht äußern. In seinem Namen erklärt der Pressesprecher des Landratsamtes, Holger Strehl: "Der Grund dafür, dass wir die Quote nicht erfüllen konnten, ist, dass eineinhalb Stellen aktuell wegen Krankheit nicht besetzt sind." Insgesamt sind für den gesamten Landkreis fünf Vollzeitstellen an Lebensmittelkontrolleuren vorgesehen. Sie sind für 2850 Lebensmittelbetriebe zuständig.

Weil einige Kollegen seit längerem krank seien, verteilt sich die Arbeit aktuell demnach auf 3,5 Vollzeitkräfte. Die Stellen sollen bald nachbesetzt werden, damit die Quote wieder erfüllt werden könne, betont Strehl. Gleichwohl merkt der Landratsamtssprecher an: "Unsere Lebensmittelüberwachung braucht jeden Mann und jede Frau. Selbst bei fünf Kontrolleuren sind die Kollegen immer gut ausgelastet."

Was bedeutet der Personalmangel für die Arbeit der Lebensmittelüberwacher? "Die Überwacher kennen ihre Betriebe natürlich. Deshalb konzentrieren sie sich auf die wesentlichen Betriebe, wo es zum Beispiel auch in der Vergangenheit größere Verfehlungen gegeben hat", erläutert Strehl.

Was macht die Lebensmittelüberwachung?

Bedarf Wie viele Lebensmittelkontrolleure in einem Landratsamt arbeiten, legt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Absprache mit den sieben Bezirksregierungen fest. Sachlich zuständig sind jeweils die Kreisverwaltungen mit ihrem Fachbereich für Lebensmittelüberwachung.

Aufgaben Die Lebensmittelüberwachung kontrolliert, ob die Unternehmen die rechtlichen Vorgaben einhalten. Ihre Aufgabe ist es,Verbraucherinnen und Verbraucher vor Gesundheitsgefahren, Irreführung und Täuschung zu schützen und dadurch ein hohes Niveau des gesundheitlichen Verbraucherschutzes sicherzustellen.

Kontrollen Die Überwacher kontrollieren risikoorientiert Betriebe, in denen Lebensmittel hergestellt, behandelt oder in Verkehr gebracht werden, also z.B. Herstellerbetriebe, Gaststätten, Lebensmittelhandel, Importeure, Imbissstuben und Wochenmärkte. Dabei überprüft sie unter anderem die Lebensmittelhygiene.

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