Forchheim
Wohnen

Kloster in Forchheim wird Wohnhaus

So viel Lob gibt es selten für ein Bauprojekt: Die Pläne für den Umbau des Redemptoristen-Klosters in Forchheim sind im Bauausschuss von allen Seiten gelobt worden. Das wird die Innenstadt aufwerten, sagte Stadtrat Erwin Held (FW).
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So soll der Kloster-Garten mit Penthäusern, Balkonen und Terrassen aussehen.  Fotos: PR
So soll der Kloster-Garten mit Penthäusern, Balkonen und Terrassen aussehen. Fotos: PR
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Wo früher die Redemptoristen-Brüder beteten, werden bald stolze Besitzer in schicken "Penthäusern" wohnen. Die Fassade des ehemaligen Klosters St. Anton bleibt weitgehend erhalten. Ansonsten verpasst eine bekannte Immobilien-Firma aus Erlangen dem historischen Gemäuer eine gründliche Schönheitskur.

Die konkreten Umbaupläne hat die Immobilien-Firma am Montag im Bauausschuss präsentiert. Das Immobilienunternehmen realisiert auf dem Klosteranwesen bis Ende des nächsten Jahres genau 57 Wohnungen. Im historischen Klostergebäude entstehen 19 Wohnungen.

Auch die ehemalige Brauerei bleibt erhalten. Hier entstehen drei Wohnungen. Dem Gebäude wird lediglich ein Penthouse mit Dachterrasse auf die Dachkrone gesetzt.

Abgerissen wird hingegen ein neuzeitlicher Anbau, der nicht unter Denkmalschutz steht. An gleicher Stelle soll ein dreigeschossiger Bau entstehen.
Auch hier darf das Penthouse-Geschoss "on top" nicht fehlen.

Klosterkirche bleibt erhalten

Im Rathaus staunten die Mitglieder des Ausschusses nicht schlecht über die schöne neue Kloster-Welt. Sogar an einen Spielplatz haben die Planer gedacht. Der Charakter und Charme des Ordenshauses bleibt auf den ersten Blick erhalten. Die Gärten greifen das spirituelle Kirchenjahr thematisch auf. Selbst die Klosterkirche bleibt erhalten. In dem Gotteshaus werden sogar weiterhin Gottesdienste stattfinden können. Dafür hat der Investor gemeinsam mit zwei Forchheimer Banken eine Stiftung gegründet.

"Wir wissen, wie sehr die Klosterkirche für viele Gläubige zu einer geistlichen Heimat geworden ist. Von daher freuen wir uns sehr, dass auch in Zukunft dort Gottesdienste gefeiert werden", sagte Pater Provinzial Edmund Hipp bei der Stiftungsgründung im Mai dieses Jahres. "In den vergangenen 90 Jahren wurde das kirchliche Leben der Gemeinde von den Redemptoristen geprägt. Hier wird Kirche gelebt, weshalb es mir ein wichtiges Anliegen war, den direkten Kontakt zur Gemeinde zu suchen", sagte Matthias Hubert, geschäftsführender Gesellschafter der Erlanger Immobilien-Firma Sontowski & Partner, die das Klostergelände erworben hat.

Die Farbe der Fassade noch unklar

Lediglich bei der Wahl der Farbe für die Fassade ist man sich noch nicht sicher. Mehr beige, mehr gelb - etwas heller oder etwas dunkler? Die Stadträte nehmen es gelassen hin. Das sei eben eine Frage des Geschmacks, war die einhellige Meinung. Das Farbkonzept wird soll mit der Provinzialleitung der Redemptoristen endgültig abgestimmt werden.

Einig war man sich auch in der Bewertung der Umbaupläne. "Ich muss den Planern ein Lob aussprechen. Die Pläne machen einen sehr harmonischen Eindruck. Das wird die Innenstadt aufwerten", sagte Erwin Held (FW). "Das kann ein Schmuckstück werden", lobte Markus Schmitt (CSU) die Umbaupläne.

Tiefgarage geplant

Die anspruchsvolle Kundschaft wird sich selbst um Parkplätze keine Sorgen machen müssen. In einer Tiefgarage sollen die "neuen Klosterbrüder" ausreichend Platz für ihre Vehikel finden. Pro Wohnung gibt es einen Stellplatz. Das macht der Investor freiwillig. Schließlich schreibt die Stellplatz-Verordnung in der Innenstadt nicht zwingend Parkplätze vor. Ein Großteil der Wohnungen soll per Aufzug direkt von der Tiefgarage erreichbar sein.

Mit dem Bau soll im Frühjahr 2014 begonnen werden. Wenn alles nach Plan läuft, können die ersten weltlichen Bewohner im Sommer 2015 in das Kloster einziehen. Die neue Pracht wird sich übrigens nicht hinter der wuchtigen Fassade verstecken. Durch ein Tor gelangt man auf einen Fußweg, der am Kloster-Garten vorbeiführt.
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