Forchheim
Festival

Klappstuhlwanderungen beim ZirkArt Festival in Forchheim

In Forchheim ist vom 7. bis 9. September internationale Zirkuskunst für die ganze Familie zu bewundern. Neu sind in diesem Jahr die mobilen Aufführungen zwischen den Bühnen, sogenannte Walkacts.
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Das Künstlerduo E1NZ aus der Schweiz vermischt Artistik  und Komik. Foto: ZirkArtFestival
Das Künstlerduo E1NZ aus der Schweiz vermischt Artistik und Komik. Foto: ZirkArtFestival
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Von Julia Heimberger

In acht Tagen beginnt am Freitagabend auf dem Rathausplatz das ZirkArt-Festival mit der großen Eröffnungsgala. Der Galaabend sei ein "Appetithappen", sagt Annika Gloystein vom Organisationskomitee. So könnten die Besucher einen ersten Eindruck von den internationalen Künstlern und dem vielfältigen Programm erhalten.

Zu sehen sind am Freitag sieben von insgesamt zwanzig Künstlergruppen, "wobei aktuell eine Künstlerin wegen einer Verletzung abgesagt hat, wir arbeiten aber an Plan B", erklärt Lorenz Deutsch, der Festival-Leiter. Zu sehen sind nicht nur Artisten und ihr professionelles Können, sondern auch kurze Theaterstücke im öffentlichen Raum. Wegen der schönen Altstadt und den tollen Fachwerkhäusern habe das Festival "einen Flair, der auch den Künstlern sehr gut gefällt", erläutert Lorenz Deutsch.

Eintritt sichert Künstlern die Gage

Während andere Veranstaltungen wie "Bamberg zaubert" kostenlos sind, zahlen die ZirkArt-Besucher einen Eintritt von zwölf Euro für ein Tagesticket. Das habe den Vorteil, dass die Künstler nicht auf das "Hutgeld", also die freiwilligen Spenden des Publikums angewiesen seien. "Wir können den Artisten eine angemessene Gage bieten und die Besucher zahlen einen fairen Preis", meint Annika Gloystein. Bis zu 10 000 Gäste erwartet sie dieses Jahr, "aber das verläuft sich auf dem Gelände und das Festival ist ganz entspannt".

Bis zu 80 ehrenamtliche Helfer

Zu dieser Atmosphäre tragen auch die bis zu 80 ehrenamtlichen Helfer bei. Der Vorsitzende des Jungen Theaters Forchheim, Ulrich Raab, betont, wie wichtig die Freiwilligen für die gesamt Organisation sind. "Sobald irgendwo Chaos entsteht, ist sofort eine ordnende Hand da."

So eine helfende Hand ist auch der Walkact Herr Richtig, der als mobile Security auf dem Gelände für das perfekte Chaos sorgt. Einige der Künstler stammen aus Deutschland, so wie Michi Marchner, der als "Hochleistungsinstrumentalanarchist" mit Pop-Up-Konzerten auf dem Gelände unterwegs sein wird.

Viele internationale Künstler

Da die Festivalleitung großen Wert auf Internationalität legt, werden auch französische Stelzenläufer die Straßen bevölkern und in ihren bunten Gewändern tolle Fotomotive bieten. Aus der Schweiz stammt das Duo E1NZ, welche mit Artistik und Jonglage über das Leben eines Kellners sinniert. Das holländische Künstlerpaar Fabuloka reist mit einer fünf Meter langen Stahlkonstruktion an und erzählt mittels Akrobatik und Jonglage eine poetische Geschichte aus einer anderen Welt. Auch ein Clown darf nicht fehlen: Der Italiener Marco Borghetti verzaubert sein Publikum als Tobia Circus mit einer surrealen Show mit Besen und deren Widerstand gegen die Schwerkraft.

Für jeden etwas dabei

Durch diese Vielfalt an Künstlern und Stilrichtungen biete das Festival jedem etwas, meint Lorenz Deutsch. "Egal ob Theaterleute, Artistik-Fan, für Familien oder alle, die einfach mal gucken wollen, es ist für jeden etwas dabei". Maximilian Teschemacher von der Organisation fügt hinzu, dass es als optisches Highlight auf dem Festivalgelände 25 selbst gestaltete Fahnen gebe. Kreiert wurden diese von den zehnten Klassen des Ehrenbürg-Gymnasiums in Forchheim.

500 rote Klappstühle

Ein weiterer Partner sei die Sparkasse Forchheim, die 500 rote Klappstühle für die Besucher bereitstelle. "Diese kann man überall mit hinnehmen, so kommt es dann immer zu einer Klappstuhlwanderung", lacht Lorenz Deutsch. Für Kinder und Jugendliche gibt es zudem Mitmach-und Schnupperangebote im Pfalzgraben, um selbst einmal aktiv zu werden - jeder ist willkommen.

Stress müsse man sich auf dem Fest keinen machen, denn jeder Künstler spiele mehrmals und an beiden Veranstaltungstagen. Kurzfristige Programmänderungen seien aber immer möglich, die Besucher sollten daher auf etwaige Änderungen auf den Programmtafeln achten, rät Annika Gloystein. Zu sehen sind die Künstler am Samstag, 8. September von 15 bis 22 Uhr und am Sonntag, 9. September von 14 bis 22 Uhr.



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