Pretzfeld
Wanderserie

Kirschenweg bei Pretzfeld: Wandern im weißen Blütenmeer

Unsere Wanderserie durch die Fränkische Schweiz beginnt in Pretzfeld. Im Frühjahr locken hier die strahlend weißen Kirschgärten. Doch die Rundtour bietet weit mehr als nur beeindruckend blühende Obstbäume.
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Der Frühling ist die beste Zeit für den Pretzfelder Kirschenweg. Foto: Ronald Heck
Der Frühling ist die beste Zeit für den Pretzfelder Kirschenweg. Foto: Ronald Heck
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Leuchtend weiße Baumkronen säumen meinen Weg. Die Sonne blitzt durch die Wolken, ihre Strahlen lassen die ersten Kirschblüten des Jahres noch heller scheinen. Jetzt weiß ich, warum der Frühling die beste Zeit für den Pretzfelder Kirschenweg ist.

Meine Tour startet am Bahnhof. An der Kirche St. Kilian vorbei laufe ich durch die Marktgemeinde hinauf in Richtung Pretzfelder Keller. Kurz nach dem Ortsausgang begrüßen mich die ersten großen und kleinen Süßkirschen. Noch blühen nicht alle schneeweiß, die Kirschblüte beginnt Mitte April. Auf den grünen Wiesen rund um die kleine Angerkapelle stehen aber einzelne Bäume bereits in ihrer vollen Blütenpracht.

Aufstieg zum Kellerwald und noch weiter

Immer den Wegweisern mit dem roten Kirschenpaar nach wandere ich weiter. Der steile Anstieg zum Kellerwald bringt mich erstmals zum Schwitzen. Oben am Pretzfelder Keller entschädigt der weite Ausblick ins Trubachtal für die Strapazen. An den Felsenkellern vorbei geht es immer - teils recht steil - bergauf, bis ich mitten im Wald auf den jüdischen Friedhof treffe. Auf weichen Forstwegen wandere ich durch den Mischwald, der auch "Herrenwald" genannt wird.

Outdoor-Erlebnis auf dem Weg ins Tal

Nach einer Weile entlang der Straße, weist ein Holzschild den Weg hinunter in Richtung Wannbach. Jetzt führt die Wanderung über Stock und Stein durch den Wald entlang des Weißenbachs zurück ins Tal. Spätestens jetzt bin ich froh, dass ich feste Wanderschuhe angezogen habe. Der Naturerlebnispfad Kirschenweg bietet, neben interessanten Infostationen zu Geologie, Flora und Fauna, für Wanderer und Wanderinnen auch ein echtes Outdoor-Erlebnis. Eines der Highlights durch den Wald: An einem oberen Abschnitt hat das seichte Gewässer schöne Stufen gebildet.

Gemütlich durch das Trubachtal

Dann sehe ich am Waldrand plötzlich wieder weiße Obstbäume: Ich habe den Pretzfelder Ortsteil Wannbach erreicht. Die Hälfte der rund zehn Kilometer ist geschafft. Im Dorf schmücken gerade ein paar Frauen den Osterbrunnen mit bunten Eiern. Nach einem kurzen Plausch folge ich der Trubach, an Lützelsdorf vorbei, weiter in Richtung Hagenbach.

Auf den asphaltierten Wegen gleicht die letzte, ebene Etappe einem gemütlichen Spaziergang. Den Wanderer und die Wanderin begleiten rund um Hagenbach jedoch die beeindruckenden Obstgärten links und rechts, mit langen Reihen von prächtigen Kirsch-, Birnen- und Apfelbäumen. In ein paar Tagen ist das Blütenmeer auf den satten grünen Wiesen hier sicherlich noch leuchtender.

Die Fränkische erkunden

Nach rund drei Stunden Wanderung auf dem Kirschenweg erreiche ich wieder die Kilianskirche und bin überzeugt: Die Kirschblüte rund um Pretzfeld ist ein sehenswertes Naturschauspiel. Wer eine Landschaft voller leuchtender Obstbäume erleben, dabei Wissenswertes über die Fränkische Schweiz lernen möchte - und etwas Kondition mitbringt - für den ist der Pretzfelder Kirschenlehrpfad im Frühling genau das richtige.

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