LKR Forchheim
Kirche

Kirchlicher Umbruch wirkt sich auf neues Dekanat Forchheim aus

Die Kirche ist im Umbruch, der Gläubigenrückgang hinterlässt Spuren. Wie wirkt sich die Strukturreform im Bistum Bamberg auf das neue Dekanat Forchheim aus?
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Die Kirche St. Wolfgang in Hausen. Das Forchheimer Pastoralteam erweitert sich nun um die Verantwortlichen der Pfarreien Heroldsbach und Hausen. Foto: Barbara Herbst
Die Kirche St. Wolfgang in Hausen. Das Forchheimer Pastoralteam erweitert sich nun um die Verantwortlichen der Pfarreien Heroldsbach und Hausen. Foto: Barbara Herbst

Die Kirche hat sich neu ausgerichtet. Eine andere Struktur wird im Erzbistum Bamberg aufgebaut, viele Pfarreien werden ab 1. September zu neuen Seelsorgebereichen zusammengeschlossen. Aus den 95 Seelsorgebereichen und 21 Dekanaten, die in sechs Regionen im Erzbistum aufgeteilt waren, sind 35 Seelsorgebereiche geworden. Diese sind auf zehn Dekanate aufgeteilt. Das Dekanat Forchheim wird mit 87.412 Katholiken das drittgrößte im Bistum sein. Regionen gibt es nicht mehr. Einer der neuen Seelsorgebereiche heißt künftig Neubau und besteht aus den Pfarreien Poxdorf, Langensendelbach, Effeltrich, Neunkirchen am Brand, Hetzles, Dormitz, Weißenohe, Stöckach-Forth und Eckenhaid. "Dass man nun alles zusammen macht, ist eine Illusion. Die Kommunionkinder aus Poxdorf müssen nicht nach Gräfenberg und es wird auch keine Fronleichnamsprozession von Poxdorf bis nach Weißenohe geben", sagt Pfarrer Joachim Cibura aus Neunkirchen. Das käme dann einer Wallfahrt gleich, fügt er scherzhaft an. Zugleich will der Seelsorger damit den Gläubigen die Angst nehmen, dass sich für sie zu viel in den gewohnten Traditionen und Strukturen ändert. Die Zusammenarbeit werde enger sein, das ehrenamtliche Arbeiten und Wirken vor Ort geschützt und gestärkt. Vor allem auch in dem Namen des neuen Seelsorgebereichs Neubau werde das verdeutlicht. Joachim Cibura war der Hauptkoordinator für diesen Neustrukturierungsprozess. Wer leitender Pfarrer wird, ist noch nicht benannt. Aber Neunkirchen am Brand wird der Hauptsitz des neuen Seelsorgebereichs Neubau sein. Dabei lautete der Namensvorschlag der Diözese "Neunkirchen am Brand" oder "Am Brandbach". Beide Vorschläge wurden von dem Übergangsgremium abgelehnt, hatten doch mit den Namensvorschlägen nur die Neunkirchener Gläubigen einen Bezug. Auf den Namen Neubau kam Joachim Cibura durch einen Schüler, der dort wohnt. Die kirchliche und politische Zugehörigkeit des Ortes tangiert bereits mehrere Pfarreien des neuen Seelsorgebereichs. Zugleich liegt der Weiler mittig im neuen Gebiet. "Wir wollen etwas Neues bauen. Der Name ist Ansporn und Verpflichtung", sagt Cibura. Zugleich habe sich Jesus für die Schwachen und Kleinen eingesetzt. Neubau ist der kleinste Ort im neuen Seelsorgebereich und fand durch diese vielfältige Bedeutung des Namens auch die mehrheitliche Zustimmung des Übergangsgremiums.

Als Beichtvater in andere Orte

Wenn nun die Neuausrichtung der neuen Bereiche beginnt, betrifft das zunächst die engere Zusammenarbeit, das gegenseitige Aushelfen unter den hauptamtlichen Mitarbeitern. "Ich wurde als Beichtvater für Langensendelbach und Effeltrich eingeladen", nennt der Weißenoher Pfarrer Andreas Hornung ein Beispiel. Auch wenn ein Pfarrer verhindert ist, werde noch mehr auf das Aushelfen geachtet. Solange die Pfarreien personell aufgestellt sind wie jetzt, wird eine engere Zusammenarbeit der Hauptamtlichen die Veränderung sein.

Personelle Veränderungen

Doch personelle Veränderungen stehen schon an. "Dann wird es schwieriger", sagt Cibura. Dass jemand nachrücke, sei weniger zu erwarten. "Das Thema des Mangels an geistlichen und pastoralen Berufen bewegt uns schon viele Jahre. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir inzwischen auch einen massiven Gläubigenmangel spüren", sagt der Forchheimer Stadtpfarrer Martin Emge. Er erklärt: "Dass wir in einem Umbruch stehen, ist nicht zu verleugnen. Deswegen ist ein beherztes Zupacken wichtig. Wenn wir die veränderte Situation nicht gestalten, verlieren wir unseren Gestaltungsspielraum. Die Strukturreform gibt uns dazu eine Chance." Aber es gibt auch spürbare Änderungen im gesamten Landkreis Forchheim durch die Neuausrichtung. "Die Vergrößerung der Seelsorgebereiche ist sicher eine Herausforderung für alle Betroffenen. Die Notwendigkeit der Neustrukturierung der Pastoral fordert seinen Tribut: Die Fülle der Angebote wird sich reduzieren, die Gottesdienstzeiten können sich verändern, die Zusammenarbeit erfordert Mobilität, und für Ehren- und Hauptamtliche kann es zu Mehrarbeit kommen", erklärt Regionaldekan Emge.

Engere Zusammenarbeit

Die engere Zusammenarbeit ist in den katholischen Pfarreien in Forchheim schon seit drei Jahren an der Tagesordnung. Emge erläutert: "Unser Pastoralteam erweitert sich nun um die Verantwortlichen der Pfarreien Heroldsbach und Hausen. Künftig besteht unser Team aus einem leitenden Pfarrer, vier Pfarrvikaren, zwei Pastoralreferenten, einem Gemeindereferenten, einem Diakon und einem Priesterkandidaten, der vor seiner Diakonenweihe steht." Gläubige und ihre Seelsorger müssen also großräumiger zusammenarbeiten. "Ab Herbst sind die Pfarreien aufgerufen, auf der Grundlage des vorliegenden Pastoralplanes der Diözese vor Ort zu prüfen, wie eine zukunftsgerechte Pastoral im jeweiligen Sozialraum der neuen pastoralen Räume aussehen könnte", sagt der Regionaldekan.

So sieht das neue Dekanat Forchheim aus

Für Forchheim, die bisherige Region IV im Bistum, die aus den Dekanaten Ebermannstadt, Höchstadt und Forchheim bestand, bedeutet dies, dass sie zu einem Dekanat Forchheim wird, das aus fünf Seelsorgebereichen besteht: Höchstadt mit den Pfarreien Sterpersdorf, Gremsdorf, Etzelskirchen, Zentbechhofen, Adelsdorf, Aisch und dem Verwaltungssitz Höchstadt

Jura-Aisch mit den Pfarreien Buttenheim, Gunzendorf, Tiefenpölz, Heiligenstadt-Burggrub, Eggolsheim, Drügendorf, Drosendorf, Pautzfeld, Hallerndorf, Schnaid, Willersdorf und dem Verwaltungssitz in Eggolsheim

Neubau mit den Pfarreien Poxdorf, Langensendelbach, Effeltrich, Neunkirchen am Brand, Hetzles, Dormitz, Weißenohe, Stöckach-Forth, Eckenhaid und dem Verwaltungssitz Neunkirchen Fränkische Schweiz mit Unterleinleiter, Ebermannstadt, Niedermirsberg, Kirchehrenbach, Weilersbach, Pretzfeld, Gößweinstein, Moggast, Wichsenstein, Leutenbach, Weingarts-Regensberg, Obertrubach, Pinzberg, Wiesenthau und dem Verwaltungssitz Ebermannstadt

Forchheim mit den Pfarreien Heroldsbach, Hausen, Buckenhofen, Burk, Reuth, Don Bosco, Verklärung Christi, St. Martin Kersbach und dem Verwaltungssitz Forchheim St. Martin

In dieser Aufzählung sind alle Filialkirchen und jene Orte nicht enthalten, die keine Pfarreien sind. Insgesamt wird das neue Dekanat Forchheim aus 87.412 Katholiken bestehen, die in 50 Pfarreien beziehungsweise Kuratien beheimatet sind.

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