Kirchehrenbach
Umwelt

Fränkischer Getränkemarkt verbannt Einweg-Plastikflaschen

Ein Getränkemarkt aus Oberfranken sagt Einweg-Plastikflaschen den Kampf an. Der Jungunternehmer möchte damit ein Zeichen setzen.
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Ein Getränkemarkt aus Oberfranken sagt Einweg-Plastikflaschen den Kampf an. Symbolfoto: George Becker/pexels.com
Ein Getränkemarkt aus Oberfranken sagt Einweg-Plastikflaschen den Kampf an. Symbolfoto: George Becker/pexels.com
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Fränkischer Getränkemarkt verbannt Einweg-Plastikflaschen: Florian Lochner reicht es. Der junge Unternehmer aus dem oberfränkischen Kirchehrenbach (Kreis Forchheim) rechnet mit dem Kaufverhalten vieler Menschen ab. Seine Konsequenz: Er verbannt Einweg-Plastikflaschen. Lochner betreibt einen Spirituosenladen im Ortskern. Im Erdgeschoss seines Geschäfts befindet sich ein "ländlicher Getränkemarkt", wie der Oberfranke erzählt. Bald wird es dort keine Plastikflaschen der Einwegvariante mehr zu kaufen geben.

Einweg-Plastikflaschen: Getränkemarkt in Kirchehrenbach greift durch

Ab dem 1. Oktober 2019 bestellt der Getränkemarkt weder Einwegkunststoff noch unbepfandeten Kunststoff nach. Mit dieser Maßnahme nehme er den Kunden schlichtweg die Entscheidung ab, im Regal nicht mehr zu Einwegflaschen zu greifen: "So dreist bin ich einfach mal, weil ich es für richtig halte, als Unternehmer dagegen etwas zu tun", begründet Lochner seine Entscheidung in einem Video via Facebook.

"Es ist nicht mehr zeitgemäß, jeden Schmarn in eine Plastikflasche reinzuknallen" - Florian Lochner

Damit will der 26-Jährige ein Zeichen setzen: Im Gespräch mit inFranken.de erzählt er, dass ihn das Thema seit längerer Zeit nicht losgelassen habe. "Dann dachte ich mir, jetzt wird es Zeit". Rund eine Woche nachdem der Kirchehrenbacher Getränkemarkt diesen Schritt gegangen ist, zieht der Jungunternehmer ein erstes Fazit: "Viele Kunden freuen sich über die Entscheidung. Wir erhalten viel Zuspruch im Laden." Zudem macht Lochner deutlich, dass er vielen Interessierten erst einmal erkläre, dass "Plastik nicht gleich Plastik" sei. Er appelliert beispielsweise an seine Kunden darauf zu achten, was sie kaufen. Dabei kritisiert der 26 Jahre junge Oberfranke vor allem seine Generation: "Komischerweise sind immer die Leute zu faul, Glasflaschen zu tragen, die eigentlich im einem Alter sind, um das schaffen zu können." Damit spielt Lochner auf das wachsende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung an, das wohl noch nicht im Getränkemarkt angekommen ist.

Der fränkische Unternehmer ist nicht der erste Getränkemarktbetreiber, der nicht mehr auf Einweg-Plastik setzt. Hans-Peter Kastner aus Stuttgart platzte vor einigen Monaten der Kragen. Er verbannte das Einwegplastik aus seinen Regalen und machte seinem Ärger über das Kaufverhalten und die Doppelmoral Luft. Edeka sorgte zuletzt mit einem drastischen Werbespot für Aufsehen: Darin wurde ein Baby in einer Plastikverpackung geboren. inFranken.de-Redakteurin Dunja Neupert hat den Selbstversuch gewagt, 40 Tage plastikfrei zu leben: Das ist ihr Resumé des Experimentes.
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