Forchheim

Kinderpornos über "WhatsApp" weitergeleitet

Ein 26-Jähriger aus dem Landkreis Forchheim hatte über "WhatsApp" Schmuddelfotos empfangen und weiterverschickt. Das Amtsgericht Forchheim wertet dies als "Besitz und Vertrieb von kinderpornografischen Schriften". Der Täter zeigt sich reumütig.
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Ein Fahnder sitzt vor einem Computerschirm mit Kinderpornos.Symbolfoto: Peter Förster/dpa
Ein Fahnder sitzt vor einem Computerschirm mit Kinderpornos.Symbolfoto: Peter Förster/dpa
Mit gesenktem Blick, die Finger ineinander verschränkt, verfolgt der 26-jährige Angeklagte die Verhandlung. Der Industriemechaniker aus dem Landkreis muss sich vor Richterin Silke Schneider verantworten, weil er kinderpornografische Bilder besessen und via Handy weitergegeben hatte. Die Quittung dafür: fünf Monate Freiheitsentzug auf Bewährung und 2500 Euro Geldstrafe. Außerdem wurde sein Smartphone, auf dem er die Schmuddel-Dateien gespeichert und verschickt hatte, eingezogen.


In vollem Umfang geständig

Der Angeklagte zeigte sich in vollem Umfang geständig. Er bestätigte die Einlassung von Staatsanwalt Stefan Meyer, der ihm vorgeworfen hatte, über "WhatsApp" im Oktober vergangenen Jahres sechs kinderpornografische Bilder erhalten und an einen anderen weiterverschickt zu haben. Die Bilder zeigten den Geschlechtsverkehr eines erwachsenen Mannes mit einem zehn- bis zwölfjährigen Mädchen, den Oralverkehr eines Mädchen mit einem sechs bis zehn Jahre alten Buben und ein Mädchen, das sich einen künstlichen Penis in die Vagina einführt.

"Ja", bestätigt der 26-Jährige mit fester, klarer Stimme, da seien einige Bilder dabeigewesen, die man der Kinderpornografie zuordnen könne. Allerdings habe er nur pornografische Fotos erwachsener Frauen haben wollen, verteidigte sich der Angeklagte. Warum er dann die Kinderpornos nicht wieder gelöscht und alle erhaltenen Bilder im Paket weitergeschickt hatte, könne er sich heute nicht mehr erklären. Im Nachhinein habe er "schon realisiert, dass das nicht in Ordnung war", zeigte sich der Junggeselle einsichtig. "Sie haben damals die falsche Entscheidung getroffen" , stellte Amtsrichterin Silke Schneider fest, die davon ausging, dass es sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt habe. "Ich glaube Ihnen, dass sie keine pädophilen Neigungen haben", erklärte die Richterin, nachdem der Angeklagte eine entsprechende Nachfrage seines Verteidigers Gunter Bierfelder vehement verneint hatte.


Keine kriminelle Energie

Im Gegensatz zu Staatsanwalt Stefan Meyer, der für das Vergehen eine sechsmonatige Freiheitsstrafe und ein Bußgeld von 3000 Euro verlangt hatte, vertrat Rechtsanwalt Bierfelder die Auffassung, dass das Strafmaß geringer ausfallen müsse. Immerhin gehöre keine kriminelle Energie dazu, um an derartige Bilder zu kommen. Das gehe bequem von zuhause aus.

Zu berücksichtigen sei auch, dass die Durchsuchung der Wohnung seines Mandanten nach weiteren Pornobildern "erheblichen Eindruck" auf seinen Klienten gemacht habe. Außerdem habe sich der Vorfall an einem einzigen Tag abgespielt. Deshalb sei das Strafmaß mit vier Monaten Freiheitsentzug am unteren Rand der dafür vorgesehenen Spanne anzusiedeln.


"Bereue zutiefst"

"Ich bereue zutiefst, was ich gemacht habe", bekannte der Angeklagte, der das letzte Wort hatte. Ohne eine Pause einzulegen, entschied sich Richterin Silke Schneider bei der Strafzumessung für den Kompromiss von fünf Monaten Freiheitsentzug, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Die Geldstrafe von 2500 Euro, die der Angeklagte an die ADAC-Luftrettung überweisen muss, kann er in monatlichen Raten von 100 Euro abstottern.

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