Hiltpoltstein
Erste Hilfe

Kinder lernen die stabile Seitenlage

Viele Menschen sind verunsichert, wenn es darum geht, in Notsituationen zu helfen. Um die Angst davor zu verlieren, haben dies nun Vorschulkinder geübt.
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Vickys Freundin liegt am Boden und Vicky bringt sie in die stabile Seitenlage.  Rechts hinten Gunter Krieger vom ASBPetra Malbrich
Vickys Freundin liegt am Boden und Vicky bringt sie in die stabile Seitenlage. Rechts hinten Gunter Krieger vom ASBPetra Malbrich
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Vickys Freundin liegt wie leblos am Boden. "Was ist mit dir? Geht es dir nicht gut?", fragt Vicky. Doch ihre Freundin reagiert nicht. Vicky beugt sich hinunter, hört, ob das Mädchen noch atmet. Zum Glück tut sie das und so bringt Vicky ihre Freundin in die stabile Seitenlage.

Alltäglich und selbstverständlich ist das nicht. Selbst bei den Erwachsenen ist die Angst, bei der Ersten Hilfe das Falsche zu tun, groß. Um diese Angst zu verlieren, um anderen zu helfen, aber auch, um für sich selbst Sicherheit zu gewinnen, haben sich die Vorschulkinder der Kinderburg Hiltpoltstein mit den Themen Erste Hilfe und Sicherheit intensiv auseinandergesetzt.

Auch Polizei und Feuerwehr vor Ort

Dazu war an verschiedenen Tagen die Feuerwehr in der Kinderburg, um Brandschutz zu zeigen, die Polizei war vor Ort, um die Kinder zu lehren, wie sie sich sicher im Straßenverkehr verhalten und nun war Gunter Krieger von der ASB Rettungswache Gräfenberg da, um mit den Kindern die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen zu üben.

Wann also braucht es die stabile Seitenlage? "Wenn jemand ohnmächtig ist. Damit die Spucke herauslaufen kann", sagen die Kinder. Gunter Krieger nickt. An der eigenen Spucke zu ersticken, das ist schon vorgekommen, obwohl wenige einfache Handgriffe das verhindern könnten.

Ziel: Angst verlieren

Doch hinter dem Erste-Hilfe-Kurs, der zwei Stunden dauert, steckt mehr: "Die Kinder sollen die Angst verlieren", erklärt Lisa Meier, die Leiterin der Kinderburg. Sie und ihre Kollegin Eva Schlebe teilen sich die Leitung und haben das Thema Erste Hilfe mit den Kindern erarbeitet. Mehr noch: "Es ist ein Unterschied, ob man Erste Hilfe leistet oder Erste Hilfe am Kind leistet", erklärt Meier.

Die Erzieherinnen müssen alle zwei Jahre ihren Erste.Hilfe.Kurs auffrischen. Gerade da bemerken sie die feinen Unterschiede zwischen Erster Hilfe und Erster Hilfe am Kind. "Was tun, wenn ein Kind etwas verschluckt hat? Wie wird eine Brandwunde richtig versorgt", nennt Lisa Meier Beispiele aus diesem speziellen Bereich. Deshalb bieten sie auch den Eltern einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind an.

Fährt ein Kind im Rettungswagen mit, wartet ein Teddy auf den jungen Patienten. Diesen Teddy hat Gunter Krieger mitgebracht. Aber es stehen auch Koffer im Rettungswagen herum. "Die braucht der Arzt", rufen die Kinder, die den Rettungswagen mit all den Kabeln und Gerätschaften bereits von innen begutachten durften.

Die Daumen und die 112

Den meisten Kindern fällt eine persönliche Geschichte dazu ein. Ein Kind lag selbst schon als Patient im Rettungswagen, ein anderes konnte dem Opa helfen. Ist niemand im Haus und ein Notfall ist passiert, dann wählen sie zunächst die Notrufnummer. Wie man sich diese auch bei all dem Schreck und der Aufregung in einer Akutsituation merken kann? "1 linker Daumen und 1 rechter Daumen sind 2 Daumen. 112", erklären die Mädchen und Jungen und zeigen die wichtige Rufnummer mit ihren Daumen an.

Gunter Krieger nickt. Seit etlichen Jahrzehnten ist er in Kindergärten und Schulen unterwegs, um mit den Kindern und Jugendlichen Erste Hilfe Maßnahmen einzuüben, von der Ausbildung zum Juniorsanitäter bis hin zur Ausbildung zum Schulsanitäter. "Das ist schon immer ein sehr wichtiger Bereich in der Jugendbildung", informiert Krieger.

Der Spaß darf nicht fehlen

Tatsächlich hatten die meisten beruflichen Sanitäter oder sogar Notärzte bereits Schulsanitärdienst geleistet. Besonders schön findet Krieger, wenn er Patienten in die Notaufnahme bringt und der diensthabende Arzt einst als Schüler oder Kindergartenkind bei Krieger die Erste Hilfe Maßnahmen gelernt hat.

Während der Rettungsfachmann Gunter Krieger das erzählt, malen die Kinder einen Rettungshubschrauber aus. Dann erzählt Krieger die nächste Bildergeschichte. Ein Mädchen schneidet Gemüse und schneidet sich in den Finger. Es blutet. Wie bringt man ein Pflaster richtig an, wie verbindet man ein Knie und was sagt man überhaupt, wenn man den Notarzt gerufen hat - das alles haben die Kinder in der kurzen Zeit gelernt.

Und ein bisschen Spaß ist auch dabei. "Ich lade den Notarzt zu meiner Halloweenparty ein", sagt ein Mädchen lachend. Auf spaßige Art und Weise wurden sie an das richtige Verhalten im akuten Ernstfall der Situation herangeführt. "Natürlich tue ich das nicht. Ich sage den Namen und die Adresse", klärt das Mädchen auf und malt dann einen Rettungswagen aus.

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