Ebermannstadt
Umwelt

Kinder lernen den Wald kennen

Bäume sind mehr als totes Holz. Warum diese Pflanzengemeinschaft so wichtig ist, erfuhren Kinder aus dritten und vierten Klassen der Umgebung beim Waldtag auf Burg Feuerstein.
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Das Leben unter der Borke erläuterte Daniel Schenk (r.).
Das Leben unter der Borke erläuterte Daniel Schenk (r.).
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Es war wieder Waldtag auf Burg Feuerstein. An der gemeinsamen Veranstaltung des Jugendhauses Burg Feuerstein und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Bamberg, nahmen zehn Klassen mit rund 200 Kindern der dritten und vierten Jahrgangsstufe teil. Sie kamen aus umliegenden Grundschulen im Raum zwischen Pinzberg, Eggolsheim und Wiesenttal. Je ein Förster des AELF begleitete eine Klasse und stellte sich den Fragen der Kleinen.

Ludwig Thiem, zuständig für den landwirtschaftlichen Betrieb auf Burg Feuerstein, hatte eine Freifläche im Wald zu Bepflanzung vorbereitet, wohl die wichtigste der vier Stationen des Tages. 200 Baumpflanzen spendierte eine befreundete Baumschule. Jedes Kind pflanzte selbst mit großem Eifer ein Waldbäumchen und versah es als Pate mit seinem Namensschild. Mit dieser Aktion soll bewusst gemacht werden, dass Wald lebt, Waldbewirtschaftung eben nicht nur Holzernte bedeutet, sondern die Neuanpflanzung auch ganz wichtig und notwendig ist.

Auf Insektensuche gingen die jungen Entdecker an einer weiteren Station. Hier galt es, Hammer und Meißel in die Hand zu nehmen, um die Rinde zu lösen und zu entdecken, was sich unter der Rinde eines Baumstamms verbirgt. Förster Daniel Schenk erklärt einer Gruppe die Larven des Borkenkäfers. Mit Bechergläsern waren die Kinder fündig geworden beim Einsammeln von Insekten. Gleichzeitig erfuhren sie, welche Bedeutung Totholz als Lebensraum für Insekten und Nahrungsquelle für Vögel hat.

An anderer Station bediente Thomas Sieg ein mobiles Sägewerk. Dabei lernen die Kinder den Unterschied verschiedener Hölzer und ihrer Verwendung kennen. Matthias Jessen, Revierleiter des Forstbezirks Hallerndorf, vermittelte weitere Informationen an dieser Stelle informativ und mit viel Witz. Neben dem mobilen Sägewerk lagen in einem Häuschen Brotzeitbrettl bereit, die die Kinder noch selbst verzieren durften. Diese, so Cornelia Sieg, sollten eine pädagogische Ergänzung sein, etwas in der Hand zu haben, mit der die Erinnerung weiterlebt.

Nach einer kurzen Pause führte Ludwig Thiem auch zur Hackschnitzelheizung. Hier werde der Zuwachs im Wald genutzt, erläuterte er und betont die Nachhaltigkeit im Mischwald. "Es ist die Nutzung gespeicherter Sonnenenergie, erklärt er den Kindern, "Ihr habt also heute einen Sonnenspeicher gepflanzt."

Historie

1999 war Wolfgang Blos als Mitglied im Diözesanjugendwerk Hauptinitiator dieser Waldidee auf Burg Feuerstein. Insgesamt rund 4000 Kinder lernten seitdem auf diese Weise in 20 Treffen mehr über den Wald und seine Bedeutung. Es ist ein lebendiges Zeichen des Auftrags, die Schöpfung zu bewahren.

Das Lagerfeuer zum Schluss der Veranstaltung musste ausfallen. Der seit Monaten ersehnte Regen hatte eingesetzt. "Wir Förster sind froh um jeden Tropfen Regen", meinte Michael Kreppel trotz des ungemütlichen Wetters. Zehn bis 100 Liter Wasser kann ein Waldbaum pro Tag brauchen, je nach Art und Standort: Da muss es dieses Jahr noch viel regnen.

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