Forchheim

Kinder kämpfen für den Bolzplatz gegen die Krippe

Mit Transparenten sorgen zwölf Heranwachsende bei der Stadtratssitzung im Rathaus für Wirbel. Ihr Protest richtet sich gegen eine geplante Kinderkrippe. Die Jugendlichen wollen nämlich stattdessen ihren Bolzplatz behalten.
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Mit Kathi (oben, Mitte) haben elf weitere Kinder am und im Rathaus protestiert. Foto: Michael Memmel
Mit Kathi (oben, Mitte) haben elf weitere Kinder am und im Rathaus protestiert. Foto: Michael Memmel
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Kathi kickt gerne. Die Zehnjährige trifft sich mit Freunden häufig nachmittags auf dem Bolzplatz am Ernst-Reuter-Platz, um Fußball zu spielen. Jetzt hat sie Angst, dass das bald nicht mehr möglich ist, wenn wie geplant dort eine Kinderkrippe gebaut und das Feld danach nur noch halb so groß ist.

"Dürfen wir noch spielen, wann wir wollen, oder stören wir dann die Kleinen? Was ist, wenn mal ein Ball rüberfliegt? Bleibt uns noch genug Platz, wenn wir über zehn Kinder sind?" Diese Fragen beschäftigen sie und ihre Mitspieler. Und so machten sich zwölf Kinder am Donnerstag auf zur Stadtratssitzung - bewaffnet mit rund 100 Unterschriften von Mitschülern und handgeschriebenen Plakaten wie "Finger weg vom Bolzplatz!"

Thema wird vertagt

Die Transparente durften Kathi und Co.
zwar nicht bei der Diskussion im Rathaussaal hoch halten, doch die Wirkung bei den Stadträten verfehlte der junge Bürgerprotest ein Jahr vor den Kommunalwahlen nicht. Gegen die Stimme von FDPler Sebastian Platzek ("Die Bürger kommen doch im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit zu Wort") beschloss das Gremium, dieses Thema zu vertagen, um noch "mögliche Missverständnisse mit den Bürgern zu klären" (Peter Kaiser). Da der Krippenbau bis 31. Dezember 2014 vollständig abgerechnet sein muss, um alle Fördermittel zu erhalten, ist jedoch Eile geboten. Deshalb ermächtigte der Stadtrat seinen Planungsausschuss am 10. Juni eine Entscheidung zu treffen.

Bis dahin können Kinder und Eltern weiter für den Erhalt des Bolzplatzes werben. Anja Jungwirth, Mutter von Bolzplatzkicker Alexander (8), versteht den Krippenwunsch, schließlich ist ihr Sohn Felix auch erst vier Monate alt. Trotzdem sagt sie: "Uns ist der Bolzplatz wichtiger, denn von dem haben wir länger als zwei Jahre etwas. Außerdem ist die Dichte an Krippenplätzen in diesem Gebiet schon sehr hoch." Öffentliche Fußballfelder hingegen seien zuletzt verschwunden. Für Kathi und ihre Freunde bleibe jetzt nur noch der am Ernst-Reuther-Platz.

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