Ebermannstadt
Astronomie

Kindern geht auf der Sternwarte Feuerstein ein Licht auf

Viele Piraten verloren ihr Augenlicht nicht im Kampf, sondern weil sie zu lange in die Sonne schauten. Die Kinder-Uni war auf der Sternwarte Feuerstein.
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Foto: Franka Struve
Foto: Franka Struve
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Wieso sind die Sterne bunt? Dieser Frage ging Frank Fleischmann, Vorsitzender des Vereins Sternwarte Feuerstein, nach, als er rund 20 Kindern im Alter von neun bis zwölf Jahren die Grundlagen der Spektroskopie erläuterte - das sind physikalische Methoden, die eine Strahlung nach einer bestimmten Eigenschaft wie Wellenlänge, Frequenz beziehungsweise Energie zerlegen. Im Anschluss an den Vortrag durften die Wissbegierigen die Sonnenstrahlung durch einen Spektrographen im Observatorium der Sternwarte beobachten.

Vorher zerlegte der promovierte Physiker weißes Licht mithilfe eines Prismas in seine Spektralfarben. Bei der Lichtentstehung entspricht die Farbe der Energie der Lichtteilchen, wobei blaues Licht kurzwellig und energiereich ist, rotes Licht langwellig und energiearm. Einige Farben sind für das menschliche Auge nicht sichtbar: ultraviolette oder infrarote Farbtöne.

Der Riesenstern Beteigeuze

Auch die Sterne emittieren das Licht in unterschiedlicher Intensität. Der Riesenstern Beteigeuze im Sternbild des Orion strahlt rötlich. Die Sonne sendet weiße Strahlen. An dieser Stelle warnt Frank Fleischmann, dass man nicht zu lange mit bloßem Auge in die Sonne sehen darf, weil sonst die Netzhaut im Auge degeneriert und man erblindet. Viele Piraten hätten ihr Augenlicht nicht im Kampf verloren, sondern weil sie zu lange in die Sonne schauten, um die Position ihres Schiffes zu bestimmen, erklärte Fleischmann.

Fleischmanns Kameras im All

Der 59-Jährige wollte eigentlich Astronaut werden, weil ihn die Astronomie und das Fliegen fasziniert haben. Beide Leidenschaften kombiniert er als Betreiber der Sternwarte Feuerstein, die direkt neben dem Flugplatz liegt. An seiner statt flogen digitale Kameras, die er in seiner Ebermannstadter Firma OES (Optische und elektronische Systeme GmbH) konstruiert hat, in den Weltraum - zum Beispiel bei der STS-105-Mission der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa zur ISS-Raumstation, oder in der Rexus-Höhenforschungsrakete, die mit Kameras aus Oberfranken bestückt war.

Maximilian (zehn Jahre) hat schon im Fach Natur und Technik etwas über Spektralfarben erfahren: "Ich wusste aber nicht, dass auch heiße Gase Strahlen aussenden und dass wir dadurch etwas über den Aufbau der Sterne erfahren." Valentin (11) haben besonders die Versuche mit dem Prisma gefallen.

Die Schüler sind die ersten Teilnehmer der Forchheimer Kinder-Uni, einer Initiative von Peter Meinel, dem ehemaligen Vorsitzenden des Bildungsbeirats. Das Bildungsbüro des Landkreises Forchheim entwickelte gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und der Akademie für Ganztagsschulpädagogik (AFG) sowie mit dem Bildungsverein "FOrsprung" ein eigenes Konzept. An drei Terminen - die ersten beiden fanden Anfang Dezember statt - haben die Schüler einen Einblick in wissenschaftliche Themen erhalten, die immer mit einer Frage Interesse weckten: "Wie kommen die Lichtteilchen in den Computer?" und "Können Tiere denken?"

Für den Besuch der Sternwarte hatten sich so viele Kinder angemeldet, dass die beiden Organisatorinnen Ramona Gebhard und Hildegard Schwarzmann kurzerhand dreimal hintereinander die 60-Minuten-Vorlesung anboten. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Informationsabend am Freitag

Am Freitag, 12. April, um 19 Uhr lädt der Verein Sternwarte Feuerstein zu einem Informationsabend in das Flugplatzrestaurant ein zum Thema "Alles, was die Sternwarte und den Himmel betrifft".


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