Leutenbach
Immobilie

Kein Tagespflege-Betreiber gefunden: Leutenbach kauft Haus Elisabeth nicht

Die Gemeinde Leutenbach nimmt vorerst Abschied von der Idee, das Haus Elisabeth zu erwerben, um dort eine Tagespflege einzurichten. Grund: Kein Betreiber hat Interesse oder Kapazitäten, da es an Pflegepersonal mangelt.
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Der sozialtherapeutische Verein "Haus Odilia" wird sich einen anderen Käufer für ihr Gebäude in der St. Moritz-Straße 20 suchen müssen. Foto: Josef Hofbauer
Der sozialtherapeutische Verein "Haus Odilia" wird sich einen anderen Käufer für ihr Gebäude in der St. Moritz-Straße 20 suchen müssen. Foto: Josef Hofbauer

Die Zukunft des Hauses Elisabeth ist weiter ungewiss. Fest steht: Die Gemeinde plant vorerst nicht mehr damit, das Anwesen in der St. Moritz-Straße 20 zu kaufen. "Mangels Interesse von Bewerbern", die dort eine Tagespflege einrichten sollten, hat der Gemeinderat beschlossen, diesen Plan nicht weiter zu verfolgen.

Anfang Juli regte die CSU-Fraktion diese Idee an. Die Christsozialen sahen in dem zum Verkauf stehenden Anwesen in Leutenbach, eine gute Chance, eine Pflegeeinrichtung in den Ort zu holen. Nach der Besichtigung des 542 Quadratmeter großen Gebäudes, in dem die sozialtherapeutische Wohngemeinschaft "Haus Odilia" untergebracht war, beauftragte der Gemeinderat den Bürgermeister Florian Kraft (FW), einen möglichen Betreiber für eine Tagespflege an Land zu holen.

Zudem sollte er prüfen, welche Fördermittel es dafür gebe. Die Antwort der regionalen Träger für Pflegeeinrichtungen fiel enttäuschend aus. Fast überall habe der Leutenbacher Bürgermeister die gleiche Antwort bekommen: Es fehle Institutionen wie Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz und ähnlichen letztlich vor allem das Personal, diese Einrichtung zu betreiben.

Ein weiteres Argument der sozialen Träger: Es gebe aktuell Investoren auf dem Markt, die bereit sind, für Pflegeeinrichtungen entsprechende Neubauten nach eigenen Vorstellungen zu errichten. "Die Träger warten nicht darauf, dass einmal ein altes Haus frei wird", fasste der Bürgermeister zusammen. Das drängendste Problem sei vielmehr der Fachkräftemangel im Pflegebereich, um eine Tagespflege betreiben zu können.

Der CSU-Ortsvorsitzende Raimund Dörfler betonte: "Wir müssen bei einer alternden Gesellschaft in die Zukunft schauen." Der Gemeinderat solle den CSU-Antrag deswegen nicht sofort ablehnen, sondern die Immobilie weiter beobachten. "Vielleicht ergibt sich etwas am Markt", so Dörfler.

Förderkulisse wäre da

Ende September soll zwar vom Freistaat ein neues Förderprogramm speziell für Tages- oder Kurzzeitpflege aufgelegt werden. Allerdings steht die Höhe der Finanzmittel noch nicht fest. Da die Kommune aber keinen möglichen Betreiber gefunden hat, will Leutenbach das Haus Elisabeth vorerst nicht kaufen. Dass die Seniorenpflege ein wichtiges Thema für die Zukunft ist, darin waren sich alle Gemeinderäte einig.

"Das wäre die Ideallösung gewesen", zeigt sich Ralf Sarnowski enttäuscht. Der Vorstand von "Haus Odilia" reagiert allerdings pragmatisch: "Dann müssen wir eben weiter nach einem Käufer suchen." Der gelernte Altenpfleger kennt den Fachkräftemangel in der Pflege aus erster Hand von seinem eigenen Verein. Die sozialtherapeutische Wohn- und Arbeitsgemeinschaft benötigt den Erlös, unter anderem, weil ein zwei Millionen Euro teurer Neubau in Kirchehrenbach ansteht. "Wir würden uns natürlich freuen, wenn der Verkauf relativ schnell geht, aber es pressiert nicht", so Sarnowski.

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