Weißenohe

Jugendleiter Schütz und "Gotl" begründeten vor 50 Jahren Partnerschaft Weißenohe - Kinsau

Vor 50 Jahren begann für die Weißenoher eine Freundschaft mit jungen Menschen aus der oberbayerischen Gemeinde Kinsau im Landkreis Landsberg am Lech.
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Die Weißenoher und Kinsauer beim ersten Treffen;  links  ist Hans Schütz, damals Jugendleiter. Foto: privat
Die Weißenoher und Kinsauer beim ersten Treffen; links ist Hans Schütz, damals Jugendleiter. Foto: privat
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Hans Schütz, Ehrenbürger der Gemeinde Weißenohe, erinnert sich noch genau an das Pfingstfest vor 50 Jahren. Er war damals Jugendleiter der Spielvereinigung Weißenohe. Schütz, dessen Stellvertreter Günter Nausch und 13 Jugendliche waren aufgeregt vor ihrer Reise. Ins Freizeitzentrum des Bayerischen Landessportverbands nach Inzell sollte es gehen. In einem Doppelbungalow waren die Weißenoher untergebracht und hatten sich gerade eingerichtet, als der Heimleiter an die Tür klopfte. "Er fragte, ob ich eine Gruppe mit fünf Jugendlichen aus dem Allgäu beaufsichtigen könnte. Diese seien ohne Jugendleiter angereist, der kurzfristig erkrankt war", erinnert sich Hans Schütz. Einen Ersatz konnten die Sportler aus Kinsau nicht finden. Hans Schütz, dem die jungen Menschen sehr am Herzen liegen, sagte spontan Ja. "Beide Teams verstanden sich auf Anhieb. Sie waren sofort Freunde", erinnert sich Hans Schütz. In dem Freizeitlager wurde nicht nur die Freizeit verbracht, sondern sich auch sportlich betätigt. Ab Pfingstmontag konnten alle zwölf angereisten Vereine die Turnhalle nutzen, jeder nach seiner vereinseigenen Sportart für eine halbe Stunde. "Glücklicherweise waren die Kinsauer Fußballer wie wir", sagt Schütz. "Gotl" wurde ein Kinsauer Spieler genannt, der dann dem Weißenoher Jugendleiter den Vorschlag unterbreitete, die zur Verfügung stehende Zeit zusammenzulegen. "Gotl" bezeichnete sich schon als Weißenoher. Hans Schütz antwortete mit einem "Wir sind Kinsauer". Die Freundschaft, die einen so ungewöhnlichen Anfang hatte, war damit besiegelt.

Gemeinsam 18 Mann stark

Das 18-Mann-Team, bestehend aus Weißenoher und Kinsauer Fußballern, zeigte eine Stunde lang in der Halle Spieltechnik, Schnelligkeit und Schusskraft. Die sportliche Freundschaft war nur der Anfang. "Gemeinsam erarbeiteten wir einen Freizeitplan", erinnert sich der Weißenoher Ehrenbürger und langjährige Vereinsvorsitzende. Besichtigt wurde Inzell, zur "Bsucherl-Alm" wurde gewandert, das Eisstadion bestaunt. Einen Ruhetag gab es auch. Bald schlossen sich den Weißenoher und Kinsauer Fußballern auch Mädels an und eine Stammkneipe war auch gefunden. "Dadurch wurde die Verbrüderung beider Vereine noch intensiver", sagt Schütz.

"Gotls" Vorschlag

Wieder war es "Gotl", der vor Antritt der Heimreise den Vorschlag brachte, die Freundschaft fortzuführen, indem man sich gegenseitig Besuche abstatte. Auch hier war Hans Schütz nicht abgeneigt, hatte aber eine Bedingung. "Die Kinsauer sollten zuerst nach Weißenohe kommen, denn ich wollte deren Jugendleiter kennenlernen", erklärt Schütz. Tatsächlich reiste ein Jahre später der Kinsauer Jugendleiter Richard Lindner mit seinen Fußballern nach Weißenohe. Auch die beiden Verantwortlichen - Lindner und Schütz - waren sich auf Anhieb sympathisch.

Freundschaftsspiel in Stöckach

Das erste Freundschaftsspiel musste dann aber in Stöckach stattfinden, denn der Weißenoher Sportplatz wurde gerade erneuert. Trotzdem wurde am anderen Tag ein Wettbewerb auf dem eigenen Sportgelände ausgetragen. Es war nach diesem Wochenende selbstverständlich, dass die Weißenoher ein Jahr später einen Gegenbesuch starten würden. So ging es im regelmäßigen Turnus weiter bis 1988. Die Weißenoher hatten keine eigene Jugendmannschaft mehr, der jährliche Austausch stockte kurzfristig. Doch die Kontakte hatten sich da schon längst nicht mehr nur auf den sportlichen Bereich beschränkt.

Austausch der Feuerwehren

"Auch die Feuerwehren haben regen Austausch und die Kinsauer Wehr war vergangenes Jahr bei unserer 140-Jahr-Feier dabei. Die Kinsauer Blaskapelle begleitete 2003 einen Weißenoher Festzug. Nach 40 Jahren Freundschaft mit dem Sportverein Kinsau entschloss sich auch die politische Gemeinde, mit den Kinsauern eine Partnerschaft einzugehen. "Die ganzen 50 Jahre hindurch war ein reger Austausch. Auch im privaten Bereich", berichtet Schütz, dessen Wunsch es ist, die Freundschaft weiterhin so lebendig zu halten. Im Juli wird das 50. Jubiläum gefeiert. Die Vorbereitungen laufen.

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