Neunkirchen
Fasching

Jubiläumsumzug in Neunkirchen: 50 Jahre Fasching

Zum 50. Mal zog der Faschingszug des Neunkircher Carnevals Verein durch die Marktgemeinde. Die Narren ließen sich vom Regen nicht den Spaß verderben.
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Foto: Andreas Hofbauer
Foto: Andreas Hofbauer
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"Wir hätten alle mehr beten sollen," scholl es vom Effeltricher Prunkwagen herab, "dann hätte auch die Sonne geschienen." Unklar ließen die Narren aber, ob man zu Gott, Allah oder dem Herrn des Faschings hätte beten sollen, denn am Wagenrand leuchtete ein "Allamoschee" durch den leichten Regen.

Gerade zum 50. Jubiläum des vom Neunkirchner Carnevals Verein veranstalteten Umzugs spielte das Wetter so überhaupt nicht mit. Pünktlich zum Auftakt fing es an und steigerte sich langsam. Die über 40 Gruppen zogen durch das Spalier der zahlreichen Zuschauer. Ein Mexikaner hier, bunte Hüte dort, mal ein Mönch oder Ölscheich, und darüber Regenschirme in allen Farben.

Wer ein Narr ist, lässt sich ein solch großes Jubiläum nicht vermiesen. So hörte man auch manch Garde fröhlich zu ihrem Tanz das Fliegerlied singen: "Heut ist so ein schöner Tag." Dass es ein schöner Umzug wurde, das lag auch an dem Spaß, den die Gruppen versprühten.

Wieder einmal zog sich ein variantenreicher Zug durch Neunkirchen. Footballspieler waren ebenso mit dabei wie Legofiguren und die Familie des angeblich mächtigsten Mannes der Welt: Donald Trump. Getanzt wurde, gesungen und aufgespielt. Teufel gab es natürlich auch, allerdings Putzteufel und die hatten eine ganz genaue Vorstellung von Männern an der Macht: "Männer an die Macht", stand auf einem ihrer Transparente: "macht sauber!"

Voran schritten die Gastgeber mit ihrer Dampflok unter dem Motto: "Neunkirchner Narren voll auf Kurs." Das stimmte nun in zweierlei Hinsicht. Einerseits, weil ihnen ein langer, euphorischer Zug folgte. Und andererseits, weil man sehen konnte, dass sie seit nunmehr 50 Jahren die Richtung im oberfränkischen Fasching vorgeben.

Daran kam trotz Wind und Wetter gestern kein Zweifel auf. Kinder allen Alters, Eltern und allerlei noch nicht weiter verwandt oder verschwägerten Narren feierten das Jubiläum des Neunkirchner Carnevals Vereins.

Wermutstropfen? "Ohne Plastik schauen sie besser aus", sagte eine Zuschauerin beim Anblick mancher Gardemädels, die sich zum Schutze Regencapes übergeworfen hatten.

Dafür waren die Barbies in ihren Boxen lebensecht und nicht in PVC verschweißt. Mit solchen Ideen kann es gut und gerne noch 50 Jahre so weitergehen in Neunkirchen.



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