Forchheim

Ist Forchheim ein gefährliches Pflaster für junge Radler?

Eine neue Studie sorgt zum heutigen Schulstart für Irritationen. In Forchheim soll es besonders viele Unfälle mit jungen Radfahrern geben. Polizei und ADFC bezweifeln dies. Verbesserungsbedarf bestehe aber an zwei Kreuzungen.
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Radfahrer können mit der Situation in Forchheim weitgehend zufrieden sein, meint der ADFC. Foto: Josef Hofbauer
Radfahrer können mit der Situation in Forchheim weitgehend zufrieden sein, meint der ADFC. Foto: Josef Hofbauer
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Am Dienstag geht sie wieder los und sorgt für zusätzlichen Verkehr auf der Straße: Die Rede ist von der Schule. Tausende Kinde sind daher zu Fuß oder auf dem Rad im Landkreis und der Stadt Forchheim unterwegs. Jetzt zitiert die Techniker Krankenkasse aus einer Studie, nach der Kinder unter 15 Jahren in Forchheim sehr gefährdet sein sollen. "Insgesamt verunglücken in der Stadt statistisch gesehen 3,89 von 1000 Kindern", erklärt Peter Schieber, Sprecher der Kasse für Franken.

Sind Kinder wirklich so sehr in Gefahr, wenn sie auf dem Rad unterwegs sind? Frank Wessel, Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Forchheim, zeigt sich im Gespräch überrascht und kann nur wenig damit anfangen, wie die Zahlen, die zu den Ergebnissen führen zustande kamen.

Keine tödlichen Unfälle

Fakt ist: Laut Statistik der Polizei gab es 2013 im Kreis Forchheim 84 Radunfälle mit 85 Verletzten, in der Stadt waren 44 Unfälle, bei denen 47 Beteiligte verletzt wurden. "Glücklicherweise gab es keine tödlichen Zusammenstöße", erklärt Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken.

Und auch bei den Schulwegunfällen wurden heuer keine schweren Vorkommnisse aufgenommen. Stadter appelliert, dass Autofahrer in den kommenden Tagen aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs sein sollen. "Damit dies gelingt, werden die oberfränkischen Polizeibeamten verstärkt Schulwegkontrollen durchführen", so der Polizei-Sprecher.

Zu hohe Auffahrkanten

Radler könnten zudem mit der Situation in Forchheim durchaus zufrieden sein, bemerkt Frank Wessel. "Nur in Bezug auf einige zu hohe Auffahrkanten an Geh- und Radwegen gibt es Probleme. Nachbesserungsbedarf sehen wir beim Radverkehr noch an der Südkreuzung sowie an der Kreuzung am Globus", ergänzt der ADFC-Experte. Doch hier stünde der Verein in Kontakt mit der Stadt.

Roland Brütting, Sachgebietsleiter in Forchheim für das Verkehrswesen, kennt in der Stadt keine besonderen Unfallbrennpunkte für Radfahrer. "Fakt ist, dass der Fahrrad-Verkehr weiter ansteigt und an Bedeutung gewinnt. Das ist für die Stadt auch eine Herausforderung, denn gerade wegen der räumlichen Enge in Innenstädten ist es schwierig, die Verkehrsführung ideal für alle Teilnehmer zu planen."

Erst die Radprüfung bestehen

Und wie lautet der Rat von ADFC-Experte Wessel für Eltern von Kindern? "Eines können wir sicher sagen: Kindern das Radfahren zu verbieten, ist keine Lösung, denn Radfahren fördert die Selbstständigkeit und befriedigt den Bewegungsdrang." Zusätzlicher Tipp von der Polizei: Schüler sollten erst alleine radeln, wenn sie die Radprüfung bestanden haben, die in der Regel im vierten Schuljahr absolviert wird.


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