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Schlaifhausen
Pflege

In Schlaifhausen entsteht ein Garten für alle Sinne

Die Diakoniestation Forchheim richtet in Schlaifhausen (Landkreis Forchheim) einen Sinnesgarten ein. Dort sollen Gruppentreffen von ambulant betreuten, dementen Senioren stattfinden.
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Foto: Barbara HerbstFoto: Barbara Herbst
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Strahlender Sonnenschein, der Blick in die grüne Natur, es duftet nach frischem Gras und Kaffee, im Hintergrund hört man eine Mundharmonika - ein idyllischer Moment. Die Demenzkranken, die von der Diakoniestation Forchheim gepflegt werden, werden in Zukunft noch viele dieser Momente erleben dürfen: Für sie wird derzeit in Schlaifhausen ein Sinnesgarten angelegt.

Im Garten sollen nach seiner Fertigstellung regelmäßig Gruppentreffen der ambulant betreuten Senioren stattfinden. Am Montag wurde das gute Wetter genutzt, um schon ein erstes Treffen ins Grüne zu verlegen und sowohl den Gruppen als auch allen anderen Interessierten einen ersten Blick auf das Gartengrundstück zu gewähren.


Betreuungstage seit 2006

Die Idee einen solchen Garten einzurichten, "war schon länger im Kopf", sagt Michael Messingschlager, Leiter der Diakoniestation Forchheim.
Seit 2006 finden regelmäßig Betreuungstage für Demenzkranke in Gruppen statt, dafür sollte ein Ort in der Natur her. "Seit zwei, drei Jahren hatten wir schon vor, so einen Garten zu errichten. Jetzt haben wir von der Familie einer Gruppenangehörigen das Grundstück zur Verfügung gestellt bekommen und es konnte endlich losgehen", erklärt Messingschlager. Wo jetzt noch viel nach Baustelle aussieht, soll ein Rundweg entstehen, "der nie endet, aber verschiedene Zielpunkte hat", beschreibt Messingschlager die Pläne.


Aufenthaltshütte und Pavillon

Eine Aufenthaltshütte mit Terrasse, ein Pavillon und Blumen- und Kräuterbeete sollen ebenso Platz im Garten finden,wie kleine Details: Sitzbänke oder Wäscheleinen. Um das zu symbolisieren, wurden kleine Tafeln aufgestellt, die zeigen, was an diesem Ort einmal stehen könnte. "Die Menschen sollen die Dinge im Garten kennen", sagt Messingschlager.

Auch Manuela Häfner, die die Gruppen organisiert, erklärt, "die Stationen sollen die Menschen an ihr Leben erinnern". Wichtig sei dabei auch, der Garten solle "mit den Menschen zusammenwachsen", beschreibt Messingschlager den Prozess. Auch Häfner hebt hervor: "Die Menschen sollen im Garten arbeiten können, wenn sie wollen. Als wir zum ersten Mal mit einer Gruppe das Grundstück angeschaut haben, hat sich direkt ein Senior eine Schaufel geschnappt und wollte loslegen."

Messingschlager erinnert sich daran, "wie die Menschen gleich reingegangen sind und den Garten inspiziert haben. Das ist schon auch bestätigend, wenn man sieht, wie die Menschen in der Natur aufgehen." Die wichtigsten Elemente des Gartens sollen noch dieses Jahr fertig werden, eigentlich wolle man ohnehin schon weiter sein, erklärt Messingschlager: "Wir sind da aber auch abhängig vom Wetter. Außerdem muss es finanzierbar sein, deshalb haben wir nur einen Gärtner, der sich nebenberuflich um unser Projekt kümmern - das zieht sich natürlich."


Spannendes Projekt

Trotzdem freut sich der Leiter der Diakoniestation schon auf die Fertigstellung und findet: "Das ist ein spannendes Projekt und einmalig in der Region." Auch deshalb hebt er hervor, dass das alles "ohne Manuela Häfner und ihr Team an Ehrenamtlichen gar nicht möglich wäre - das riesige Engagement von ihnen ist wirklich unglaublich".

Häfner selbst betont, sie sei für jede Unterstützung dankbar, "damit wir es den Leuten hier schönmachen können. Wir versuchen alles zu verwerten und auch Engagement ist herzlich willkommen".
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