Forchheim
Geschäftsleben

Pizza, Kaffee, Bücher: Forchheimer Laden mit bewegter Historie wird nun Teppichgeschäft

Pizza, Kaffee und Bücher wurden hier schon verkauft. Jetzt lässt sich an der Kreuzung Nürnberger Straße wieder eine Händlerin nieder.
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Foto: Ekkehard Roepert
Foto: Ekkehard Roepert

Die Ecke Nürnberger Straße/Luitpoldstraße ist eine der bewegtesten der Stadt. Der Laden in der Nürnberger Straße 20 hat schon die unterschiedlichsten Branchen erlebt. Einst war im Haus eine Bankfiliale beheimatet und ein Pizza-Bäcker hat sich hier auch schon versucht. Die meiste Zeit wurde das Geschäft von Café-Betreibern genutzt. Dann zog im August 2016 ein Buchhändler ein, doch überraschenderweise verließ er die Stadt in diesem Sommer in Richtung Pegnitz.

Wer derzeit durch die Schaufenster blickt, sieht den Raum leer. Aber hinter den Kulissen bewegt sich was. Im ersten Quartal 2020 wird in der Nürnberger Straße 20 ein ganz neues Kapitel beginnen: Die Forchheimerin Jutta Freitag übernimmt den Eckladen und wird dort ein Teppich-Design-Studio einrichten.

Jutta Freitag hat ihr Handwerk in einem Teppich-Studio in Pegnitz gelernt. Wie es der Zufall will: Während Michael Holz mit seinem Buchladen "Faust" von Forchheim nach Pegnitz gegangen ist, kommt Jutta Freitag von dort mit ihren Nepal-Teppichen nach Forchheim. An selber Stelle, wo Michael Holz seine Bücher in die Regale stellte, wird Jutta Freitag Teppiche auslegen. Sie setze bewusst auf das Thema "Nachhaltigkeit" und vertreibe Teppiche, die in Nepal in Handarbeit hergestellt würden, sagt Jutta Freitag.

Schüler als Motor des Geschäfts

Die letzten drei Unternehmer hatten gezielt auf Laufkundschaft und auch auf die Nähe zu den beiden Gymnasien gesetzt. Die Gastronomin Christiane Hauser hatte 2005 das Pow Wow eröffnet und ihr Café war zu einem beliebten Treffpunkt für Schüler geworden. Im Februar 2012 gab Hauser entnervt auf, weil sie die permanenten Auseinandersetzungen mit Nachbarn satt hatte.

Nach einem Jahr Leerstand hatte sich im März 2013 das Mr. Bleck in der Nürnberger Straße eingerichtet. Abermals setzte der Betreiber auf die vielen Schüler in der Nachbarschaft. Doch die 40 Sitzplätze im Mr. Bleck wurden nicht so gut angenommen, wie erhofft; das Konzept nach Vorbild eines amerikanischen Coffee-Shops ging nicht auf.

Nach gut drei Jahren schloss Mr. Bleck, der zur Bäckerei-Kette "Der Beck" gehört, den Laden wieder. Als Ende Juli 2016 die Schließung bekannt wurde, verwies das des Unternehmen darauf, dass vor allem in den Ferien die Kundenzahlen rückläufig gewesen seien.

Dann wechselte die Branche: Statt Kaffee wurden in der Nürnberger Straße 20 Bücher angeboten. Was gleich blieb: Erneut sollten die Schüler eine entscheidende Rolle spielen. Nach dem Umzug von der Apotheken- in die Nürnberger Straße änderte Michael Holz sogar den Namen seines Buchladens, um dem Standort neben den Gymnasien gerecht zu werden: Aus "dacapo" wurde "Faust". Holz setzte verstärkt auf Schulbücher, Lernhilfen sowie Zeitungen und Zeitschriften. Doch der Standort Nürnberger Straße, Ecke Luitpoldstraße hielt nicht, was er zu versprechen schien.

Die Citymanagerin Elena Büttner erzählt, sie habe auf Wunsch des "Faust"-Betreibers einen alternativen Standort innerhalb Forchheims gesucht. Doch die Laden-Flächen, die der Buchhändler gerne gehabt hätte, standen am Ende nicht zur Verfügung und er verließ die Stadt in Richtung Pegnitz. Warum das Geschäft mit Büchern trotz der Nähe zu den Gymnasien nicht funktioniert habe, das könne sie "nicht erklären", sagt Elena Büttner. Die vielen Parkplätze in unmittelbarer Nähe seien "ein zusätzlicher Pluspunkt der Lage", sagt die Citymanagerin.

Wie auch immer: Mit der Forchheimerin Jutta Freitag lässt sich jetzt eine Händlerin in der Nürnberger Straße 20 nieder, für die weder die Laufkundschaft noch die Nähe der beiden Gymnasien eine Rolle spielen dürfte.

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