Forchheim

Im Zentrum Forchheims entsteht ein neuer Kulturplatz

Der Garten des alten Krankenhauses wird erschlossen. Damit ist der Weg frei für das Amphiforte-Projekt.
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Hinter der neuen Bibliothek (rote Fensterläden) wird der neue Kulturplatz der Stadt gestaltet. Foto: Gerhard Leuner
Hinter der neuen Bibliothek (rote Fensterläden) wird der neue Kulturplatz der Stadt gestaltet. Foto: Gerhard Leuner
Stille und Stadtleben passen nicht unbedingt zusammen. Darauf wies Stadtplaner Alexander Dworschak mit Blick auf das Sanierungsgebiet "Altes Krankenhaus" hin. "Wenn es in einer Ecke der Stadt zu lange zu ruhig ist, dann werden die Bürger empfindlich", sagte Dworschak am Dienstag im Planungs- und Umweltausschuss. Damit meinte er: Die Bürger sollten jetzt mal daran erinnert werden, wie belebt es künftig auf den Flächen des ehemaligen Krankenhausgartens zugehen wird.

Schon im Juni 2009 hatte der Stadtrat die Sanierungsziele beschlossen. In Zusammenarbeit mit dem Kulturbeauftragten Dieter George war die Idee geboren worden, ein Amphiforte zu bauen - eine öffentliche Bühne mit 300 Zuschauerplätzen.

Doch bis dahin ist ein weiter Weg: "Die Flächen sind schwer zu aktivieren", sagte Dworschak. Es gebe seit dem Abriss des alten Schwesternwohnheims in jener Ecke keinerlei Ver- und Entsorgung mehr.
Um das zu beheben, sollte die Stadt 60.000 Euro in die Erschließung von Strom und Wasser investieren, schlug der Forchheimer Stadtplaner vor. Dann könnte der Platz schon vor seiner Umgestaltung zum Feiern genutzt werden.

Was folgt?

Manfred Hümmer (FW) wollte die Erschließung nicht mit der verbindlichen Zusage für das Amphiforte-Projekt verknüpfen. Ein Nutzungskonzept müsse her. Auch Holger Lehnard (CSU) fand es problematisch, 60 000 Euro in ein Provisorium zu investieren. "Was folgt?", fragte der CSU-Rat: "Die Planung ist mir bisher zu verschwommen." Reinhold Otzelberger (SPD) dagegen schien die Investition sinnvoll, "zumal Städtebaufördermittel fließen". Oft würden Projekte über Jahre verzögert. Jetzt, da die Verwaltung "initiativ" werde, sollte die Politik "das nicht verzögern", appellierte Otzelberger.

Sebastian Körber (FDP) drängte darauf, das Areal "als Kulturstandort erlebbar zu machen". Um Ruhe in der Innenstadt könne es nicht gehen, betonte Körber: "Eine ruhige Innenstadt, das kann der Anspruch nicht sein."

Alleinstellungsmerkmal

Auch Mathilde Hartmann (CSU) setzte sich nicht nur für die Erschließung - sondern "ohne wenn und aber" auch für das Amphiforte-Projekt ein: "So ein Kulturplatz, das wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Forchheim."
Hans-Werner Eisen (CSU), Sabine Dittrich (FGL) und Manfred Hümmer (FW) befürchteten eine überstürzte Herangehensweise. "Erst ein Kulturkonzept, dann die Finanzierung, dann die Ausführung", forderte Eisen. Und Dittrich erinnerte daran, dass erst die Turnhalle Kersbach gebaut werden, und auch das Projekt Adalbert Stifter Schule erledigt sein müsse.

Schließlich billigte der Ausschuss die 60.000 Euro-Erschließung. Um, wie es im Beschluss heißt, "in den folgenden Jahren mindestens eine Zwischennutzung auf dem Gelände zulassen zu können".
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