Hallerndorf
Handwerk

Bester Nachwuchs-Bierbrauer Bayerns kommt aus Hallerndorf

Elias Rittmayer ist der beste Nachwuchsbrauer in ganz Bayern. Der 20-Jährige arbeitet in Hallerndorf siegte jetzt beim Leistungswettbewerb auf Landesebene.
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Elias Rittmayer mit Brauereichef Georg Rittmayer (links) und dem Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas ZimmerMathias Erlwein
Elias Rittmayer mit Brauereichef Georg Rittmayer (links) und dem Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas ZimmerMathias Erlwein

Elias Rittmayer ist der beste bayerische Geselle im Beruf der Brauer und Mälzer. Er ist einer von neun Nachwuchshandwerkern aus Oberfranken, die sich dieses Jahr beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Landesebene durchgesetzt haben. Der Präsident der Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken, Thomas Zimmer, und HWK-Geschäftsführer Bernhard Sauer besuchten Rittmayer an seinem Arbeitsplatz in Hallerndorf, um ihm persönlich zu gratulieren.

Der 20-jährige frisch gebackene Landesssieger kommt aus Reinhardshofen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Er stammt aus einer Brauerfamilie, sein bereits verstorbener Vater Stefan Rittmayer war Braumeister und auch sein Onkel ist Braumeister. Er führt die kleine Brauerei Rittmayer in Aisch. Dass Elias Rittmayer bei der gleichnamigen Brauerei Rittmayer die Brauerlehre anfing, war kein Zufall. Schon sein Vater hatte hier gearbeitet.

"Er war der erste Braumeister, den ich eingestellt habe", erinnert sich Georg Rittmayer, Brauereichef der mittelständischen Hallerndorfer Brauerei. Die Namensgleichheit ist Zufall, es bestehen keine verwandtschaftlichen beziehungen des Chefs mit seinem Gesellen.

Lehre statt Abi

Aber eine ganz besondere Verbundenheit. Denn Elias liebt seinen Beruf und sein Chef - immerhin nebenbei auch noch der Präsident der Privaten Brauereien in Bayern - liebt alle, die das Brauerhandwerk mit so viel Herzblut verinnerlicht haben.

Und die Leidenschaft zu seinem Beruf sprüht aus dem jungen Gesellen förmlich heraus. Es war schließlich sein Wunschberuf. Dafür ließ er sogar das Gymnasium sausen, ging trotz eines hervorragenden Notenschnitts in der 10. Klasse nach Hallerndorf in die Brauerlehre. Zur Brauerei Rittmayer, wo schon sein Vater gearbeitet und die ihm sein Opa als Ausbildungsstätte empfohlen hatte. In der Brauerei des Onkels in Aisch hilft er immer wieder aus. "Die Brauerei ist recht klein, aber dort sieht man noch, wie das Bier gärt. Bei den größeren Anlagen kann man gar nicht mehr hineinschauen", erklärt der 20-jährige.

Vielleicht hatte er gerade deswegen so großen Erfolg auf Landesebene, weil er ein Gespür dafür hat, was das Bierbrauen ausmacht. Und das ist bei der dreistündigen praktischen Prüfung wichtig. "Auf die Theorie kann man sich vorbereiten, da bin ich noch einmal alle Unterlagen durchgegangen", verrät Elias Rittmayer. Doch bei der Praxis weiß man nie, was kommt.

Jetzt kommt die Meisterschule

Mit dem Landessieg erhält er jetzt ein Stipendium. "So um die 10 000 Euro. Zusammen mit dem Meister-Bafög dürfte das für das zweijährige Studium reichen", so der HWK-Präsident Zimmer. Elias Rittmayer geht im nächsten Jahr auf die Meisterschule. Danach will er sich noch nicht festlegen. "Ein Studium vielleicht? Oder beim Betrieb des Onkels einsteigen?" Rittmayer legt sich noch nicht fest.

Jetzt geht es für ihn auch erst einmal am 29. Oktober zur Brauerei Wagner nach Memmelsdorf. Dort findet nämlich der Bundesleistungswettbewerb statt, bei dem sich die Landessieger aus den einzelnen Bundesländern messen. Thomas Zimmer und Georg Rittmayer drücken ihm dabei alle Daumen, gilt es doch, den oberfränkischen Sieg vom Vorjahr zu verteidigen.

Bundesentscheid in Memmelsdorf

"Ich weiß ja nicht, wie gut die anderen sind", so die Antwort des Landessiegers auf die Frage nach seinen Chancen auf den Bundessieg. Sollte er jedoch gewinnen, findet der Bundesleistungswettbewerb im kommenden Jahr bei Rittmayer in Hallerndorf statt, weil der Ausbildungsbetrieb des letztjährigen Bundessiegers jeweils der Austragungsort ist.

Für Brauereichef Georg Rittmayer wäre das eine tolle Sache: "Der Bundesleistungswettbewerb der Handwerkerjugend Brauer und Mälzer in unserer Biergemeinde Hallerndorf, das wär schon was". Der Brauereichef legt in seinem Betrieb großen Wert darauf, dass gut ausgebildet wird. Für den Landessieg seines Gesellen bekam er vom HWK-Präsidenten die Ehrenurkunde des oberfränkischen Handwerks verliehen.

Der Leistungswettbewerb

Mit dem Leistungswettbewerb erhalten begabte Handwerker, die das 27. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, die Möglichkeit, sich bundesweit mit Kollegen ihrer Handwerksdisziplin zu messen. Der Wettbewerb wird jedes Jahr in ca. 130 verschiedenen Berufen in vier Stufen mit bundesweit rund 3000 Teilnehmern durchgeführt. Er beginnt auf Innungsebene und wird auf Kammerebene (Oberfranken) fortgesetzt. Die Erstplatzierten dürfen sich dann auf Landesebene und zuletzt auf Bundesebene unter Beweis stellen.

Neben der Altersgrenze müssen die Teilnehmer die Voraussetzung erfüllen, dass sie den praktischen Teil ihrer Gesellenprüfung mindestens mit der Note "gut" abgeschlossen und ihre Gesellen- bzw. Abschlussprüfung in der Zeit vom Winter des Vorjahres bis zum Sommer des Wettbewerbsjahres abgelegt haben.

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