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Pretzfeld
Vereinsporträt

Im Pretzfelder Sparverein macht knausern Spaß

Es gibt viele Gerüchte über Sparvereine, oft hört man die landläufige Meinung, in einem Sparverein sparen die Mitglieder, um das Geld schließlich doch in der Wirtschaft zu lassen. Nicht so der ambitionierte Sparverein in Pretzfeld!
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Carmen Heinemann wirft Geld in den Sparkasten im Gasthaus   Herbst. Foto: Sabine Mahler
Carmen Heinemann wirft Geld in den Sparkasten im Gasthaus Herbst. Foto: Sabine Mahler
Im Gasthaus Herbst in unmittelbarer Bahnhofsnähe hängt ein Sparkasten an der Wand, in den die Mitglieder fleißig einzahlen. Wer mitsparen will, muss jede Woche mindestens 5,50 Euro einwerfen - fünf Euro zum Sparen, 50 Cent für den Verein. Wer vergisst, einzuschmeißen, muss 50 Cent Strafe zahlen.

"Das Sparen hat den großen Vorteil, dass man kurz vor Weihnachten die Auszahlung erhält. Wenn man Weihnachtsgeschenke braucht, hat man Geld, dass man sicherlich so nicht beiseitegelegt hätte", erklärt Peter Schirmer. "Oft läuft es doch zu Hause so: Man legt sich zehn Euro zum Sparen in ein kleines Döschen und dann braucht man dringend kurzfristig Geld, also greift man zu und das Gesparte ist weg. Das kann im Verein nicht passieren, denn man kommt erst am Auszahlungstag Ende November an sein Geld", ergänzt auch Beate Amann.

Jeder spart, so viel er will


Wie viel man einwirft, ist jedem selbst überlassen, ebenso, wofür man das Geld schließlich ausgibt. Wichtig ist es nur, den Mindestbetrag zu erfüllen. "Ich spare mir mein Geld immer für meinen Urlaub", erzählt Matthias Ruppert.
Das Sparen scheint sich gelohnt zu haben, schließlich hießen seine letzten Urlaubsziele Malediven, Mexico oder Dominikanische Republik.

Auch Carmen Heinemann profitiert von ihrem Einsatz im Sparverein: "Es liegt an der Eigeninitiative, je mehr man regelmäßig einwirft, desto mehr hat man schließlich raus. Ich konnte mir einmal sogar eine Autoanzahlung aus meinem Sparverein-Geld finanzieren." Zudem gibt es Vereinsmitglieder, die das Geld für ihre Enkel sparen, oder sie finanzieren sich von dem Geld eine Shoppingtour. Andere geben ihr Geld für Hobby aus. "Ich bin ein leidenschaftlicher Münzsammler und habe mir letztens ein paar Münzen gekauft, die mir in meiner Sammlung noch gefehlt haben", berichtet Peter Schirmer. "Es ist auch teilweise so, dass Eltern für ihre Kinder sparen und die bekommen dann das Geld als Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk", erzählt Matthias Ruppert. Er hat den Verein in Pretzfeld vor zwölf Jahren ins Leben gerufen.

Finale am Samstag


An jedem Samstag um 17 Uhr wird der Sparkasten geleert, bis dahin muss für die Woche eingeschmissen sein. "Der eine wirft am Montag ein, der andere erst am Samstag, das spielt keine Rolle", erklärt Carmen Heinemann. "Manchmal trifft man sich, wenn eine Vorstandschaftsbesprechung ist, manchmal trifft man sich zufällig und bleibt ein wenig im Gasthaus sitzen, manchmal schmeißt man auch nur schnell das Geld ein und geht wieder", erzählt die Vorsitzende.
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