Lützelsdorf
Imkerei

Im Kreislehrbienenstand bei Lützelsdorf summt und brummt es wieder

In Lützelsdorf bei Pretzfeld (Kreis Forchheim) ist der renovierte Kreislehrbienenstand eingeweiht worden. Imker bekommen hier Hilfe.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jungimker tauschen sich im neuen Lehrbienenstand aus. Foto: Carmen Schwind
Jungimker tauschen sich im neuen Lehrbienenstand aus. Foto: Carmen Schwind
+12 Bilder
Im renovierten Kreislehrbienenstand bei Lützelsdorf summt und brummt es wieder. Am Sonntag trafen sich viele Gäste, um mit dem Vorsitzenden des Imker-Kreisverbandes Forchheim, Wolf-Dietrich Schröber, das umgebaute Schulungs- und Informationszentrum der Imkerei zu eröffnen.

Neben Politikern waren auch die Bierkönigin Miriam Leiner, ihre Vorgängerin Carina Schneider, die Meerrettichkönigin Maria Kohlmann und die Kirschenkönigin Sandra Grau gekommen. Im hinteren Bereich des Geländes war wieder ein Bienenvolk zu sehen. "Die waren weg während der Bauarbeiten", erzählte der Hobbyimker und Pretzfelder Marktgemeinderat Jürgen Kaiser (CSU/BB). Er ist einer der Fans des Kreislehrbienenstandes: "Ich habe mich schon immer für Umwelt interessiert und kam dann sonntags zu den Veranstaltungen hierher."


Tipps der Profis

Die Kurse beeindruckten ihn so, dass er selbst mit der Imkerei begann und zwei Ableger vom Kreislehrbienenstand bekam. "Am Anfang passiert da viel Unerwartetes, deshalb ist es gut, dass man sich hier an Profis wenden kann und viele nützliche Tipps erhält", sagte der Hobbyimker und erzählte weiter, dass er mittlerweile sechs Völker habe, eines sogar im Garten. "Da bleiben die Leute stehen und schauen, besonders, wenn ich den Schwarm einfange. Denn so etwas kennen viele gar nicht mehr," meinte Kaiser. Viele seiner Nachbarn würden mittlerweile extra Blumen für die Bienen in ihre Gärten pflanzen.


Podiumsgespräch

Auch die Teilnehmer eines Podiumsgespräches gaben an, das zu tun. Von Moderator Andreas Groß wurde beispielsweise Kirchehrenbachs Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD) befragt. Sie antwortete, dass sie einen Naturgarten habe. In der Gemeinde gebe es bestimmte Ecken, die speziell als Naturflächen ausgewiesen sind. "Da kommen dann manchmal Aussagen aus der Bürgerschaft: Da wird ja gar nicht gemäht‘", berichtete die Bürgermeisterin. Beim Mähen der Gräben durch den Bauhof wolle man einerseits der Natur, aber auch dem Hochwasserschutz gerecht werden.

Der Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU) gab an, dass gerade die Gemeinden die Möglichkeit hätten, vernetzte Strukturen zu schaffen. Es koste keinen Cent mehr, naturbelassene Ecken zu schaffen; das sei eine Frage der Organisation.

Landtagsabgeordneter Thorsten Glauber (FW) berichtete, dass Imker vom Landtag mit rund einer Million Euro gefördert wurden. Durch den Wegfall Englands werde der Haushalt allerdings "neu gestrickt", und manches Projekt könne dabei wegfallen. Außerdem seien Bienen und Obstbau wichtige Wirtschaftsthemen der Region.

Dass nicht nur die genannten Fördermittel den Imkern zugutekommen, erklärte der CSU-Landtagsabgeordnete Michael Hofmann. Denn auch Gelder, die in die Ausbildung fließen, wirken sich hier aus. "Derzeit gibt es 136 Klassen in Schulen, die sich mit Imkerei beschäftigen", sagte Hofmann. Er stellte fest, dass es schwer sei, in Europa für Strukturen der Region zu werben. Da besitze per Definition ein einfacher Landwirt schon mal eine Plantage.


Für nachhaltigen Obstbau

Der Kulturreferent des Landkreises, Anton Eckert, erklärte, dass die Leader-Idee der Entwicklung der ländlichen Räume diene. Seit 2001 seien in Forchheim 60 Projekte umgesetzt worden. Für diese brauche man aber Partner in Vereinen, die Themen benennen und umsetzen. "Ohne Bienen ist kein nachhaltiger Obstbau möglich", sagte Eckert. Er wiederum arbeitet zusammen mit Michael Hofmann, dem Leader-Koordinator beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg. Dieser deutete an, dass es da noch einen möglichen Geldtopf für den Kreislehrbienenstand geben könnte.

Das freute Wolf-Dietrich Schröber, der zugeben musste, dass er nicht geahnt hatte, wie umfangreich das Renovierungsprojekt werden würde, das im März 2015 begonnen hatte. "Doch das ist jetzt für mich kein Ende, sondern ein Anfang. Ich blicke hinter den Horizont und überlege, wo stehen wir in zehn Jahren", meinte er.

Damit die zukünftigen Kurse und Treffen auch erfolgreich sein werden, segneten Pater Vijaya Raju Boddu und der evangelische Pfarrer Matthias Haag (beide Pretzfeld) den Kreislehrbienenstand, der zukünftig auch von anderen Vereinen genutzt werden kann. Zum Start durchschnitten Schröber und Eckert ein Band und Schröber präsentierte die umgebauten Räumlichkeiten.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren