Wiesenttal
Marktgemeinderat

Im Frühjahr 2021 kann es mit der Dorferneuerung in Streitberg losgehen

Mit der Zusage des Marktes Wiesenttal kann die Ausführungsplanung für die Dorferneuerung in Streitberg angegangen werden.
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Die Ausführungsplanung für Dorferneuerung in Streitberg kann beginnen. Foto: Paul Pöhlmann
Die Ausführungsplanung für Dorferneuerung in Streitberg kann beginnen. Foto: Paul Pöhlmann

35 Prozent der Kosten für die Dorferneuerung in Streitberg rund um den Dorfplatz übernimmt die Gemeinde Wiesenttal. Das beschloss einstimmig der Rat, nachdem Oskar Deglmann vom Amt für Ländliche Entwicklung den Projektablauf dargestellt hatte.

"Das ist eine Sache, wo es angenehmer ist zuzustimmen", merkte der Bauoberrat an. Denn Wiesenttal beziehungsweise die Teilnehmergemeinschaft in Streitberg erhalten, weil sich die Kommune an einer Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) beteiligt, 15 Prozent mehr aus den staatlichen Töpfen.

Mit der gemeindlichen Zusage kann die Ausführungsplanung angegangen werden. Deglmann setzt dafür etwa ein Jahr an, so dass die ersten Arbeiten im Frühjahr 2021 stattfinden werden.

Als Erstes ist die die Erneuerung der Bacheinhausung vorgesehen. Der unterirdische Wedenbach soll danach durchgängig unter den Straßen verlaufen. Zwar hätte man gern den Bach offen geführt, erläuterte Deglmann. Dafür reichen aber die Platzverhältnisse nicht aus.

Gewissermaßen als Ersatz wird am breitesten Teil des Dorfplatzes eine Rinne gebaut. Sie wird wahrscheinlich wie der Wedenbach in seinem obersten Teil versintern, so wie es auch an anderen Stellen in der Fränkischen Schweiz von Natur aus vorkommt. "Schön und praktikabel", nannte Deglmann die von Gemeinde und Teilnehmergemeinschaft gefundene Lösung. Denn sie erfordert keine besonderen Unterhaltarbeiten.

Umgestaltung des Platzes

2022 soll dann der eigentliche Platz umgestaltet werden. Dazu passend will das staatliche Bauamt den Bereich der Einmündung der Staatsstraße in die B 470 ebenfalls erneuern. Für die Arbeiten am Wedenbach sind 560.000 Euro veranschlagt, für die Platzgestaltung rund eine Million.

Auf die Gemeinde werden noch Kosten hinzukommen, wenn Leitungen und Kabel im Zuge der Baumaßnahmen erneuert oder verlegt werden müssen. Insgesamt geht man von 1,8 Millionen Euro Bausumme aus.

"Wir freuen uns alle darauf, auch wenn der langen Zeit deutliche Kostenmehrungen geschuldet sind", betonte Konrad Rosenzweig (CSU). Sein Streitberger Ratskollege Gerhard Kraus (BGS) formulierte das Problem mit der Zeitdauer - angeblich 18 Jahre - so: "Ich habe mir immer gewünscht, es vom Schauertal aus zu sehen und nicht von der Niederfellendorfer Seite." In dem Ortsteil befindet sich der Streitberger Friedhof.

Ein Problem bis Fertigstellung will die Gemeinde noch in den Griff bekommen: die Bewirtschaftung der Gaststätte "Schwarzer Adler".

Kraus bedauerte, dass die Hadergasse nicht in das Erneuerungsgebiet einbezogen werden konnte. Durch ihren Ausbau (mit Grunderwerb) hätte eine innerörtliche Ausweichstrecke für die Zeit der Vollsperrung des Dorfplatzes geschaffen werden können. Auch Rosenzweig bedauerte, dass nicht der ganze Luftkurort zum Gebiet der Dorferneuerung gehört. Das müsse die Kommune in Angriff nehmen, insbesondere weil am Gailing ein Hotelneubau zur Erweiterung des Sporthotels geplant ist.

Stabilisierungshilfe

Wiesenttal erhält im kommenden Jahr 500.000 Euro Stabilisierungshilfe, um aus den Belastungen herauszukommen, die der Flächengemeinde in einer doch abgelegenen Region entstanden und entstehen. Für die Trinkwasseranlagenerneuerung ist Wiesenttal ebenfalls ein besonders hoher Zuschuss zugesagt, weil der Markt die letzten 20 Jahre außerordentlich viel in die Wasserversorgung investiert hat.

Aufgabe Abwassersystem

Es gibt aber noch eine Förderchance: Unter strengen Voraussetzungen werden nach der neuen Förderrichtlinie RZWas auch Maßnahmen zur Erneuerung des Abwassersystems bezuschusst. Kämmerer Hans Müller sitzt derzeit darüber, die erforderlichen Daten für Wiesenttal zusammenzutragen: Pro Einwohner muss die Gemeinde zwischen 2002 und 2018 mehr als 1750 Euro aufgewendet haben und es muss eine Überschneidung von mehr als 75 Prozent zwischen Wasserversorgungsgebiet und Abwasserentsorgungsgebiet bestehen.

Im Rat gab es dazu noch Fragen. Besonders Hans Heißenstein (WU) mahnte, diesen Zuschuss "nicht zu verschlafen. Ansonsten wäre es für einen Großteil unserer Ortsteile dramatisch". Gemeint sind die Bergorte, die über Kleinkläranlagen verfügen oder verfügen sollen.

Sorgen macht dabei Heißenstein die kurze Laufzeit der Förderung von gerade mal zwei Jahren. "Platzt dann alles, wenn wir in der Zeit nicht alle Ortsteile schaffen?" Man setzt hier auf eine Verlängerung, denn das von den Kommunen bayernweit eingereichte Arbeitsvolumen könne in zwei Jahren gar nicht abgearbeitet werden.

Helmut Hofmann (ZuJu) bat um Absicherung, dass die Kommune nicht etwas weiterbauen müsse, auch wenn sie dann keine Zuschüsse mehr erhalte. Diese Situation könne Wiesenttal wirtschaftlich nicht stemmen, und die Engpässe, die durch die Arbeit der letzten Jahre abgebaut werden konnten, träten in alter Schärfe wieder auf.

Kein Zusammenhang mit Förderungen besteht bei der Überarbeitung der Erschließungsbeitragssatzung: Die der Gemeinde wurde durch Ratsbeschluss an die neue Mustersatzung angepasst. Dabei ging es im Wesentlichen um die Aufnahme neuer Sachverhalte wie kombinierte Geh- und Radwege oder Breiten von Wendehämmern.

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