Forchheim
Prozess

Forchheim/Bayern: Illegales Rennen auf der A73: Autobahnraser verurteilt

Die Polizei erwischte einen Mann bei einem verbotenen Autobahn-Rennen bei Forchheim. Der Raser muss Tausende Euro zahlen und seinen Führerschein abgeben.
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Der 37-Jährige lieferte sich  ein strafbares Rennen mit einem unbekannten Auto zwischen Forchheim-Nord und Buttenheim. Foto: Ronald Heck
Der 37-Jährige lieferte sich ein strafbares Rennen mit einem unbekannten Auto zwischen Forchheim-Nord und Buttenheim. Foto: Ronald Heck

Am Ende ging es ganz schnell: Der 37-jährige Angeklagte und seine beiden Anwälte räumten die Vorwürfe ein: Der Mann soll im März 2018 an einem illegalen Autorennen auf der A73 bei Forchheim teilgenommen haben. Die Verteidigung beschränkte ihren Einspruch gegen den Strafbefehl gleich zu Beginn des zweiten Verhandlungstermins lediglich auf die Rechtsfolge - sprich welche Strafe der Raser dafür bekommen sollte.

Mit seiner Verurteilung endet in Forchheim das erste Strafverfahren, bei dem der neue Paragraph 315d (verbotenes Kraftfahrzeugrennen) des Strafgesetzbuches greift. Denn ein illegales Autorennen ist seit Oktober 2017 eine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit mehr. Rasern, die an illegalen Autorennen teilnehmen, droht jetzt eine Geldbuße oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren (siehe Infobox).

Gefährliches Rennen geliefert

Ein solches strafbares Rennen lieferte sich der Raser am 31. März 2018 zwischen Forchheim-Nord und Buttenheim mit einem unbekannten Auto. Der 37-Jährige überholte mit seinem Porsche diesen Pkw unter anderem rechts, die beiden Autos fuhren dicht auf. Zudem seien unbeteiligte Verkehrsteilnehmer knapp überholt worden.

Die Anklageschrift wirft dem Mann zudem vor, mit über 240 Stundenkilometern über die Autobahn gerast zu sein, bis die Wettfahrt rund einen Kilometer vor der Ausfahrt Buttenheim endete. Die Raser überholten sogar einen Polizeiwagen. Die Beamten konnten den Lichtenfelser anschließend stellen.

Weil der 37-Jährige gegen den Strafbefehl (100 Tagessätze zu je 100 Euro und Führerschein-Entzug von zwölf Monaten) Einspruch einlegte, landete der Fall vor dem Amtsgericht Forchheim. Seine Anwälte strebten eine Verständigung an: Der Versicherungskaufmann sei auf sein Auto angewiesen, der Porsche war vier Monate sichergestellt.

Da der Angeklagte das illegale Autorennen zugegeben hatte, verständigten sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft auf 70-90 Tagessätze (je 100 Euro) und drei Monate Fahrverbot. Während der Staatsanwalt 90 Sätze für gerecht hielt, plädierte Verteidiger Joachim Voigt für 70: "Man muss schon berücksichtigen, wie lange die Tat schon her ist. Außerdem wurden keine Dritten gefährdet", meinte der Rechtsanwalt.

Forchheims Amtsrichterin Silke Schneider verurteilte den nicht vorbestraften Mann zu 80 Tagessätzen Geldstrafe. Der Mann muss demnach insgesamt 8000 Euro zahlen. Zudem muss er seinen Führerschein für drei Monate abgeben.

Das sagt das der Paragraph 315d (StGB) über "verbotene Kraftfahrzeugrennen"

Gesetz Wer im Straßenverkehr ein nicht erlaubtes Kraftfahrzeugrennen ausrichtet oder durchführt, als Kraftfahrzeugführer an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen teilnimmt oder sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist ebenfalls strafbar.

Gefährdung Wer Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Wer in Gefährdungsfällen die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft

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Gesundheit Verursacht der Täter durch die Tat den Tod oder eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Quelle: Strafgesetzbuch

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