Igensdorf
Marktgemeinderat

Igensdorf braucht eventuell weiteren Container für Kita-Kinder

Der Rohbau für den neuen Kindergarten in Igensdorf muss neu ausgeschrieben werden. Das führt zu Verzögerungen.
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In Containern sind die Kita-Kinder in Rüsselbach derzeit untergebracht. Da der Bau wohl nicht rechtzeitig bis  September 2019 fertig wird, muss ein weiterer Container aufgebaut werden. Foto: Petra Malbrich
In Containern sind die Kita-Kinder in Rüsselbach derzeit untergebracht. Da der Bau wohl nicht rechtzeitig bis September 2019 fertig wird, muss ein weiterer Container aufgebaut werden. Foto: Petra Malbrich
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Die Zeit drängt. Bis September nächsten Jahres sollten die Kindergartenkinder von Igensdorf im Container in Rüsselbach untergebracht sein und dann in die neue Kindertagesstätte umziehen können. Diese Zeit wird zum momentanen Stand des Baus wohl nicht eingehalten werden, und das bringt Eltern in Bedrängnis.

"Wir brauchen eine feste Zusage", sagte Tanja Klötzer vom Elternbeirat in der Bürgerfragestunde. Denn auch der Arbeitgeber will eine Zusage. Die 25 Kinder würden noch länger in dem Container untergebracht sein. Auch das gefällt den Eltern nicht, denn trotz liebevoller Gestaltung bleibe es ein Provisorium mit Defiziten. Beispielsweise fehlen Schallschutzwände, was zu einem hohen Lärmpegel führe.


Platzmangel

Ein weiteres Problem ist der Platzmangel. Wenn es bei dem einen Container als Zwischenlösung bleibt, reicht der Platz für die Kinder nicht. "Es bedeutet, dass im September 2019 für acht Kindergartenkinder kein Platz mehr zur Verfügung steht", sagt Klötzer. Nicht mitgezählt seien Zuzüge und Nachrücker, die auf der anderen Seite benötigte Krippenplätze freimachen würden.

Mit Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) wurden Strategien ausgearbeitet, wie der Bau beschleunigt werden oder den Eltern eine Planungssicherheit gegeben werden könnte, sollte der Neubau nicht wie gewünscht im September 2019 fertig sei. Zum einen soll der Container erweitert werden, um allen Kindern einen Platz anbieten zu können. Zum anderen musste bislang jede Vergabe von Bauleistungen vom Marktgemeinderat abgesegnet werden. Das soll nun aufgehoben werden, um Zeit zu gewinnen.


Zeitverzögerung

"Die Gemeinde muss das günstigste Angebot nehmen", erläuterte Bürgermeister Rast. Gehe man dann erst in die Sitzung, würde man zehn Tage mindestens verlieren. Zwei Ausschreibungen würden mindestens 20 Tage Zeitverzögerung bedeuten. Das Ganze könne jedoch beschleunigt werden, wenn das Gremium die Verwaltung ermächtige, die Arbeiten an die wirtschaftlichste Firma zu vergeben.

Die Rohbauarbeiten wurden ausgeschrieben und das Ergebnis führt zu einer Verzögerung des Baus. Von sieben angeschriebenen Firmen kam nur ein Angebot zurück. 500.000 Euro würden diese Arbeiten laut Gewerk kosten, das Angebot beläuft sich auf 690.000 Euro. "Das müssen wir wegen Unwirtschaftlichkeit aufheben und deshalb neu ausschreiben", erklärte Rast. Die Firma, die das Angebot abgegeben hatte, brauche den Auftrag nicht, informierte Rast. Für die Bauwirtschaft sei das Jahr bereits gelaufen.

Angesichts dessen hält Waldemar Friebe (SPD) den Zeitplan für unrealistisch. Eine finanzielle Obergrenze bei den Ausschreibungen wollte Dritter Bürgermeister Hans-Jürgen Röhrer (SPD), was mit der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) gegeben sein sollte. Stefan Gebhardt (Junge Bürger) sieht deshalb auch keine andere Möglichkeit als eine Erweiterung des Containers. Werner Hammerand (IU) vermisste nicht nur Kosten für die Container, sondern auch andere Möglichkeiten. Könnten die Kinder statt in einem erweiterten Containern in anderen Einrichtungen übergangsweise untergebracht werden?, wollte Hammerand wissen. "Man kann Kinder nicht irgendwo ein Vierteljahr zwischenlagern. Das sind kleine Kinder, die sind zum ersten Mal von der Mama weg", hielt Barbara Poneleit (Grüne) entgegen.


Acht Kinder zu viel

Bürgermeister Rast will die acht Kinder nicht gehen lassen, und auch Wolfgang Rupprecht und Bernd Merkl ( beide IU) befürworteten, Container aufzustellen. Eine Containeranlage kostet den Markt 2500 Euro pro Monat. Die Verwaltung wurde nun ermächtigt, die Maßnahmen an den günstigsten Bewerber zu vergeben. Zudem wurde der Containeranlage zugestimmt, falls nicht wie geplant Anfang September 2019 in den neuen Kindergarten eingezogen werden kann.

Der Baufortschritt soll beobachtet werden. "Wenn man am 31. März 2019 nicht sagen kann, ob der Kindergarten im September fertig ist, dann haben wir etwas falsch gemacht", meinte Peter Friedrich (Bürger-Union Igensdorf). 850.000 Euro hat der Markt für den Kita-Neubau in den Haushalt gestellt.


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