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ICE-Ausbau: Neue Pläne für den Abriss der Piastenbrücke in Forchheim

Nach dem Annafest 2019 sollte die Piastenbrücke abgerissen werden. Doch die Erneuerung des Bauwerks verzögert sich nicht nur, sie wird für die Stadt auch um 400 000 Euro teurer.
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Mit der grauen Lärmschutzwand endet der bisherige Bauabschnitt des ICE-Streckenausbaus in Forchheim. Im nächsten Bauabschnitt wird ab 2020 die alte Piastenbrücke abgerissen und durch eine Stahlbogen-Brücke ersetzt.  Foto: Ekkehard Roepert
Mit der grauen Lärmschutzwand endet der bisherige Bauabschnitt des ICE-Streckenausbaus in Forchheim. Im nächsten Bauabschnitt wird ab 2020 die alte Piastenbrücke abgerissen und durch eine Stahlbogen-Brücke ersetzt. Foto: Ekkehard Roepert
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"Piastenrot" wird sie werden - und in im Sommer sollte sie entstehen. Doch mit dem Bau der neuen Piastenbrücke wird es in diesem Jahr nichts. Die Bahn hat den Neubau, der im Rahmen des viergleisigen ICE-Ausbaus nötig ist, um ein Jahr verschoben.

Es geht um den sogenannten Abkommenschutz. Dabei handelt es sich um eine Schutzmauer auf der Brücke, die bei einem Unfall verhindert, dass ein Auto auf die Gleise stürzen kann.

Zuerst hatte die Bahn diese Schutzmauer aus Beton geplant. Die Stadt, die für die Kosten des Teils aufkommen muss, drängte auf eine Variante aus Stahl. Die sei aus zwei Gründen vorteilhaft, sagt Roland Eismann, der Chef der Bauverwaltung: "Der Abkommensschutz wird zwischen Fahrbahn und Gehweg gebaut. Das verschmälert den Gehweg. Weil die Stahlkonstruktion schlanker ist, bleibt etwas mehr Raum für die Fußgänger. Zudem schaut Stahl besser aus."

Zwar sei die Bahn auf den Wunsch der Stadt eingegangen, doch zum Preis einer zeitlichen Verschiebung, bedauert Eismann: "Die Bahn muss die Ausschreibung für die Teilerneuerung der Brücke neu überarbeiten. Daher verschiebt sich der Neubau der Piastenbrücke genau um ein Jahr."

Die Bahn schätzt, dass die neue Brücke rund 7,3 Millionen Euro kosten werde. Nach einjähriger Bauzeit wird die Brücke in das Eigentum der Stadt übergehen, die dann für den Unterhalt sorgen muss. In der heutigen Stadtratssitzung werden die Räte entscheiden, ob sie die 400 000 Euro Mehrkosten für die Stahlvariante ausgeben wollen.

Roland Brütting, der Leiter des Verkehrsamtes, hält die Stahl-Variante für sinnvoll. Sie sei wesentlich leichter als die vorher geplante Beton-Gleitwand. Die Beton-Variante habe den Nachteil, dass bei jeder Lkw-Fahrt über die Brücke "60 Tonnen zusätzlich mitschwingen", sagt Brütting: "Das würde die Lebensdauer der Brücke erheblich beeinträchtigen."

Umleitung ist längst geplant

Mit der einjährigen Verzögerung und mit dem Abriss der Piastenbrücke ab August 2020 könne er leben, sagt der Chef der Verkehrsbehörde. Die Umleitung über die Hans-Sachs-Straße stehe seit langem; ebenso die Planungen für die Einsatzwege der Feuerwehren und Rettungsfahrzeuge.

Etwas undurchsichtig gestalte sich dagegen die Sperrung des Fuß- und Radweges zwischen Jean-Paul-Straße und Piastenbrücke, bedauert Roland Brütting: "Viele Bürger rufen im Amt an und sagen uns, dass der Weg gebraucht wird - auch von den Schülern."

Sperrung bis Juni möglich

Wann die Bahn den Weg wieder freigeben wird, weiß Roland Brütting nicht. Ihm sei lediglich bekannt, dass die Bahn die "verkehrsrechtliche Anordnung" bereits für den 1. Oktober beantragt hatte und dass die Sperrung theoretisch bis Ende Juni möglich sei.

Seit 50 Jahren nutzt Otwin Schneider den Weg, der von der Jean-Paul Straße an den Schienen entlang bis zur Piastenbrücke führt. "Für die Schüler ist dieser Fuß- und Radweg westlich der Schienen ebenfalls eine wichtige Verbindung", sagt Schneider. Er ärgert sich, dass die Bahn den Weg ohne Ansage gesperrt habe. "Darf sie das überhaupt? Zumindest eine frühzeitige Information hätte ich erwartet", sagt der Anwohner der Jena-Paul Straße, der sich seit vielen Jahren auch für die Bürgerinitiative Forchheim Nord engagiert.

Die Sperrung habe mit dem ICE-Streckenausbau in Forchheim zu tun, erklärt ein Sprecher der Bahn unserer Zeitung. Der Zugang zum Fuß- und Radweg liegt genau zwischen zwei Bauabschnitten und musste wegen der Arbeiten an der Strecke gesperrt werden. Der sogenannte "Bahnseitenweg" soll im Frühjahr wieder "für die öffentliche Nutzung frei gegeben werden". Die Verzögerung begründet der DB-Sprecher mit einem "privatrechtlichen Problem", das es noch zu klären gelte.



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