Behringersmühle
Ansichtskarte

Historischer Blick auf den Bahnhof Behringersmühle

Der Sammler Günther Klebes ersteigerte eine Ansichtskarte vom Bahnhof Behringersmühle. Nach fast 90 Jahren ist die Karte zurück in Franken.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die ersteigerte Karte aus der Fränkischen Schweiz Repro: Günther Klebes
Die ersteigerte Karte aus der Fränkischen Schweiz Repro: Günther Klebes

Im Zeitalter der sozialen Medien, von E-Mails und MMS-Nachrichten scheint die gute alte Ansichtskarte nur noch etwas für Traditionalisten zu sein. Oder für Sammler wie Günther Klebes. Der 69-jährige Erlanger liebt alte Postkarten, genauer solche mit eisenbahnhistorischen Motiven aus dem deutschsprachigen Raum. Seine jüngste Errungenschaft ist eine Ansichtskarte mit dem Bahnhof Behringersmühle. "Ich bin bei einer luxemburgischen Internet-Auktion auf die Karte gestoßen und habe mir gesagt: ,Den Bahnhof in Behringersmühle, den muss ich haben'", sagt der Schulbusfahrer, der in Erlangen zuhause ist. Postkarten, die die unterschiedlichsten Züge und Brücken im Wiesenttal  zeigen, gehören schon länger zu seiner rund 600 Exponate umfassenden Sammlung. Doch die Ansicht vom Endbahnhof , die fehlte noch.

Vor der Eröffnung der Strecke

Versandt wurde die Karte nie, ging also wohl gleich in Sammlerhand. Besonders reizvoll für Klebes ist, dass die Ansicht vor der Eröffnung der Reststrecke der Bahn im Oktober 1930 entstanden sein muss. Man erkennt Reste der Baustelleneinrichtung vor dem Ausziehgleis. "Erstaunlich fand ich auch, dass der Anbieter eine Adresse in Hessen  hatte", erklärt Klebes. Weil er der einzige Bieter war, konnte er die Wunschkarte auch noch zum Schnäppchenpreis von gerade einmal 4,50 Euro  erwerben. "Das ist eigentlich viel zu billig", kommentiert das der Käufer. Normalerweise wäre er bereit gewesen, dafür bis zu acht Euro auszugeben; denn es war eine selten angebotene Karte. Es gebe aber auch Sammler, die einen zweistelligen Betrag für eine Ansichtskarte hinblättern würden. Wie das gute Stück aus dem Wiesenttal nach Hessen  gekommen ist, darüber kann Sammler Klebes nur spekulieren. "Ob  einfach ein Bündel alter Postkarten nach einer Haushaltsauflösung an einen Händler veräußert wurde, der die Karten über das Internet weiter vermarktet, weiß ich nicht", sagt Klebes. Er hat auch schon Karten aus Australien, Israel  oder Kanada erworben.

Ausstellungen für die Karten

Seine Sammelwut in Sachen Bahn-Postkarten ist übrigens kein Einzelfall: "Es gibt sogar eigene Ausstellungen für Eisenbahn-Philatelisten", sagt Klebes und durchforscht schon wieder das Internet nach Exponaten wie der Ansichtskarte aus der Fränkischen Schweiz.

Hochzeitsreise mit Glacier-Express

Der 69-jährige Klebes sammelt nach eigenem Bekunden begeistert "alles, was mit der Bahn zu tun hat - außer echte Lokomotiven". Bei ihm zu Hause stehen Modelle und historische Uniformmützen - die sogenannten Rotkäppchen- neben zahllosen selbst geschossenen Fotos und Alben voll einschlägiger Telefonkarten und Briefmarken. Daneben arbeitete der Schulbusfahrer und dreifache Vater ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission, als Hobby nennt er "Bahnfahren", und selbst auf Hochzeitsreise ist er vor 35 Jahren mit dem Glacier-Express  von St. Moritz nach Zermatt gefahren. Sehr oft ist er mit der Bahn unterwegs - und auch regelmäßig Gast in Ebermannstadt bei der Museums-Dampfbahn.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren