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Hetzleser Gemeinderat lehnt Sonderwünsche im Baugebiet ab

Im neuen Baugebiet "An der Schule" in Hetzles haben Antragsteller Sonderwünsche. Der Bürgermeister warnt davor, Präzedenzfälle zu schaffen.
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Der Fußweg von der Michael-Deinlein-Straße in die  Dorfmitte zur Hinteren Dorfstraße wird behindertengerecht ausgebaut. Karl Heinz Wirth
Der Fußweg von der Michael-Deinlein-Straße in die Dorfmitte zur Hinteren Dorfstraße wird behindertengerecht ausgebaut. Karl Heinz Wirth

Der Bebauungsplan "An der Schule" in Hetzles ist noch nicht einmal ein Jahr alt, schon muss sich der Gemeinderat in Hetzles mit einer Reihe von Anträgen auf Befreiung von den Festsetzungen befassen. Ein Antragsteller plant auf seinem Grundstück die Errichtung einer Stützmauer mit einer Maximalhöhe von 1,20 Metern entlang der Erschließungsstraße "Im Kirschgarten" sowie einer Privatstraße. Im Bebauungsplan seien Geländeanpassungen, erklärte Bürgermeister Franz Schmidtlein (BHH), so geregelt, dass Stützmauern entlang gemeinsamer Grenzen an Erschließungsstraßen unzulässig seien. Zwischen den Grundstücken sind zum Abfangen von Gelände Stützmauern bis 1,20 Meter zugelassen, während reine Einfriedungsmauern einen Meter nicht übersteigen dürfen. Gemeinderat Michael Bayer (Bürgerblock) gab zu bedenken, den Antrag als Einzelfall zu betrachten. Es sei ein kleines Grundstück mit großer Hanglage. Schmidtlein widersprach und erinnerte die Räte daran, dass jeder Bauherr wusste, dass die Grundstücke am Hang liegen. Der Antragsteller hat bereits mit dem Bau der Stützmauer begonnen, der von der Bauaufsichtsbehörde zwischenzeitlich gestoppt wurde, um die Entscheidung der Gemeinde abzuwarten. Der Bauwerber begründete seinen Antrag mit der Notwendigkeit der Stützmauer, um die Standsicherheit seines Wohngebäudes zu sichern. Ein entsprechendes Gutachten hierzu liege der Verwaltung nicht vor, teilte Schmidtlein mit. "Wir haben bei Aufstellung des Baugebietes viel Geld ausgegeben für die Planung, und jeder Bau wurde ohne Stützmauer konzipiert und bauaufsichtlich genehmigt", daran erinnerte Schmidtlein. "Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Stützmauer und Einfriedungsmauer?", fragte Franz Braun (BHH) nach. Bei einer Stützmauer kann das Gelände aufgefüllt werden und ein Zaun aus Schutzgründen muss auch noch angebracht werden, bei einer Einfriedungsmauer darf nicht aufgefüllt werden und das natürliche Gelände bleibt erhalten, erläuterte Schmidtlein. Peter Rubner (BHH) schlug vor, die Höhe der Stützmauer zu begrenzen. "Wir sind hier nicht auf dem Basar", lehnte der Bürgermeister den Vorschlag ab, "ich warne nur davor, hier einen Präzedenzfall zu schaffen. Ich möchte verhindern, dass wir am Ende im Baugebiet eine Betonlandschaft vorfinden." Nach eingehender Beratung stimmten die Räte mit 6:6 gegen den Antrag. Weiteren Diskussionsbedarf hatten die Räte beim Antrag dreier Grundstückseigentümer aus dem Baugebiet "An der Schule" auf Abweichung von drei Metern Stauraum. Bezüglich Befreiungen gerade in diesem Baugebiet war der Gemeinderat bislang restriktiv. Der Gemeinderat beauftragte Bürgermeister und Verwaltung, künftig solche Anträge mit dem Bescheid zu erledigen, dass der geforderte Stauraum eingehalten werden muss. Dem stimmten die Räte mehrheitlich zu.

Nachbau von Brautkronen

Für den Nachbau der Brautkronen für die Hetzleser Tracht gibt es noch verschiedene Maschinen, Materialien und Werkzeuge, die für 1200 Euro zum Verkauf stehen. Gregor Forster aus Neunkirchen am Brand war für den Nachbau der Brautkronen bisher verantwortlich und möchte diese Utensilien veräußern. Die Gemeinderäte beschlossen nach kurzer Beratung, die Maschinen und Materialien zu kaufen. Der Fußweg von der Michael-von-Deinlein-Straße zur Hinteren Dorfstraße soll behindertengerechtausgebaut und gepflastert werden, um eine saubere Wegeverbindung ins Dorf zu schaffen, teilte Bürgermeister Schmidtlein mit. Bei einer Begehung mit dem Bauamt und dem Straßenbauingenieur stellte man fest, dass der behindertengerechte Ausbau möglich ist und ein Gefälle von mindestens sechs Prozent durchführbar ist. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, ohne große Umwege in den Ort zu gelangen. Die Kosten für die Maßnahme liegen bei 36 .000 Euro. Einstimmig befürworteten die Räte den Ausbau. Abschließend beschloss der Gemeinderat, dem Sportverein Hetzles für die geleistete Jugendarbeit einen Zuschuss in Höhe von 2500 Euro zu gewähren.



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