Heroldsbach
Brauchtum

Heroldsbacher Johannisfeuer ist eines der größten im Landkreis Forchheim

Das Heroldsbacher Johannisfeuer fand früher auf dem Weinberg statt, inzwischen wird es auf dem Parkplatz des Erlebnisparks Schloss Thurn entzündet.
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Das Johannisfeuer in Heroldsbach Foto: Alexander Hitschfel
Das Johannisfeuer in Heroldsbach Foto: Alexander Hitschfel
An den nächsten zwei Wochenenden werden wieder überall in Stadt und Landkreis Forchheim Johannisfeuer entzündet. In Heroldsbach richten Sebastian Kramer und die Mitglieder der Katholischen Jugend seit nunmehr 40 Jahren das Johannisfeuer aus.

Um 18.30 Uhr beginnt das Fest am Samstag, 16. Juni, mit einem Bieranstich. Um 21.30 Uhr zieht dann ein Fackelzug durch den Ort hinauf zum Festplatz. Veranstaltungsort ist wie auch in den Vorjahren der Parkplatz des Erlebnisparks Schloss Thurn. Um 22 Uhr wird dann das Johannisfeuer entzündet.

Seit 1978 wird das Feuer von der katholischen Jugendgruppe organisiert, erzählt Kramer. Offenbar habe es bereits schon vorher in Heroldsbach solche Feuer gegeben, die dann allesamt "einschliefen". In den Anfangsjahren fand das Feuer auf dem Weinberg in Heroldsbach statt. Der damalige Platz sei schön gewesen, aber man war "infrastrukturell" sehr eingeschränkt, erzählt Kramer.

Das Organisationsteam war also auf der Suche nach einer neuen Fläche. Nachdem die Gräfin von Bentzel damals das Amt der Pfarrgemeinderätin innehatte, erklärte sich die gräfliche Familie schnell bereit, den Parkplatz des Erlebnisparks für das Johannisfeuer zur Verfügung zu stellen.


Der Name

Doch warum wird eigentlich das Johannisfeuer entzündet und wie kommt das Feuer zu seinem Namen? Liturgisch betrachtet wurde das Datum der Geburt von Johannes dem Täufer drei Monate nach Maria Verkündigung und sechs Monate vor Weihnachten errechnet, nämlich genau am Datum der Sommersonnenwende, die immer im Zeitraum vom 22. Juni bis 24. Juni stattfindet. Noch eine Besonderheit ist zum Johannifest zu sagen: Jesus Christus, seine Mutter Maria und Johannes der Täufer sind die drei Heiligen, bei denen neben dem Sterbetag auch der Geburtstag in der katholischen Kirche als Hochfest begangen wird.


Getanzt wird nur noch selten

Über viele Jahre hinweg zählte auch der Tanz um das entzündete Johannisfeuer zur Tradition, ein Brauch, den man heute nur noch sehr selten findet. Nachdem das Johannisfeuer in Verbindung mit Feuer und Sonne in Verbindung gebracht wurde, wird es auch oftmals als Sonnwendfeuer beantragt.

Auch der Volksglauben spielt eine wichtige Rolle. Durch das Johannisfeuer sollen Dämonen abgewehrt werden, die Böses über die Menschen bringen wie Krankheiten, Viehschäden oder missgebildete Kinder. Bei sehr vielen Johannisfeuern wird das Böse, dargestellt als eine Strohpuppe in Gestalt einer Hexe, im Feuer verbrannt. "Das ist auch beim Heroldsbacher Johannisfeuer so", erklärt Kramer.

Das Johannisfeuer wird auch oftmals als Hagelfeuer bezeichnet, welches Hagelschäden abwenden soll. Bei manchen Johannisfeuern gehört es zum Brauch dazu, dass Mädchen und Jungen - quasi als Mutprobe - über das Johannisfeuer springen. Das scheidet jedoch in Heroldsbach aus, da das Heroldsbacher Johannisfeuer mit einer Höhe von über sieben Metern zu den größten seiner Art in Stadt und Landkreis Forchheim zählt, ist sich Kramer sicher.


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