Neunkirchen am Brand
Immobilie

Hemmerlein-Gelände wurde überraschend verkauft

Die Firma BPD hat das Hemmerlein-Areal in Neunkirchen am Brand erworben. Auf dem Gelände werden 150 Wohnungen gebaut. Gemeinderäte sind überrascht.
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Das Gelände des Betonwerks Hemmerlein liegt seit Jahren brach. Foto: Petra Malbrich
Das Gelände des Betonwerks Hemmerlein liegt seit Jahren brach. Foto: Petra Malbrich

Die Niederlassung Nürnberg der BPD-Immobilienentwicklung-Gesellschaft hat das Areal der ehemaligen Betonwerke Hemmerlein in Neunkirchen am Brand erworben. Das berichtet das Internetportal "IM - Immobilienmanager".

Das rund drei Hektar große Gelände liegt im unmittelbaren Einzugsbereich der Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Forchheim. Verkäuferin ist die Grund-und-Raum-Projekt-Gesellschaft aus Heroldsberg (Kreis Erlangen-Höchstadt). Das niederländische Unternehmen BPD (Bouwfonds Property Development) plant in Fortführung des Projekts von "Grund und Raum", auf dem Gelände der ehemaligen Betonwerke etwa 150 Wohneinheiten in mehreren Bauabschnitten zu errichten.

Von dem Verkauf sind Zweiter Bürgermeister Martin Mehl (CSU) und Fraktionsvorsitzender Martin Walz (CSU) überrascht. Martin Walz geht sogar davon aus, dass der Deal auch der Verwaltung nicht bekannt war. "Die Gemeinde müsste meines Wissens zumindest bezüglich eines eventuellen Vorkaufsrechts formal angefragt werden", erklärt Walz.

Grundsätzlich jedoch habe die Marktgemeinde großes Interesse daran, dass die Brache beseitigt und der Bau zügig durchgeführt werde, meint Mehl. Auch die Hoffnung auf Preise auf einem gut bezahlbaren Niveau hat die Gemeinde.

Beschluss vollzogen

Erst in der Oktobersitzung hatte der Gemeinderat den Satzungsbeschluss vollzogen, alle Einwände waren durchgesprochen worden. "Der Erwerber ist klar an die Vorgaben und Rahmendaten des Bebauungsplans gebunden", erklärt Zweiter Bürgermeister Martin Mehl, der den urlaubenden Bürgermeister Heinz Richter (FW) vertritt.

"Dass nun ein anderer Investor einsteigt, ändert sachlich gesehen an unserer Situation nichts. Die Anforderungen, Ziele und Erwartungen bleiben die gleichen", bekräftigt auch Walz. Möglicherweise könnte der Verkauf sogar von Vorteil sein. "Der bisherige Investor hat versucht, uns immer wieder unter Druck zu setzen. Nachdem jetzt inzwischen alle Punkte erledigt sind, ist aber von dessen Seite nichts weiter passiert. Insofern kann der Verkauf einen dringend notwendigen Schub geben", verkündet Walz.

Leichte Zweifel

Denn eigentlich erwartet die Gemeinde eine zügige Bebauung. Leichte Zweifel hat Zweiter Bürgermeister Mehl wegen der auf der BPD-Internetseite angegebenen 60 Einfamilienhäuser, die auf dem Areal angeblich entstehen sollen. Aus seiner Erinnerung heraus seien primär Doppelhäuser vorgesehen.

Beim vorherigen Investor "Grund und Raum" war bislang kein Verantwortlicher zu sprechen. Die Anfragen sollten schriftlich geschickt werden und würden beantwortet werden. Auch beim neuen Investor war am Donnerstag kein Verantwortlicher zu sprechen. Ein Rückruf war noch nicht erfolgt. Das Gelände der ehemaligen Betonwerke Hemmerlein beherbergt teilweise noch die alten Produktions- und Fertigungsgebäude. Diese werden voraussichtlich Anfang 2020 vollständig abgerissen. Unmittelbar im Anschluss kann mit den Vorbereitungen für die Erschließung des Areals begonnen werden.

Bauprojekt in Forchheim

BPD hat derzeit auch ein Projekt in Forchheim am Laufen: In der Hainbrunnenstraße entstehen anstelle des früheren Seniorenheimes des Bayerischen Roten Kreuzes drei einzigartige Fünfeck-Häuser. Es sind energieeffiziente Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 44 Eigentumswohnungen. BPD erwarb 2018 von der Grund-und-Raum-Unternehmensgruppe bereits ein Grundstück am Hirseweg in Stein (Kreis Fürth).

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