Heiligenstadt
Prunksitzung

Heiligenstadter Schnecken geraten aus ihren Häuschen

Von wegen lahme Schnecken. Heiligenstadt tobte bei der Faschingsveranstaltung am Wochenende. Die Bühne der historischen Oertelscheune erzitterte.
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Die Narrlangia-Markgrafengarde aus Erlangen mit ihrem Marschtanz Foto: fra-press
Die Narrlangia-Markgrafengarde aus Erlangen mit ihrem Marschtanz Foto: fra-press
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Die "heiligen Stadtschnecken" ließen bei ihrer Prunksitzung in der Oertelscheune mit einem an närrischen Höhepunkten nur so strotzenden Programm wieder einmal die Bühne erzittern, dass es selbst der anwesenden Politprominenz so richtig warm ums Herz wurde.

Da präsentierten die blendend aufgelegten Stadtschnecken-Vorzeigefrauen, die Vorsitzende Silke Arndt und ihre Präsidentin Eva-Katharina Schmidt ein Programm, das nach dem Entree durch Hofmarschall Christian Ott und dem Einzug der Aktiven gleich mit den Kleinsten, den in leuchtendes Pink gekleideten Schneckenzwergen, und ihrem Tanz zu "Barbie & Ken", einen ersten putzigen Höhepunkt erlebte.
Danach führte Tanzmariechen Dani Schultes (24) von der befreundeten Narrlangia aus dem mittelfränkischen Erlangen vor, was man tänzerisch so alles auf die Bühne zaubern kann.

Hervorragende Nachwuchsarbeit

Zu beneiden ist der erst vor sechs Jahren gegründete Faschingsverein Die "heiligen Stadtschnecken" um seine Nachwuchsarbeit, die sich bei den Auftritten der Gardeformationen mit so schönen Namen wie "Schnirkelschnecken", "Sternschnecken" oder auch als tänzerisches Aushängeschild "Markgrafengarde" beweist. Alle konnten bei ihren gelungenen Marschtänzen oder Showtänzen zum Beispiel als "Cowgirls" oder als verspätete "Weihnachtswichtel" das Publikum mitreißen.

Süß, die Kleinen

Pure Romantik strahlte das neue Kindermarkgrafenpaar Tim & Leonie von Greifenstein bei seiner Vorstellung aus. Es nahm nach einem gemeinsamen Walzer auf dem Thron Platz, stets gut beschirmt vom Hofnarren persönlich, von wo aus es dann mit dem Zweiten Bürgermeister des Marktes Heiligenstadt, Hans Göller, einen wahren Profi in der Bütt erlebte. Dieser hielt seinem Örtchen und den lieben Mitbürgern den Spiegel vor und rührte mit seinem "Seidla" mehr oder weniger beschwingt die Werbetrommel für Heiligenstadt.
Nach dem Marschtanz der Narrlangia-Markgrafengarde in leuchtendem Rot unternahm Präsidentin Eva-Katharina Schmidt mit drei Mitspielern aus dem Publikum einen Besuch beim "Onkel aus Amerika", bevor es dann zur Verleihung des diesjährigen Heiligenstädter "Goldschneck" kam. Dieser ging in diesem Jahr an den neuen Bamberger Landrat Johann Kalb, der zuvor Bürgermeister Helmut Krämer mit seiner Frau Brigitte und die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner ganz schön hatte warten lassen.

Dafür lieferte die Vorjahresordensträgerin gleich den närrischen Zuhörern die Erklärung dafür, warum der 55-jährige Jurist als ehemaliger Bürgermeister von Buttenheim ein "Schwarzer" geworden ist: sein Vater war ein Kohlenhändler.

Nach der Pause fielen die Hüllen - rutschten die Hosen

Nach der Pause, dann aber ohne alle Kinder und Jungendlichen unter 16 Jahren, wie Präsidentin Schmidt ihre Zuhörer wissen ließ, wurde das Marktoberhaupt dazu animiert, sich wie einst bei "Wetten dass" bis zum Faschingsdienstag einer Saalwette zu stellen: Wetten, dass er es nicht schafft, am Faschingskehraus sechs Politiker in einem Ballett auf die Bühne zu bringen. Bei gewonnener Wette müssten dann die "heiligen Stadtschnecken" mit 20 Leuten am Umwelttag teilnehmen, während bei verlorener Wette Bürgermeister Krämer dort eine Stunde lang sich am Kinderschminken versuchen müsste.

War es bei dem Nachwuchs-Markgrafenpaar noch ein klassischer Walzer, legte das "große" Markgrafenpaar Sabrina I. aus North Carolina & Sascha I. von Mirschberg einen heißen Rock'n'Roll auf die närrischen Bretter. Richtig heiß wurde es dann nicht nur der Vorsitzenden Silke Arndt und Präsidentin Eva-Katharina Schmidt, sondern auch mancher Zuhörerin im Saal. Sie verdrehten die Augen, als Manfred Schmidt und Bernd Kättner als "Die Hala Brothers" damit begannen, am Klavier alle Hosen fallen zu lassen und so ganz ohne Hände in die Tasten zu hauen, sich aber vorsichtshalber immer wieder einmal wegen der Standhaftigkeit aus einer Familienpackung Viagra zu bedienen.

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Die First-Ladys als Waltraud und Mariechen

Gleich danach traten die beiden First-Ladys der Stadtschnecken dann auch noch als "Die Linden von Heiligenstadt" auf. Zum großen Vergnügen der Gäste standen sie den Vorbildern ihrer Persiflage, nämlich den Fürther Kabarettisten Martin Rassau als "Waltraud" und Volker Heißmann als "Mariechen" in keiner Weise nach.
Zum Abschluss kamen die acht "Damen" des Narrlangia-Männerballetts, die dem Heiligenstädter Publikum im Stil der 1920er-Jahre einheizten und mit ihrer tapsigen Eleganz für den krönenden Abschluss des Abends sorgten.

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