Laden...
Heiligenstadt
Ortsjubiläum

Heiligenstadt feiert 850 Jahre und ist noch viel älter

Am Samstag, 22. September, findet in Heiligenstadt die 850-Jahr-Feier statt. Die entsprechende Urkunde wird erst seit 50 Jahren dem Ort zugeordnet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Wehrkirche in Heiligenstadt Foto: Dieter Zöbelein
Die Wehrkirche in Heiligenstadt Foto: Dieter Zöbelein
+3 Bilder

Vor 850 Jahren, also im Jahr 1168, wurde die Marktgemeinde Heiligenstadt zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Und das soll am Samstagabend, 22. September, im Rahmen einer kleinen Veranstaltung in der Oertelscheune gefeiert werden. Dazu wird um 17 Uhr auch ein Festgottesdienst in der St.-Veits-Michaelskirche abgehalten. "Man weiß aus der Ortsnamenforschung, dass die Endung -stadt bedeutet, dass es sich hier um eine Wohnstätte gehandelt hat", erklärt Dieter Zöberlein, der Ingenieur für Maschinenbau ist, sich aber bei schlechtem Wetter mit der Geschichte Heiligenstadts befasst. Weiter erläutert er, dass der Ort wohl aus einer thüringischen Siedlung um 700 oder 800 entstanden ist. Als Karl der Große gegen die Sachsen Krieg geführt hatte, gab es hier wohl Zwangsansiedlungen. "Dann kamen Slawen aus dem Osten, die hier Grund gesucht haben. Und dann ließen sich Franken nieder, die das Reich fixiert haben", erzählt Zöberlein, der auch die Chronik der Marktgemeinde Heiligenstadt verfasst hat. Er ist im Ortsteil Burggrub geboren und wohnt dort mit seiner Familie.

400 Jahre früher

"Etwa 400 Jahre vor der Ortserwähnung hat es hier um die Kirche herum Ansiedlungen gegeben", erläutert Zöberlein und berichtet weiter, dass es wohl in Pretzfeld eine große Urpfarrei gegeben haben muss. Zu dieser hat wohl das Leinleitertal gehört. Die Ritter vom Streitberg konnten 1150 Heiligenstadt von einem unbekannten Vorbesitzer kaufen und trugen zur Ausstattung der Kirche bei. So entstand eine selbstständige Pfarrei. Der damalige Pfarrer Ulrich war wahrscheinlich reich. Er ließ eine Mühle bauen, deren Ertrag an die Kirche abgegeben werden musste. Mit diesem Geld sollte die Beleuchtung der Kirche verbessert werden.

Stiftungsurkunde

Für diese Stiftung wurde 1168 eine Urkunde vom damaligen Bischof Eberhard ausgestellt, in der Heiligenstadt als "Haldenstat" das erste Mal erwähnt wird. Bei der Ausstellung der Urkunde waren geistliche und weltliche Zeugen anwesend. "Zum Beispiel war der Pfarrer von Pretzfeld da. Er und der Pfarrer aus Kirchehrenbach hatten Schutzherren aus Wannbach dabei, die zu Pferd kamen und Harnische und Waffen trugen", erzählt Zöberlein. Und es waren drei Ritter von Streitberg anwesend.

Aus dem Namen "Haldenstat" machte ein Amtsschreiber um 1500 erst Hallstatt. Die Schreibweise "Heiligenstadt" gibt es seit 1751. "Diese Urkunde wird aber erst seit etwa 50 Jahren unserem Heiligenstadt zugeordnet", erklärt Zöberlein. Er berichtet, dass man vorher davon ausgegangen sei, dass mit "Haldenstat" Hallstadt bei Bamberg gemeint war.

Einnahmen aus der Mühle

In der Urkunde ist beschrieben, dass die Stiftung der Mühleneinnahmen an eine Sankt-Kilians-Kirche gehen solle. "Wilhelm Deinhardt hat Kirchenpatrozinien erforscht und wurde bei der Urkunde stutzig. Er fand heraus, dass auch Heiligenstadt ein Kilians-Patrozinium hatte. Und dann hat alles gepasst", sagt Zöberlein. Bei der im Dokument genannten Mühle handelt es sich um einen Vorläuferbau in der heutigen Mühlengasse unweit der Kirche. Die Besitzer entrichteten über Jahrhunderte hinweg Zinsen und Frondienste an die Pfarrei.

Die Ritter von Streitberg

Die Ritter von Streitberg waren dann ohne Erben verstorben und Heiligenstadt fiel an den Bamberger Bischof. Der gab es Markquart Schenk von Stauffenberg für seine Verdienste. Nach dessen Tod ging es wieder in den Besitz des Domstifts und danach an Brüder von Markquart Schenk von Stauffenberg. "Erst war ein katholischer Bischof Patronatsherr, jetzt sind es die weltlichen Stauffenbergs", erläutert Zöberlein.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren