Hausen
Expansion

Hausen will wachsen - nach innen und nach außen

Der Hausener Gemeinderat ist sich nicht sicher, ob sich seine Expansionsbestrebungen negativ auf erhoffte Zuschüsse für Innerortssanierungen auswirken.
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Hausen möchte Bauland erschließen, aber auch innerorts Sanierungen durchführen. Symbolfoto: dpa
Hausen möchte Bauland erschließen, aber auch innerorts Sanierungen durchführen. Symbolfoto: dpa
In der Zwickmühle fühlte sich der Gemeinderat Hausen bei der jüngsten Sitzung, die erst um 22.30 Uhr durch einen Antrag zur Geschäftsordnung von Franz-Josef Ismaier (CSU) vor dem nicht-öffentlichen Teil beendet wurde. Innen- und Außenentwicklung zur gleichen Zeit, könnte das uns schaden, wurde bei verschiedenen Tagesordnungspunkten gefragt?

Auf der einen Seite hat die Kommune für 1,2 Millionen Euro Grundstücke erworben, um daraus Bauland zu machen. Deshalb will sie ihren Flächennutzungsplan (FNP) von 2006 überarbeiten lassen. Zwei Fachbüros stellten sich deswegen dem Rat vor.

Auf der anderen Seite bewarb sich Hausen mit zwei Projekten am Förderprogramm "Innen statt außen": mit dem Abriss des alten Feuerwehrgebäudes (Kosten rund 90 000 Euro) und mit einem Revitalisierungskonzept für das ehemalige Gasthaus Krone. Vor etlichen Jahren sollte das um die 900 000 Euro kosten; im Antrag findet man nun eine Summe von 3,75 Millionen Euro für Hauptgebäude, Saal und Scheune des Wirtshausanwesens. Die Förderhöhe beträgt mindestens 80 Prozent.

Die beiden Vorhaben wurden in letzter Minute durch die Verwaltung eingereicht. Hatte das Förderprogramm an sich nur eine Bewerbungsfrist von vier Wochen, wurde Hausen erst beim Rundgang durch den Ort im Rahmen des ISEK-Prozesses Ende Juni durch das Fachbüro Geoplan aufmerksam gemacht und musste binnen 14 Tagen die Bewerbungsunterlagen erstellen, wie Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) mitteilte. Zweiter Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU) hält nach den aktuellen Zahlen den Eigenanteil der Kommune für größer als damals, als für die "Krone" eine Förderung mit 50 bis 60 Prozent verworfen wurde.

Zur Komplettierung der Bewerbung fehlte nur der Ratsbeschluss, sich selbst zum Vorrang der Innenentwicklung zu verpflichten. Ruppert (CSU) warnte: "Die Überarbeitung des Flächennutzungsplans könnte förderschädlich sein."

Martin Heilmann (ÜWG) sah das zweistufig: "Wenn beim FNP der Wohnraumbedarf festgestellt wird und dafür nicht genügend Innenflächen vorhanden sind, darf sich die Gemeinde auch außen entwickeln." Bauplätze gäbe es im bebauten Ort, aber sie sieen in Privatbesitz und die Gemeinde könne keinerlei Zwang ausüben.

"Wenn nicht über diese Förderung, dann ist die Krone gestorben", befürchtete Gerlinde Kraus (SPD), was mit Protesten aus dem Rat zurückgewiesen wurde. "Sagt doch, dass ihr nicht wollt", reagierte Kraus. Roland Garcon (ÜWG) vermittelte, es gebe kein Entweder-Oder, sondern eine Verpflichtung zur "zurückhaltenden Außenentwicklung".

Neun Ratsmitglieder stimmten für die Selbstverpflichtung, drei dagegen. Fünf weitere Ratsmitglieder nahmen an der Sitzung nicht teil.

Ein weiteres Großprojekt der Gemeinde ist die Ertüchtigung des Gemeindezentrums. Auch hier bewarben sich zwei Fachbüros um die Projektleitung mit einer Präsentation im Rat. Es ist derzeit noch nicht entschieden, was die Gemeinde möchte: nur eine " kleine" Sanierung ohne veränderte Funktionen, eine ausgedehntere mit Anpassung der Funktionen oder gar, weil es letztlich billiger kommt, einen Neubau. Das könnte eine Machbarkeitsstudie eruieren. Dafür müsste Hausen rund 50 000 Euro aufwenden, ehe es tiefer in den Prozess einsteigen kann.

Auf der Homepage zum ISEK-Prozess, den Hausen gemeinsam mit Heroldsbach durchführt, ist bei den Negativpunkten, die in einer Bürgerbefragung erhoben wurden, explizit der Gemeinderat aufgeführt. Das hat Roland Garcon herausgefunden. Eine gewünschte Entfernung verweigerte der Bürgermeister. Es handle sich nicht um eine Einzelmeinung, sondern sei das Ergebnis der Auswertung der Fragebögen, insbesondere der letzten "offenen Frage", die die Antwortenden mit eigenen Texten ausfüllen konnten. "Was für Folgen hat das für den Rat?", fragte Katja Steinbrenner in die Kollegenrunde.


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