Hausen
Hochwasserschutz

Hausen muss sich dringend vor dem nächsten Hochwasser schützen

Dominierender Tagesordnungspunkt in der Gemeinderatssitzung in Hausen waren die Starkregenereignisse des 5. Juli.
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Überschwemmung am 5. Juli in Hausen Foto: Gemeinde Hausen
Überschwemmung am 5. Juli in Hausen Foto: Gemeinde Hausen
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In Hausen waren Teile des Gemeindegebietes von den hereinbrechenden Wassermassen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Insgesamt 47 Feuerwehreinsätze wurden innerhalb von nur kurzer Zeit registriert.

Bereits in der der Gemeinderatssitzung vorgeschalteten Bürgerfragestunde wurde schnell deutlich, dass die Ereignisse des 5. Juli Hauptthema sein werden. Der Bürger Stephan Zenglein, der für viele von den Wassermassen betroffene Anwohner sprach, forderte den Gemeinderat auf, entsprechende Hochwasserschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen, um künftig besser geschützt zu sein.


100 Liter pro Quadratmeter

Anfang Juli wurden die Gemeinden Hausen und Heroldsbach von einem Starkregen mit 100 Liter Niederschlag je Quadratmeter heimgesucht. Die Anwohner hätten erkennen müssen, dass alle der Gemeinde gegenüber geäußerten Bedenken bezüglich der Regenüberlaufbecken "Lohe I und II" berechtigt seien, meinte Zenglein. Die Anlagen seien stark beschädigt beziehungsweise zerstört, sagte der Sprecher der betroffenen Bürger. Erstmals sei es auch zu einem Rückstau aus dem Kanal im Baugebiet "Lohe I" gekommen, was selbst bei dem Starkregen 2007 nicht der Fall gewesen war, wobei man nach Meinung Zengleins beide Ereignisse - also 2018 und 2007 - von der Intensität miteinander vergleichen könne.

Deshalb bitte man um Einbindung von Gemeinderat und Direktanliegern im Rahmen eines Planungsverfahrens für das weitere Vorgehen. Aus Sicht der betroffenen Bürger sind folgende Punkte zu berücksichtigen: Die zu bewältigenden Wassermengen müssten aufgrund der aktuellen Niederschlagsdaten ermittelt werden. Extremereignisse wie 2007 in Baiersdorf, wo 200 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit niederprasselten, müssten einkalkuliert werden, forderte Zenglein.


Zisternenpflicht?

Außerdem müssten Zuleitungen aus den Nachbargemeinden einberechnet werden. Die Regenüberlaufbecken "Lohe I und II" würden nichts nutzen, wenn der weitere Verlauf nicht passend dimensioniert sei. Aufgrund neuer festzulegender Gefährdungskategorien würden sich weitere Maßnahmen ableiten lassen wie Bauvorgaben bei Neubauten (Zisternenpflicht mit mindestens 8000 Liter Volumen).

Laut Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) sei es großes Glück im Unglück für die Gemeinde gewesen, dass die Sportanlagen der SpVgg Hausen komplett unter Wasser gestanden seien, die quasi als Regenüberlaufbecken gewirkt hätten. Es sei kaum auszumalen gewesen, wenn es diesen Puffer nicht gegeben hätte, weil dann noch mehr Wassermassen ins Dorf gelaufen wären und noch viel mehr Schaden angerichtet hätten.
Die Gemeinderäte waren sich einig: Man müsse Hochwasserschutzmaßnahmen auf den Weg bringen. Als Sofortmaßnahme schlug Gemeinderat Roland Tischer (SPD) vor, die in den Gräben befindlichen Ablaufgitter in regelmäßigen Zeitabständen zu säubern.


Gemeinsame Sitzung vorgeschlagen

Gemeinderat Herbert Kemeth (UWG) wies auf das Problem hin, dass es in Hausen Flüsse und Bäche geben würde, die verrohrt seien. Gemeinderätin Gerlinde Kraus (SPD) schlug vor, eine gemeinsame Sitzung mit der Nachbargemeinde Heroldsbach abzuhalten. Außerdem solle die Gemeinde für die Bürger Sandsäcke vorhalten.

Georg Brandmaier (UWG) schlug Bürgermeister Zimmer vor, die beträchtlichen Schäden der privaten Haushalte zu erfassen und zu schauen, ob es nicht finanzielle Hilfen geben könnte.

Roland Garcon (UWG) forderte eine schnelle Bearbeitung dieses Themas, unter anderem auch im Abwasserzweckverband. Seit Jahren seien Mittel für Hochwasserschutzmaßnahmen in den Haushalten eingestellt, die nicht abgerufen würden. "Für mich ist das, was hier passiert, fahrlässig", machte Garcon deutlich.

In die gleiche Kerbe schlug Bernd Ruppert (CSU). In den Haushalten 2016 bis 2018 seien Mittel für den Hochwasserschutz eingestellt, die nicht beansprucht wurden. Martin Heilmann (UWG) bat die Verwaltung, Kontakt mit der Heroldsbach aufzunehmen, damit die in der Nachbargemeinde befindlichen Weiher im Rahmen der Weiherkette, die als Regenüberlauf dienen soll, auch tatsächlich während der Sommermonate leer seien. "Was nützen uns volle Weiher als Regenüberlauf?", hinterfragte Heilmann kritisch.

Dritter Bürgermeister Dieter Gößwein (Bürgerforum Wimmelbach) gab zu bedenken, dass sich auch die Bürger sich besser schützen müssten. Hier könnten der Einbau von Rückstauventilen oder auch der Abschluss von Elementarversicherungen weiterhelfen.

Beschluss wurde über die Diskussion keiner gefasst, aber das Thema wird in den nächsten Sitzungen des Gemeinderates wieder auf der Tagesordnung stehen.


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