Hausen
Gemeinderat

Hausen hat den Haushalt verabschiedet: den für 2018!

Verzögerungen haben dazu geführt, dass der Haushalt der Gemeinde Hausen erst jetzt verabschiedet wurde. Probleme gibt es mit dem Sportzentrum.
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Symbolfoto: Daniel Reinhardt, dpa
Symbolfoto: Daniel Reinhardt, dpa

Der Gemeinderat Hausen verabschiedete einstimmig den Haushalt 2018 mit einem Gesamtvolumen von 12,6 Millionen Euro. Davon entfallen 6,8 Millionen Euro auf die laufenden Ausgaben und Verpflichtungen; der Vermögenshaushalt umfasst 5,9 Millionen Euro. Der Schuldenabbau geht planmäßig weiter: Ende des Jahres wird die Pro-Kopf-Verschuldung bei 116 Euro liegen.

Das späte Datum der Haushaltsaufstellung ist dem Fakt geschuldet, dass Kämmerer Peter Greiner-Fuchs erst im Oktober vergangenen Jahres sein Amt antrat, ohne dass von seinen Vorgängern ein vollständiger Etatentwurf vorlag. Es klang in allen Haushaltsreden der Fraktionen an, dass durch die späten Verabschiedungen der letzten zwei Jahre Vorhaben immer weitergeschoben wurden. Dass das Investitionsvolumen 2018 noch in diesem Jahr ausgeschöpft wird, zweifelte Bianca Steppert (JB) an. Sie sieht Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) in der Umsetzungspflicht. Franz-Josef Ismaier formulierte es für die CSU so: "Es mangelt nicht an Beschlüssen, aber sie werden nicht umgesetzt." Roland Garcon (UWG) deutete an, dass der Haushalt 2018 auch im Finanzausschuss "holperig" vorbereitet wurde. Die Gemeinde verfügte am Ende des Jahres 2017 noch über 2,9 Millionen Euro liquide Mittel, trug Bürgermeister Zimmer vor. Er wies auf einen deutlichen Investitionsstau hin, der schon aus den Jahren vor 2014 resultiere. Beispiel ist der 17 Jahre andauernde Prozess, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Bei der Wehr geht es aufwärts, durch den Neubau und durch die Anschaffung von zwei neuen Fahrzeugen: einem Löschfahrzeug und einem Tragkraftspritzen-Fahrzeug im Wert von insgesamt über 500.000 Euro. Zur 150-Jahr-Feier der Wehr im Mai 2019 sollen sie ausgeliefert sein.

Baugebiet "Lohe V"

Im Bereich der Ortsentwicklung hob Zimmer das Baugebiet "Lohe V" hervor. Von den geschaffenen 36 Bauparzellen sind 33 verkauft, viele schon bebaut und bewohnt. Das wiederum macht die Pläne für zusätzliche Krippengruppen und die Ertüchtigung der Grundschule zu einer offenen Ganztagsschule dringlich. Der Bürgermeister hofft, dass nach einer langen Standortdiskussion noch in diesem Jahr die Beschlüsse für einen Anbau an den St.-Wolfgang-Kindergarten gefasst werden. Laut Ismaier ist hier aber die Grundstücksfrage noch nicht geklärt. Zudem sollen noch keine Zuschussanträge gestellt sein.

Dieter Gößwein (Bürgerforum Wimmelbach) wies daraufhin, dass trotz "sehr guter Finanzlage" das Problem Kindergartenerweiterung in Wimmelbach nicht auf der Agenda stehe. Er klagte: "Wir brauchen mehr Miteinander; es ist nicht mehr schön in diesem Gremium."

Bei einem Punkt allerdings herrschte Einigkeit: dass dringlich etwas getan werden muss am Gemeindezentrum. Seit längerem schon regnet es in Verwaltungsräume, hinzu kommt aktuell noch der Totalausfall der Heizung, der durch einen Rohrbruch verursacht wurde. Für den Sportbetrieb, auch der Schulkinder, wurden zwar Ersatzduschen installiert, das Gebäude aber ist derzeit nicht heizbar. Es steht für eine Notreparatur noch die Entscheidung der kommunalen Versicherung aus.

Legionellen im Sportzentrum

Ein spezielles Problem sprach der Kämmerer in seinen Haushaltserläuterungen an: Legionellen im Wasser des Sportzentrums. "Jedes Jahr stehen 20.000 Euro im Haushalt für Filter, aber kein Geld für die Ursachenbeseitigung."

Für den Gemeinderat steht im Raum: Was ist - auch wirtschaftlich - sinnvoller: den Gebäudekomplex sanieren oder Abriss und Neubau? Längere Zeit wurde nur der Aspekt Sanierung verfolgt. Es gibt Pläne eines Architekten dafür; für Fenster- und Dacherneuerung wurden 2015 längst Fördermittel zugesagt.

Virulent wurde die Grundentscheidung, als sich kürzlich dem Rat zwei Fachfirmen präsentierten, die für Hausen die europaweit erforderlichen Ausschreibungen durchführen sollen. Ismaier erinnerte seine Ratskollegen daran, dass beide als Voraussetzung eine Kostengegenüberstellung Sanierung - Neubau ansehen. Dies vor allem, weil sich durch den Heizungsausfall das Sanierungsvolumen erheblich erweitert hat.

Zusätzliche Stellen in Verwaltung?

Einen Knackpunkt für die Kommune sprach Zimmer an: Rückstau in der Verwaltungstätigkeit. Er rührt aus "verwaisten" Stellen her, denn monatelang fielen Mitarbeiter durch Krankheit und nicht besetzte Stellen aus. Ein Berg an Überstunden und Resturlaubsansprüchen ist aufgelaufen. Nach Ansicht der Rechnungsprüfungsstelle des Landratsamts Forchheim können sie mit dem bisherigen Mitarbeiterstamm nicht aufgearbeitet werden. Zimmer hält deshalb zusätzliche befristete Stellen für unumgänglich.

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