Hausen
Stichwahl

Hausen bekommt erstmals roten Bürgermeister

Gerd Zimmer (SPD) setzt sich mit 52,28 Prozent gegen Bernd Ruppert (CSU) durch. Damit lenkt erstmals in der Geschichte des Ortes ein Sozialdemokrat die Geschicke der Gemeinde.
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Wahlsieger Gerd Zimmer (SPD) im Schulterschluss mit seiner Frau Silvia.  Foto: Hitschfel
Wahlsieger Gerd Zimmer (SPD) im Schulterschluss mit seiner Frau Silvia. Foto: Hitschfel
Die Wähler der Gemeinde Hausen haben entschieden: Gerd Zimmer (SPD) ist neuer Hausener Bürgermeister. Der Lokalpolitiker setzte sich gegen seinen Mitkonkurrenten Bernd Ruppert (CSU) mit 52,28 Prozent Stimmenanteil durch. Ruppert erhielt in der Stichwahl 47,72 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 66,98 Prozent.

Jubel und Enttäuschung lagen am Wahlabend eng beieinander, als das Endergebnis der Stichwahl in Hausen im Sitzungssaal des Rathauses über den aufgestellten Beamer auf die Leinwand übertragen wurde. Überglücklich schloss Ehefrau Silvia Zimmer ihren Ehemann Gerd um kurz nach 18.30 Uhr in die Arme als das Wahlergebnis feststand. Zimmer konnte 52,28 Prozent aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Sein Gegenkandidat Bernd Ruppert, dem als politischen Neuling aus vielen Mündern ein sehr gutes Ergebnis bescheinigt wurde, kam auf 47,72 Prozent. Bereits nach drei von fünf ausgezählten Wahlbezirken lag Zimmer zu diesem Zeitpunkt deutlich mit 58,29 Prozent vorne. Gefehlt hatten zu diesem Zeitpunkt noch die beiden Briefwahlbezirke, die auch diesmal wieder einen deutlichen Anteil an den abgegebenen Gesamtstimmen ausgemacht hatten, denn die Wahlbeteiligung lag nach Auszählung der drei Wahllokale bei schwachen 26,15 Prozent. Nach Hinzuziehung der Briefwahlergebnisse zeichnete sich schließlich die Wahlbeteiligung von 66,98 Prozent ab. "Ich fühle mich überglücklich und kann es gar nicht in Worte fassen", sagte der neu gewählte erste Bürgermeister Gerd Zimmer.

Jubel auch im SPD Ortsverein, stellt man doch nun erstmals in der Geschichte Hausens einen "roten" Bürgermeister, wie ein SPD-Mitglied, der schon mal den Sekt kalt gestellt hatte, resümiert. Über den Wählerauftrag ist er sich bewusst: "Ich werde alles daran setzen, dass ich die Hoffnungen und Erwartungen der Hausener und Wimmelbacher Bürgerinnen und Bürger erfüllen werde", so Zimmer im Interview. "Ich danke auch Bernd Ruppert für den fairen Wahlkampf und beglückwünsche ihn zu diesem wirklich guten Ergebnis", so der neue Hausener Bürgermeister. "Es gibt viel zu tun, packen wir es an", erklärte Zimmer, der das neue Feuerwehrhaus ganz oben auf seiner Prioritätenliste stehen hat.

Tränen bei den Rupperts

Enttäuscht zeigte sich hingegen sein Gegenkandidat Bernd Ruppert, der die Enttäuschungstränen seiner Frau Daniela trocknen musste.

"Ich danke allen Häusnern, die mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben", so ein sichtlich frustrierter Bernd Ruppert, der nach Meinung vieler Parteifreunde einen wirklich grandiosen Wahlkampf hinter sich gebracht habe. Dass es am Ende nicht ganz für Ruppert gereicht hat, das lastet man in Parteikreisen nicht dem Kandidaten selbst an. Vielmehr hat man inzwischen einen ganz anderen Schuldigen im Blickfeld; nämlich den CSU-Fraktionsvorsitzenden und bisherigen Gemeinderat Anton Hammer.

"Herr Hammer hat bewusst mit seinen Äußerungen unserem Kandidaten geschadet", so ein sichtlich verärgerter CSU-Anhänger, der namentlich nicht genannt werden will. Enttäuschung und Wut in der CSU sitzen tief. Hammer selbst hatte in den Wochen vor der Stichwahl immer wieder verlauten lassen, dass, wenn Bernd Ruppert Bürgermeister von Hausen sei, Hammer dann als Nachrücker wieder im Gemeinderat einziehen werde. Fraktionsvorsitzender Anton Hammer selbst war für eine Stellungnahme an diesem Abend telefonisch nicht zu erreichen.


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