Hallerndorf
Versprechen

Hallerndorfer Bürgermeister-Kandidat will Teil seines Gehaltes spenden

Sebastian Schwarzmann stellt in Aussicht, von seinem Gehalt pro Monat tausend Euro für soziale Zwecke zu spenden, wenn er zum Hallerndorfer Bürgermeister gewählt wird. Was sagen die Mitkonkurrenten dazu?
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Kindergärten, wie der in Willersdorf, Spielplätze und Vereine sollen von den Spenden profitieren, die Sebastian Schwarzmann für den Fall in Aussicht gestellt hat, dass er Bürgermeister wird.  Foto: Josef Hofbauer
Kindergärten, wie der in Willersdorf, Spielplätze und Vereine sollen von den Spenden profitieren, die Sebastian Schwarzmann für den Fall in Aussicht gestellt hat, dass er Bürgermeister wird. Foto: Josef Hofbauer
Stellvertretender Bürgermeister Sebastian Schwarzmann (64), den alle nur "Wastl" nennen, zeigt ein Herz für Kinder, Jugendliche und die Vereine. Deshalb gibt sich Schwarzmann, der für die Wählergemeinschaft Trailsdorf den Bürgermeister-Sessel erobern will, großzügig. "Von meinem Bürgermeister-Gehalt werde ich jeden Monat tausend Euro spenden" , verspricht Schwarzmann, der als Musiker mit seinen "Lustigen Vagabunden" ein Begriff ist.
Schwarzmann begründet seinen ungewöhnlichen Schritt so: "Ich finde, dass Hallerndorf keinen hauptamtlichen Bürgermeister braucht." Da sich der Gemeinderat aber 90 Tage vor der Wahl mit 9:8 Stimmen für einen hauptamtlichen Gemeindechef ausgesprochen habe, wolle er der Kommune wenigstens einen Teil seines Gehaltes zurückgeben.
Auf Wählerstimmen habe er es dabei nicht abgesehen, versichert Schwarzmann.
"Ob mich deswegen einer wählt, ist mir wurscht", betont Schwarzmann, "ich will nur nicht, dass Geld unsinnig hinausgeworfen wird."
"Ich kann mir das nicht leisten", widerspricht Christian Schmitt, Kandidat der Wählergemeinschaft Willersdorf-Haid. Im Gegensatz zu dem Rentner Schwarzmann müsse er sich privat krankenversichern und Geld zurücklegen für den Fall, dass er nach sechs Jahren nicht wieder gewählt wird. Schmitt findet die Entscheidung für einen hauptamtlichen Bürgermeister richtig: "Heribert Weber bekommt momentan weniger als seine Angestellten." Der Leiter eines Betriebes mit 40 bis 50 Bediensteten und einem Jahresumsatz von rund acht Millionen Euro müsse vernünftig bezahlt werden.

"Nicht konsequent"

Konsequent sei das Verhalten von Schwarzmann aber nicht: Wollte er komplett ehrenamtlich arbeiten wie Heribert Weber (WGW/WGH), müsste er die Differenz zwischen dem Bürgermeister-Gehalt und dem Anerkennungshonorar Webers spenden. "Das sind mehr als tausend Euro", sagt Schmitt.

Torsten Gunselmann, Kandidat der Freien Wählergemeinschaft Schnaid-Stiebarlimbach, findet den Schritt Schwarzmanns mutig und vom Geldbetrag her beachtlich. Auch er könne sich so viel Großherzigkeit nicht leisten. Außerdem sei das Angebot Schwarzmanns ein zweischneidiges Schwert: Es gebe auch Menschen die behaupteten, Schwarzmann wolle sich Stimmen erkaufen. "Ich kann nur anbieten, dass ich unsere Verwaltung entlaste, und mithelfe, wo Not am Mann ist", versichert Gunselmann.

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