Forchheim
Gesundheit

Gut gewappnet durch die Erkältungszeit: Forchheimer Apotheker geben Tipps

Im Herbst erhöht sich das Erkältungsrisiko - was hilft wirklich gegen Schnupfen, Husten und Co? Forchheimer Apotheker verraten, worauf man besonders achten sollte.
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Der Kopf brummt, der Hals kratzt und die Nase ist zu: Wenn das Wetter nasskalt wird, haben viele Menschen wieder mit Erkältungen zu kämpfen. Manchmal sind aber auch Influenza-Viren die Ursache für eine Erkrankung - mit heftigeren Symptomen. Denn die echte Grippe legt einen oft von jetzt auf gleich flach.

Damit es überhaupt nicht so weit kommt, gilt sowohl bei Grippe als auch Erkältung zunächst vor allem eins: Hygiene.

Grippe-Viren gelangen beim Niesen, Husten oder Sprechen eines Erkrankten in kleinsten Tröpfchen in die Luft und können von anderen Menschen in der Nähe eingeatmet werden. Auch über die Hände werden sie weiterverbreitet, wenn diese mit den virushaltigen Sekreten in Kontakt gekommen sind.

Wer dann anschließend Mund, Nase oder Augen berührt, ermöglicht den Grippeviren, über die Schleimhäute in den Körper einzudringen.

Die Hygiene beachten

Der wichtigste Tipp - auch als Vorbeugung gegen simple Erkältungen: Immer gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen und sie danach sorgfältig mit einem sauberen Tuch abtrocknen. Vor allem dann, wenn man zuvor Kontakt zu Erkrankten hatte oder Gegenstände angefasst hat, die Erkrankte zuvor berührt haben. Ratsam ist es daneben, so wenig wie möglich mit den Händen die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase zu berühren.

Wenn die Schleimhäute bereits angegriffen sind, könne für zwei bis drei Nächte ein Nasenspray helfen, rät Günther Hammer, Inhaber der Regnitz-Apotheke Forchheim. "Wenn die Nase verstopft ist, atmet man vor allem im Schlaf durch den Mund", sagt er. Indem das Spray die Nase wieder frei macht, helfe es dabei, sich nicht noch eine weitere Infektion einzufangen.

In der Erkältungszeit seien in seiner Apotheke besonders Medikamente nachgefragt, die die Symptome bekämpfen. Schmerz- oder Schleimlösemittel - immer in Absprache nach der Verträglichkeit - könnten den Leidensdruck des Kranken senken und unterstützend für die Genesung wirken, da der Körper somit weniger Stress ausgesetzt sei.

Wer erkältet ist, müsse aber nicht immer zwingend zu vielen Medikamenten greifen. "Warum nicht auch mal eine heiße Milch mit Honig trinken? Es muss nicht immer die Chemie-Keule sein", sagt Hammer. Ebenso können der Zwiebelwickel trotz intensivem Geruch oder eine Kanne Kamillentee viel bewirken.

Besondere Beachtung bei Kindern

Kinder hingegen bilden eine Ausnahme. Viele Medikamente, die Erwachsene einnehmen, seien nicht für Kinder oder gar für Babys geeignet. "Säuglingen sollte nie das Erwachsenen-Mittel geben", betont Hammer. Für die Jüngsten gibt es eigens kindgerechte Arzneimittel, beispielsweise Nasentropfen statt Nasenspray oder einen Baby-Balsam, erklärt Apothekerin Nicole Wendt. Sie selbst hat Fieberpräparate für den eigenen Nachwuchs immer daheim vorrätig, da Fieber bei Kindern häufig sehr schnell und sehr stark auftreten kann.

Trotzdem müsse nicht immer sofort ein Medikament gegeben werden. "Ist immer sofort der Hustensaft nötig?" Oft trage bei Kinderhusten auch schon ein Lutschbonbon zur Besserung und Beruhigung bei. Sollte Fieber allerdings länger als zwei Tage anhalten oder der Husten extrem sein, rät die Apothekerin, einen Arzt aufzusuchen, damit die Erkältung sich nicht verschlimmert und beispielsweise zur Lungenentzündung führt.

Der beste Schutz gegen die echte Grippe hingegen bleibt die Impfung - trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit. "Es gibt keine andere Impfung in Deutschland, mit der sich mehr Leben retten lässt", sagt Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

Als Vorbeugung gegen Erkältung wiederum sind unzählige weitere Ratschläge im Umlauf. Nicht alle helfen. Allerdings bleibt es sinnvoll, den Körper durch eine ausgewogene Ernährung damit ausreichend zu versorgen. "Der Körper hat momentan einfach Mangelzustände", sagt Apotheker Hammer. Viel Obst essen helfe da am besten, um den Körper mit den richtigen Nährstoffen zu versorgen. "Wenn man mal ehrlich zu sich ist und feststellt, dass man sich nicht so gesund ernährt, dann helfen auch mal Multivitaminpräparate."

Warme Füße und frische Luft

Der Ratschlag, sich warm anzuziehen, um sich nicht zu erkälten, hat nur wenig Aussagekraft. Forscher bestätigen regelmäßig, dass ein Zusammenhang zwischen Frieren und sich daraufhin erkälten wissenschaftlich nicht belegt ist. Mag sein, dass die Immunzellen bei Kälte Viren schlechter bekämpfen können. Aber Erkältungen und grippale Infekte werden immer noch durch Viren und nicht durch kalte Temperaturen ausgelöst.

Dagegen sind warme Füße oder das Durch-die-Nase-Atmen sinnvoll. Warme Füße regen im ganzen Körper die Durchblutung an, wer durch die Nase atmet, filtert über die feinen Flimmerhärchen Viren heraus und erwärmt die Luft, so dass die Schleimhäute im Hals nicht austrocknen und sich besser gegen Keime wehren können.

Ganz wichtig ist frische Luft, nicht nur im Freien. Wer dreimal täglich zuhause - oder im Büro - für zehn Minuten die Fenster öffnet, reduziert die Anzahl der Viren in der Luft und verringert die Ansteckungsgefahr.

Ein Allheilmittel, das alle Erkältungsbeschwerden verschwinden lässt, existiert laut Stiftung Warentest nicht. Anstatt sich mit teuren Erkältungsmitteln einzudecken, raten die Experten, dem Körper vor allem Ruhe zu gönnen und viel zu schlafen.

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