Baiersdorf
Stadtrat

Grundschule Baiersdorf soll neben Mittelschule neu gebaut werden

Der Baiersdorfer Stadtrat hat eine Konzeptplanung für eine neue Grundschule bei der Mittelschule beschlossen. Drei Ratsmitglieder stimmten dagegen.
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Bei der Mittelschule (Bild) könnte die neue Baiersdorfer Grundschule gebaut werden. Foto: Pauline Lindner
Bei der Mittelschule (Bild) könnte die neue Baiersdorfer Grundschule gebaut werden. Foto: Pauline Lindner

Die Diskussion, wie der Raumbedarf für die Grundschule in Baiersdorf gelöst werden kann, geht weiter. Die Schule an der Bodenschatzstraße hat nur zwölf Klasszimmer, ab kommendem Schuljahr gibt es aber 13 Klassen. Es sind heute 236 Grundschüler, von denen 133 die Mittagsbetreuung besuchen.

Inzwischen hat sich die Regierung von Mittelfranken detailliert geäußert. Sie hält den Platz am bisherigen Standort für ausgereizt und billigt 13 Klassräume bei einem Neubau zu. Eine durchgängige Vierzügigkeit wird dort noch nicht gesehen. Gegen ein weiteres Schulhaus bei der Mittelschule hätte sie nichts einzuwenden. Sie fordert eine Mittagsbetreuung in unmittelbarer Nähe zur Schule.

Im Stadtrat wurden die sattsam bekannten Argumente mehr oder weniger wiederholt - insbesondere die Idee, in der Nachbarschaft einen Wohnblock der Baugenossenschaft des Landkreises Erlangen-Höchstadt zu erwerben, um die Mittagsbetreuung - derzeit in Containern - unterzubringen. Bürgermeister Andreas Galster (CSU) zufolge bedeutet dies einen Abriss und einen Neubau mit passenden Raumgrößen. Denn es müssten dort fünf bis sechs Gruppen und eine Mensa Platz finden. Und man erwartet mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung eine noch stärkere Nachfrage, vermutlich in der Form einer Offenen Ganztagsschule (OGTS). Bislang bevorzugten die Baiersdorfer Eltern die Mittagsbetreuung, da hier keine durchgängige Nutzung verpflichtend ist.

"Wir dürfen nicht ewig diskutieren, sonst kommen wir in die Bredouille", warnte Dorothea Neubauer (CSU), auch wenn Karl-Heinz Roll (ÖWG) den prognostizierten Anstieg der Schülerzahlen noch nicht ausreichend für eine Vierzügigkeit hält.

Nutzung der alten Schule

Für die alte Schule gibt es nach Galster Nutzungsmöglichkeiten, die nicht zuschussgefährdend sind: eventuell eine Kita der evangelischen Kirche und Vereinsräume, durch die Wohnraum frei werden kann. Letztlich stimmten nur drei Ratsmitglieder gegen eine Konzeptplanung für eine neue Schule bei der Mittelschule. Das Konzept ist wiederum Voraussetzung dafür, dass Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben werden können. Man geht übereinstimmend von Kosten von mindestens zehn Millionen Euro aus und rechnet, dass die Zuschüsse etwa die Hälfte abdecken.

Das Evangelische Siedlungswerk

Das Evangelische Siedlungswerk (ESW) sprach nochmals wegen seines Vorhabens, über 100 Wohneinheiten in Baiersdorf bauen zu wollen, im Stadtrat vor. Es hat eine größere Grundstücksfläche der Pfründnerstiftung östlich des Schulstandorts zu eigen, könnte sich aber auch damit anfreunden, an zwei Standorten in Baiersdorf den Projektumfang zu verwirklichen. In Hagenau, so Alois Ritter (CSU), wäre das ESW willkommen, es müssten aber Grundstücke getauscht werden.

Gegen den Standort am an der Hut wehren sich vor allem die Igelsdorfer. Erika Baier (CSU), deren Vertreterin im Rat, formulierte es so: "Wir Igelsdorfer wollen keinen neuen Stadtteil dort. Der Standort passt nicht. Wir brauchen unsere Luft, unser Licht und die Sicht." Würde das Vorhaben in voller Größe verwirklicht, verringerte sich der Abstand der Bebauung zwischen Igelsdorfer Birkenweg und Hut deutlich.

Sozialer Wohnungsbau

Etliche Räte waren der Ansicht, der Isek-Prozess (Integrierte städtebauliche Entwicklung) der Bürgerbeteiligung an der Stadtentwicklung müsste erst abgeschlossen sein. Man fand einen Kompromiss, denn vor allem die SPD plädiert seit langem für sozialen Wohnungsbau. Matthias Götz (SPD) strich denn auch den Sinneswandel der CSU heraus, die vor etwa fünf Jahren solchen Bedarf nicht gesehen hätte. Galster hat offenbar nachgerechnet: Bis in die 70er Jahre lebte jeder achte Baiersdorfer in einer sozial geförderten Wohnung. Auf heute umgerechnet wären das 1100 Bewohner, man bräuchte also 500 geförderte Wohnungen im Stadtgebiet. Aktuell inklusive dem Bauvorhaben Rosic neben der Mittelschule sind es aber keine 100.

Gegen Baiers Stimme beschloss der Rat, das Vorhaben in den Isek-Prozess einzubringen und mehrere Standorte zu prüfen. Eine Entscheidung soll aber erst nach Abschluss des Isek in etwa einem halben Jahr erfolgen.

Glasfasernetz

Das Unternehmen Deutsche Glasfaser sprach ebenfalls vor. Peter Reisinger stellte die Möglichkeit eines Glasfasernetzes bis ins Haus vor. Wenn 40 Prozent der Haushalte sich dafür entschieden, würde die Firma das Netz auf eigene Rechnung bauen, ohne dass sich die Kommune beteiligen müsste. Die Preise für Nutzer liegen im marktüblichen Bereich. Brächte die Deutsche Glasfaser die Zahl der Interessenten nicht zusammen, würde sie es nicht realisieren. Reisinger sicherte zu, dass keine Selektion der Ortsteile nach Interesse erfolge, entweder Baiersdorf als Ganzes oder gar nicht.

Trotz Wohlwollen des Rats wegen der technischen Verbesserungen traf er in öffentlicher Sitzung keine Entscheidung, denn im nicht-öffentlichen Teil waren die Angebote von anderen Netzbetreibern zu behandeln. Hier geht es aber nur um Leistungsverbesserungen für die Gewerbegebiete.

Aus den Ausschüssen

Aus den Ausschüssen berichtete Galster: Die hydraulische Berechnung für die Hochwasserableitung zwischen Langensendelbach, Igelsdorf und der Regnitz liegt nun vor. Die Planungsgruppe Strunz wird auf dieser Basis eine Planung ausarbeiten. Der Igelsdorfer Weg erhält auf der Südseite einen Gehweg; die Kreuzung mit der Baiersdorfer Straße soll bis 2021 ein Kreisel werden.

Auf dem Energiesparsektor soll sich Folgendes tun: Zu Jahresbeginn soll zur Gründung eines Carsharing-Vereins aufgerufen werden. Die Stadt selber habe nicht genügend Personal, das im Eigenbetrieb zu stemmen. Die Verpflichtung, eine Photovoltaikanlage zu bauen, wird künftig in städtebauliche Verträge und in Kaufverträge über kommunale Grundstücke aufgenommen. Lastenfahrräder will die Stadt mit 1000 Euro pro Rad, maximal 10.000 Euro pro Jahr, fördern.

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