Neunkirchen am Brand
Marktgemeinderat

Großes Regenrückhaltebecken wird außerhalb des Hemmerlein-Baugebietes gebaut

Mischwassersysteme sind in Neunkirchen am Brand nicht mehr gewollt. Auch für das Baugebiet Hemmerlein wurde nun ein Trennsystem beschlossen.
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Das ehemalige Betonwerk Hemmerlein in Neunkirchenn am Brand Foto: Petra Malbrich
Das ehemalige Betonwerk Hemmerlein in Neunkirchenn am Brand Foto: Petra Malbrich

Wird das Betonwerk Hemmerlein im Mischsystem oder im Trennsystem erschlossen? Nicht zum ersten Mal haben sich die Marktgemeinderäte von Neunkirchen am Brand mit dieser Frage auseinandergesetzt. Der Architekt dachte an eine Entwässerung im Mischsystem. Doch der Abwasserzweckverband Schwabachtal hätte berechtigte Einwände, sagte Bürgermeister Heinz Richter (FW) mit Blick auf die vergangenen Wochen. Auch das Wasserwirtschaftsamt (WWA) erinnerte daran, dass ein Mischsystem nicht gewünscht sei. Niederschlagswasser solle versickern, aber nicht mit Schmutzwasser vermischt in ein Gewässer abgeleitet werden. Andere Varianten sollten deshalb von dem Ingenieurbüro Höhnen und Partner untersucht werden. Ingolf Eckert war deshalb in der Sitzung und stellte die verschiedenen Varianten mit allen Folgen vor. Eckert lobte die Verwaltung für die hervorragende Vorbereitung der Unterlagen für die Gemeinderäte. "Es ist schmerzlich, viel Geld auszugeben, doch würde ein Neubaugebiet ausgewiesen, würde keiner über ein Mischsystem reden", sagte Eckert.

Die Vorteile

Die Vorteile des Trennsystems lägen für ihn klar auf der Hand. "Alle reden von künftig heftigeren Niederschlägen. Wasser, das man herausnimmt, erhöht die Leistungsfähigkeit des Kanals", meinte Eckert. "Wenn im Trennsystem entwässert wird, muss zurückgehalten werden. Eine direkte Ableitung geht nicht", verdeutlichte Eckert. Die Variante 1 sieht den Neubau eines Stauraumkanals entlang der Georg-Hemmerlein-Straße vor. Bei dieser Vorgehensweise würde nur ein Teil im Trennsystem erfasst werden. Die Grundstücke im westlichen und südlichen Bereich entlang des Stockäckerwegs und der Werkstraße müssten an das vorhandene Mischwassersystem angeschlossen werden. Bei der zweiten Variante müsste ein Regenwasserkanal in der Werkstraße neu gebaut werden und somit mit der bestehenden Regenwasserkanalisation in der Gräfenberger Straße zusammengeschlossen werden. Technisch lasse sich diese Variante nicht umsetzen, weshalb sie nicht zur Diskussion stand.

Teuerste Variante

Ein Regenrückhaltebecken mit Pumpwerk im Zentrum des Baugebiets sieht die dritte und wohl teuerste und aufwendigste Variante vor. Denn mit einem erhöhten Unterhaltsaufwand für das Pumpwerk würde zusätzlich Personal benötigt, und auch zusätzliche Betriebskosten würden anfallen. Somit blieben die Varianten 4a und 4b. Vom Prinzip her sind beide gleich. Die Variante 4a sieht einen Ableitungskanal zum offenen Regenrückhaltebecken außerhalb des Baugebiets vor, die andere Möglichkeit einen Ableitungskanal mit einem großen, offenen Regenrückhaltebecken außerhalb des künftigen Baugebietes.

Walz fragt nach

Was das Regenwasser betreffe, würde man im Baugebiet Hemmerlein auch durch die Retentionsdächer eine Verbesserung haben, meinte Martin Walz (CSU). Seine Frage bezog sich jedoch auf einen anderen Sachverhalt. Walz wollte wissen, ob man in der Trennsystem-Variante in den vorhandenen Baugebieten trotzdem Rückhaltebecken bauen oder vergrößern müsste. Das bejahte der Ingenieur. Die größere Variante, also 4b mit 1,8 Millionen Euro brutto im Vergleich zur kleineren Lösung mit 1,4 Millionen, die jedoch nur bedingt den Neubau aufnehmen könnte, bevorzugte Anton Spatz (SPD). Auch Dritter Bürgermeister Andreas Pfister (SPD) befürwortete Variante 4b. Zum einen seien noch Beitragseinnahmen zu erwarten, zum anderen würde es sich durch die lange Laufzeit auszahlen, ins Trennsystem zu gehen. "Alles, was wir aus der Kläranlage raushalten, wird beim Abwasserzweckverband für Neunkirchen günstiger. Wir haben ohnehin einen hohen Anteil an Fremdwasser", meinte Pfister. Eine Entwässerung im Trennsystem mit der Variante 4b wurde dann einstimmig beschlossen.

Öffentlicher Spielplatz auf Gelände

Die Gemeinderäte blieben jedoch beim Betonwerk Hemmerlein. Der ausgewiesene Spielplatz soll öffentlich werden und ein Quartiersplatz erstellt werden. In der Nähe der Firma Seubert soll ein Großteil der Stellplätze in einer Tiefgarage untergebracht werden. Dafür wurden von dem Büro Grosser-Seeger und Partner zwei Varianten der Umsetzung erstellt sowie eine dritte Variante von den SSP-Architekten als Antwort auf die ersten beiden.

Stellplätze in Tiefgarage

Diese SSP-Variante setzt viele der Forderungen des Gemeinderats um und werde auch vom Investor mitgetragen. Bei diesem Plan wird der auf 1020 Quadratmeter verlängerte Grünstreifen von der Georg-Hemmerlein-Straße bis zum Stockäckerweg vergrößert und öffentlich. Ein Konzept, diese Grünfläche als Spielplatz und Quartiersplatz zu nutzen, wird ausgearbeitet. Zudem werden mindestens 60 Prozent der Stellplätze in einer Tiefgarage untergebracht.

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