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Gräfenberg
Geschichte

Gräfenberger und französische Freunde gedenken in Verdun

Gemeinsam treffen sich Bürger aus Gräfenberg mit französischen Freunden - in diesem Jahr in Verdun, um die Erinnerung an die grausame Schlacht wachzuhalten.
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Die Gräfenberger bei ihrem Treffen mit den Franzosen in Verdun Foto: privat
Die Gräfenberger bei ihrem Treffen mit den Franzosen in Verdun Foto: privat

Auch heute noch fassungslos sind die Menschen aus Deutschland und Frankreich, wenn sie vor den Erinnerungsstätten stehen, die über das 15.000 Hektar große Schlachtfeld in Verdun verstreut sind. Fassungslos sind auch die Bürger aus Gräfenberg und ihre Freunde aus der Partnerstadt Pringy. Das Treffen beider Gruppen in Verdun war das diesjährige Treffen an einem dritten Ort neben den beiden Partnerstädten. "Hier fand zwischen Februar und Dezember 1916 die erbittertste Schlacht des Ersten Weltkriegs statt", sagt Hans-Peter Reck, der Vorsitzende des Freundeskreises Gräfenberg-Pringy. Das Ergebnis: Auf jeder Seite 350.000 Tote, Verwundete und bis heute Vermisste, von denen etwa 80.000 noch in der lothringischen Erde liegen. Das Treffen dient nicht nur der Erinnerung an diese Grausamkeiten, sondern sich immer erneut um ein "Nie wieder" zu bemühen. Dazu trägt die Freundschaft beider Nationen und besonders im Freundeskreis bei. Eine 60-köpfige Delegation aus Gräfenberg und Pringy wollte der Erinnerung an die geschichtlichen Ereignisse vor Ort nachgehen. Dazu legten die Franken 600 Kilometer von Ost nach West zurück, die Savoyer 600 Kilometer von Süd nach Nord, um an das gemeinsame Ziel Verdun zu kommen. Verdun in Lothringen ist der Ort, der einen tiefen Einblick in die Schattenseiten der gemeinsamen Vergangenheit ermöglicht. In der Schlacht um Verdun, eine der grausamsten und verlustreichsten Schlachten im Ersten Weltkrieg, schwankte der Frontverlauf zunächst hin und her, bleib aber am Ende nahezu der gleiche wie am Anfang. "Trotz des Einsatzes von Menschen und Material, wie ihn die Welt vorher nicht gekannt hatte", erinnert Reck. "Wie so oft in der Geschichte hatte sich der Krieg ganz anders entwickelt als die, die ihn auslösten, geplant hatten", fügt Reck an.

Unendliche Reihen

Angesichts der unendlichen Reihen von Kreuzen auf den Friedhöfen, von uneinnehmbar erscheinenden Betonfestungen und gewaltigen Bombentrichtern dachte und sagte jeder Teilnehmer: Wie dankbar müsse man dafür sein, dass diese kriegerische Vergangenheit hinter den beiden Nationen liegt und sie in Frieden und Freundschaft miteinander leben. Diese viel beschworene deutsch-französische Freundschaft, die 1963 in der Kathedrale zu Reims von Präsident de Gaulle und Bundeskanzler Adenauer besiegelt wurde, ist mehr als 50 Jahre alt. Vor dem Abschied versinnbildlichte eine Schifffahrt auf der Maas, gefolgt von einem gemeinsamen Mittagessen, das Leben der Gräfenberger und französischen Freunde in Frieden.

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