Gräfenberg
Stadtrat

Gräfenberg will bayerische Sonderförderung für Freibad an Land ziehen

Gräfenberg wird sich am Förderprogramm des Freistaats für die Freibadsanierung und für die Gaststättenmodernisierung bewerben. Die Stadt war der erste Bewerber nach nur vier Minuten.
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Im Gräfenberger Freibad Foto: Petra Malbrich
Im Gräfenberger Freibad Foto: Petra Malbrich

Nach dem Bundesprogramm zur Förderung der Freibäder legt nun der Freistaat Bayern mit einem Sonderprogramm nach. Zwar wäre beim Bundesprogramm eine höhere Förderung möglich, doch um 55 Prozent Förderung zu erhalten, müsste eine interkommunale Zusammenarbeit stattfinden. Das würde jedoch bedeuten, zwei Bäder zusammenzulegen, heißt: ein Bad zu schließen. Das möchte niemand der Betroffenen. Gräfenberg wird sich deshalb weiter nach der Decke strecken und alles in die Waagschale werfen, um aus dem Förderprogramm des Freistaats Geld zu erhalten. Aus der Verwaltung heißt es, dass man die schwierige finanzielle Situation angeben wolle, und dass Gräfenberg nicht nur mit einem Bad in der Verantwortung stehe, sondern auch mit dem Lehrschwimmbad. Gefördert werden aber nur zum Schwimmen geeignete Bäder. Planschbecken sind nicht in der Förderung vorgesehen. Ob man gleich einen Zuschlag erhalte, werde sich zeigen. Gräfenberg soll sich auf jeden Fall an dem Sonderprogramm Schwimmbadförderung des Landes beteiligen, das war der einstimmige Tenor im Stadtrat.

Kosten für den Abbruch?

Allerdings gibt es für Werner Wolf (FW) noch Fragen, die zu einem späteren Zeitraum geklärt werden könnten. So sind seiner Meinung nach die Kosten für den Abbruch und Neueinbau des Beckens mit 20.000 Euro zu niedrig angesetzt. Als Beispiel nannte er Neunkirchen am Brand. Durch die Sonderentsorgung des Beckenmaterials wegen Schadstoffen in den Farbanstrichen wurden Summen im sechsstelligen Bereich erreicht. "Wichtig ist zunächst, das Bad zu sichern. Es ist eine soziale Einrichtung, wichtig zum Schwimmenlernen und eine Kommunikationseinrichtung", betonte Matthias Striebich (Grüne).

Programm aufgespürt

Stolz ist Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) darauf, dass seine Mitarbeiter noch ein weiteres Förderprogramm aufgespürt haben: ein Programm zur Modernisierung von Gaststätten. Die Pizzeria "La Grotta" ist dafür vorgesehen. Diese war früher eine Scheune und befindet sich im Besitz der Stadt. Ein Parkdeck ist auf der Pizzeria errichtet worden. Die Wirtschaft selbst ist eine der erfolgreichsten der Stadt. Aber durch die Zeit und wetterbedingt hat die Abdichtung am Dach gelitten. "Sie wirft Blasen, und auch die Türen rufen nach Erneuerung", sagte Nekolla. Mit Boiler und Elektroheizung wird Warmwasser erzeugt, weshalb Nekolla das Haus gerne ans Fernwärmenetz anschließen würde - in einem späteren Schritt. Grundsätzlich sprachen sich die Räte für die Bewerbung am Gaststättenmodernisierungsprogramm aus. "Das Gebäude gehört dringend saniert", meinte Heiko Kracker (GBL). Hans Derbfuß (CSU) gab zu bedenken, dass das Förderprogramm anderen Informationen zufolge heillos überzeichnet sei. "Es stimmt, es ist im Windhundverfahren durchgeführt worden", gab Nekolla nicht ohne Stolz zu. Denn vier Minuten, nachdem das Förderprogramm ins Internet gestellt wurde, hat sich die Stadt als Erste beworben.

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