Gößweinstein

Gößweinstein: Lichterprozession in Deutschlands größtem Dreifaltigkeits-Wallfahrtsort

3000 Besucher erlebten am zweiten Weihnachtsfeiertag die Lichterprozession in Gößweinstein. Basilika, Burg und der Gernerfels erstrahlten im Licht.
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Lichterglanz in Gößweinstein zur Lichterprozession am 26. Dezember Foto: Thomas Weichert
Lichterglanz in Gößweinstein zur Lichterprozession am 26. Dezember Foto: Thomas Weichert
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Für den neuen Gößweinsteiner Pfarrer, den Franziskanerpater Ludwig Mazur, war es eine Premiere. Erstmals trug er während des Gößweinsteiner Lichterfests am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages das Allerheiligste unter dem Baldachin durch den größten Dreifaltigkeits-Wallfahrtsort Deutschlands. Das Wetter passte, es war trocken und nicht windig. Wohl auch deshalb kamen viele Schaulustige aus nah und fern, um das Lichterspektakel mitzuerleben und bei Glühwein und Bratwurst vom Grill den Ausklang des diesjährigen Weihnachtsfestes zu feiern.

Prozessionsteilnehmer ziehen durch Gößweinstein

Dennoch war alles sehr andächtig, verlief reibungslos und war vor allem ein Kirchenfest bei dem die rund 1000 Prozessionsteilnehmer beteten. Die "Ewige Anbetung", die auch den ganzen Tag in der Basilika zur Heiligen Dreifaltigkeit stattfand, ist der eigentliche Anlass und Hintergrund für die abschließende Lichterprozession im sakralem Zentrum der Fränkischen Schweiz.

3000 Besucher bestaunen Lichterillumination

Schätzungsweise 3000 Menschen waren diesmal gekommen, um die einmalige Lichterillumination von Basilika, Burg, dem Gernerfels und die Lichter im Ort selbst mitzuerleben. Auf die anfänglich großen Holzfeuer am Burgberg verzichteten die Organisatoren der ARGE Gößweinstein aus Sicherheitsgründen aber auch diesmal wieder. In der Pezoldstraße und den Seitenstraßen entlang des Prozessionszugs brannten an den Straßenrändern und auf der Mauer rund um die Basilika zahlreiche kleinere Feuer, die aus mit Wachs getränkten Klopapierrollen hergestellt worden waren.

Die Prozession durch den Wallfahrtsort selbst verlief ruhig und andächtig wie immer. Angeführt von den Ministranten folgte dahinter Pfarrer Mazur, der unter dem Baldachin das Allerheiligste durch die Straßen trug und von Fackel tragenden Feuerwehrleuten flankiert wurde. Für die musikalische Umrahmung sorgte wie immer der Musikverein Gößweinstein und alle Gößweinsteiner Vereine, sehr stark vertreten auch die Feuerwehrleute aus Leutzdorf, die auf dem Basilikavorplatz Spalier standen. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) mit Amtskette und mehrere Marktgemeinderäte beteiligten sich am Prozessionszug.

Ewige Anbetung hat eine jahrhundertelange Tradition in Gößweinstein

Als Vorbeter fungierte wie in den vergangenen Jahren auch Basilikaorganist Georg Schäffner. Mit im Zug dabei auch die Patres des Franziskanerklosters und die katholischen Schwestern. Die ewige Anbetung an den beiden Weihnachtsfeiertagen hat in Gößweinstein eine jahrhundertelange Tradition. Wie aus der Ortschronik hervorgeht, wurde die Prozession im 18. Jahrhundert auch von Wallfahrern besucht. Da gab es noch bengalische Leuchtfeuer auf den Fels- und Berghängen rund um den damals schon bekannten und bedeutenden Wallfahrtsort.

Die Tradition, Lichter und Holzfeuer abzubrennen, wurde noch bis Anfang des zweiten Weltkrieges gepflegt. Die Betstunden in der Neumann-Basilika begannen an beiden Feiertagen jeweils um 11.15 Uhr und endeten um 17 Uhr.

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